Forbes-Ranking
Die mächtigsten Frauen: Angela Merkel ist Spitze
She's got the power: Im neuen "Forbes"-Ranking über die mächtigsten Frauen der Welt hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel den Spitzenplatz von Michelle Obama zurückerobert. Wer sonst noch bei den Top 15 mitmacht.
Platz 1: Angela Merkel
In Deutschland leidet Bundeskanzlerin Angela Merkel unter sinkenden Umfragewerten, Opposition und Medien kritisieren ihren Führungsstil. Trotzdem schafft sie es dieses Jahr wieder auf Platz 1 der "Forbes"-Liste, wie auch schon in den Jahren 2006 bis 2009. Das liegt laut "Forbes Magazine" vor allem an der starken wirtschaftlichen Position, die Deutschland in Europa innehat: Merkel sei dadurch die "unbestrittene" Führerin der EU.
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Platz 2: Hillary Clinton
Lange war sie "nur" die Frau an der Seite eines mächtigen Mannes, inzwischen hat sie mit ihrem Mann Bill die Rollen getauscht: Seit Januar 2009 ist Hillary Clinton die Außenministerin der USA und bekommt für ihre Arbeit Lob vom "Forbes Magazine". Weil sie sich mit ihrer Politik besonders für Frauenthemen, Entwicklung und Bildung einsetze und die amerikanischen Interessen gut vertrete, bescheinigt das Magazin ihr "gute Noten".
Platz 3: Dilma Rousseff
Seit Anfang des Jahres ist Dilma Rousseff erst im Amt, und schon landet sie auf Platz 3 beim Ranking der mächtigsten Frauen der Welt. Rousseff ist die Präsidentin von Brasilien - und damit an der Spitze der größten Wirtschaftsmacht in Lateinamerika. Aus dieser Position heraus verschafft sie sich international Gehör für ihr Land. Rousseff war in den 60er Jahren mit den Guerillakämpfern gegen die Militärjunta aktiv und hat dafür zwei Jahre im Gefängnis verbracht. Heute gilt sie als Anhängerin des Kapitalismus.
Platz 4: Indra Nooyi
Der vierte Platz der Forbes-Liste gehört keiner Politikerin, sondern einer Business-Frau. Indra Nooyi ist der Kopf hinter Pepsi Cola und Punica. Sie leitet die PepsiCo, den größten Getränke- und Lebensmittelkonzern der USA. Die gebürtige Inderin hat unter anderem an der Yale Business School studiert und arbeitet seit 1994 für Pepsi. Heute ist sie die Chefin von knapp 300 000 Mitarbeitern weltweit.
Platz 5: Sheryl Sandberg
Und noch eine Top-Businessfrau unter den ersten fünf: Sheryl Sandberg ist zwar lange nicht so bekannt wie ihr Kollege, der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, aber für das Unternehmen Facebook genauso wichtig. Sie sorgt nämlich dafür, dass die Freundemaschine auch Umsatz macht. Mehr als 750 Millionen aktive Nutzer hat das Netzwerk heute - und einen Wert von 100 Milliarden Dollar. Sandberg macht sich auch für Frauen in der Wirtschaft stark: Frauen und Männer seien immer noch nicht gleichberechtigt in Sachen Karriere, schrieb sie im August. Und es sei notwendig, das zu ändern.
Platz 6: Melinda Gates
Hier gilt wie schon bei Platz 2 der Liste: Neben jedem mächtigen Bill steht eine mächtige Frau. Melinda Gates ist die Ehefrau des Microsoft-Gründers Bill Gates, arbeitet aber seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr in seiner Firma. Stattdessen gibt sie ihren Namen für die "Melinda & Bill Gates Foundation", die größte private Wohltätigkeitsstiftung der Welt. Melinda Gates soll übrigens für die Existenz von Karl Klammer, der kleinen Assistentenbüroklammer in Microsoft Office, verantwortlich sein.
Platz 7: Sonia Gandhi
Die gebürtige Italienerin Sonia Gandhi (64) ist die Witwe des 1991 ermordeten indischen Premierministers Rajiv Gandhi und die Schwiegertochter von Indira Gandhi. Sie wurde 2010 zum vierten Mal an die Spitze der indischen Kongresspartei gewählt und ist damit die Vorsitzende mit der längsten Amtszeit der Parteigeschichte. Das Amt der Premierministerin lehnte sie 2004 und 2009 ab.
