Familienpolitik
Gutscheine für Haushaltshilfen: Wie denn jetzt?

Die CDU will "gut ausgebildeten" Müttern Gutscheine für Haushaltshilfen spendieren, um die Rückkehr in den Job zu erleichtern. Was für eine Familienpolitik will diese Regierung denn nun eigentlich, fragt sich BRIGITTE.de-Redakteur Henning Hönicke.

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Gutscheine für Haushaltshilfen: Wie denn jetzt?

Foto: LukaTDB /istockphoto.com

Was für ein großzügiger Vorschlag: CDU und CSU warfen jüngst den Plan ins Rennen, „gut ausgebildeten“ Müttern, die schnell wieder zurück in den Beruf möchten, für die ersten paar Monate einen Zuschuss für eine Haushaltshilfe zu zahlen.

Das ist ja eine nette Idee – aber die gleichen Parteien haben sich gerade erst erfolgreich dafür eingesetzt, dass Mütter, die ihre Kinder zuhause versorgen, das umstrittene Betreuungsgeld bekommen sollen.

Geld fürs Arbeiten, Geld fürs zuhause Bleiben – wie denn jetzt? Klar, wir könnten uns natürlich erst mal freuen, wenn es etwas geschenkt gibt. Aber auf den zweiten Blick zeigt dieser Vorschlag, dass man innerhalb der Regierung bestenfalls stark unterschiedliche Ansichten zur Familienpolitik hat. Wahrscheinlicher ist die Vermutung, das man es wohl mit Blick auf die Wahl allen Leuten recht machen will. Ist ja für beide Seiten der Debatte was dabei.

Aber, Leute, so wird das auch nichts! Erstmal: „Frauen“? Entweder ihr wollt „Familien“ fördern, oder ihr lasst es bleiben – ihr könnt nicht immer alles, was mit Kindern zu tun hat, automatisch unter „Frauenproblem“ abheften. Und „gut ausgebildet“? Heißt das, Nicht-Akademikerinnen sollen weiter selbst zum Wischmop greifen? Auch nicht so richtig zu Ende gedacht, irgendwie.

Nein, wenn ihr wiedergewählt werden möchtet, könnt ihr nicht einfach alle paar Wochen irgendwelche halbgaren Ideen rauspusten und hoffen, dass sich genug Fans finden. Ihr müsst uns einfach mal erklären, was ihr beim Thema „Familie und Beruf“ wollt, und warum. Beim Betreuungsgeld hat das nicht so richtig geklappt, der Nutzen für alle Beteiligten wird, sagen wir mal freundlich, angezweifelt. Und die Gegenargumente sind auch beim Haushaltshilfen-Bonus wieder die gleichen: Wäre es nicht schlauer, das Geld in ein besseres Kita-Netz zu investieren? Und, wenn ihr noch Geld für solche Wahlkampf-Aktionen herumliegen habt, noch ein ganz heißer Geheimtipp: Ganz Deutschland, links wie rechts, ist total unzufrieden mit unserem Schulsystem – aber da wird immer gekürzt. Es ist, glaube ich, noch kein Politiker vom Wähler fertig gemacht worden, weil er bessere Schulen haben wollte.

Kommentar: Henning Hönicke

Kommentar: Henning Hönicke

Also, danke für das Angebot – aber mit dem Geld könnte man sinnvollere Dinge zur Förderung von Familien anstellen. Und wir können im Gegenzug einfach weiter selbst staubsaugen.

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  • Artikel vom 26.11.2012
    Henning Hönicke
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