Platz 8: Michelle Obama
Die First Lady der USA, letztes Jahr Anführerin der Forbes-Liste, hat es diesmal auf Platz 8 geschafft. Vor allem ihr Auftreten in der Öffentlichkeit und ihr Stil werden oft gelobt, aber Michelle Obama (47) kann mehr als das. Sie berät ihren Mann, redigiert seine Reden und kümmert sich um eigene Projekte. Eines davon ist, Fettleibigkeit bei Kindern zu bekämpfen. Unternehmen wie Coca-Cola und Kellogg's haben sich dank ihrer "Let's Move"-Kampagne verpflichtet, den Kaloriengehalt ihrer Produkte zu reduzieren.
Platz 9: Christine Lagarde
Die französische Politikerin Christine Lagarde (55) hat im Juli 2011 Dominique Strauss-Kahn an der Spitze des Internationalen Währungsfonds beerbt. Vorher war sie Wirtschafts- und Finanzministerin in Frankreich. Auf beiden Positionen ist sie die erste Frau. Derzeit hat Lagarde mit Vorwürfen zu kämpfen: Ein Gericht ermittelt gegen sie wegen Amtsmissbrauchs.
Platz 10: Irene Rosenfeld
Im letzten Jahr belegte Irene Rosenfeld noch Platz 2 der Forbes-Liste - vor Angela Merkel und Hillary Clinton. Damals hatte die Vorstandsvorsitzende von Kraft Foods ihr Unternehmen durch den Kauf von Cadbury gerade zum größten Schokoladenhersteller der Welt gemacht. Rosenfelds Definition von Macht: "Konstruktiver Führungsstil - die Angestellten sind nicht hier, um meine Bedürfnisse zu erfüllen, sondern ich bin hier, um der Organisation dabei zu helfen, ihre Ziele zu erreichen."
Platz 11: Lady Gaga
Mit 25 Jahren ist Lady Gaga die jüngste Vertreterin auf der "Forbes"-Liste der mächtigsten Frauen - und die schrillste. Ihre Musik ist beliebt, ihre extravaganten Outfits - Lady Gaga trägt auch schon mal Fleisch, wenn's ihr passt - sorgen regelmäßig für Diskussionsstoff. Beim aktuellen "Forbes"-Ranking der einflussreichsten Prominenten belegt Lady Gaga übrigens Platz 1. Wer sein Debütalbum einfach gleich "The Fame", also "Der Ruhm" nennt, bringt es eben auch zu was.
Platz 12: Jill Abramson
Jill Abramson wird ihren neuen Job erst im September antreten, aber auf der "Forbes"-Liste hat sich die zukünftige Chefredakteurin der "New York Times" jetzt schon mal Platz 11 gesichert. Die 57-jährige Journalistin wird die erste Frau an der Spitze des Traditionsblattes sein - ihr Traumjob, wie sie sagt. Abramson kam 1997 zur "NYT". Davor hatte sie fast zehn Jahre für ein anderes alteingesessenes Blatt gearbeitet: das "Wall Street Journal".
Platz 13: Kathleen Sebelius
Die Gesundheitsreform ist eines der wichtigsten innenpolitischen Anliegen von US-Präsident Barack Obama - und Kathleen Sebelius (63) das Gesicht dazu. Bevor sie 2009 US-Gesundheitsministerin wurde, war Sebelius Gouverneurin des Bundesstaates Kansas.
Platz 14: Oprah Winfrey
Am 25. Mai 2011 lief im US-Fernsehen die letzte Ausgabe ihrer legendären Talkshow. Warum Moderatorin Oprah Winfrey trotzdem noch so weit vorne im Ranking steht? Weil die 57-Jährige weiterhin kräftig im Mediengeschäft mitmischt. Bereits 1986 gründete sie die Produktionsfirma HARPO (Oprah rückwärts) Productions. Vor Kurzem hat sie ihren eigenen TV-Sender gestartet: Die Spezialität von OWN (Oprah Winfrey Network) sind - natürlich - Talkshows.
Platz 15: Janet Napolitano
Die Politikerin Janet Napolitano (53) ist die erste Frau an der Spitze des Heimatschutzministeriums der Vereinigten Staaten. Von 2003 bis 2009 war sie Gouverneurin des Bundesstaates Arizona. Falls Sie das Gefühl umtreibt, Napolitanos Namen vor langer Zeit schon mal gehört zu haben: 1999 setzte sie sich als Attorney General von Arizona trotz erwiesener Verletzung des Völkerrechts für die Hinrichtung der beiden deutschen Brüder Karl und Walter LaGrand ein.
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