Angela Merkel hat entschieden gehandelt - und Norbert Röttgen rausgeworfen
Foto: REUTERS/Tobias Schwarz
Jetzt ist er auch kein Umweltminister mehr. Angela Merkel hat Norbert Röttgen gefeuert. Kühl und klar. Eine Minute und 39 Sekunden hat sie gebraucht, um ihre Entscheidung einer überraschten Öffentlichkeit mitzuteilen. Sie hat Führungsstärke bewiesen - und prompt ging das Gezeter los: Die Kanzlerin vertreibe alle Konkurrenten, sie dulde keine starken Männer neben sich. Warum die Jammerei? Merkels einstiger Kronprinz hat in Nordrhein-Westfalen eine verheerende Wahlniederlage für die CDU eingefahren. Arrogant und distanziert hat er den Wahlkampf geführt, einen Fehler nach dem anderen gemacht. Und nicht mal gemerkt, wie er sich verzockte, als er die Wahl auch noch zur Abstimmung über Merkels Europapolitik machen wollte. Alles hat er verpatzt, Minister bleiben wollte er trotzdem, hielt sich weiter für unverzichtbar. Mit welchem Recht eigentlich? Wie soll ein angeschlagener Minister die Energiewende organisieren? Auch seine Bilanz als Umweltminister ist nicht eben glänzend, die Energiewende war unter Röttgens Leitung schwer ins Stocken geraten. Er hat seinen Job schlecht gemacht - und dafür musste er gehen. In der Wirtschaft läuft so etwas nicht anders.
Ach, übrigens: Röttgen kannte, wenn es um seine Karriere ging, keine Freundschaft und keine Loyalität, viele ehemalige Vertraute hat er ausgebootet, verletzt, beiseite geschoben. Nun ist er selbst dran. Und muss feststellen, wie einsam es um ihn geworden ist. Das fühlt sich für ihn persönlich nicht gut an, aber er hat sich selbst in diese Situation manövriert. Kein Grund also für die Männer in der Partei, sich über Mobbing zu beklagen. Hört auf zu heulen, Jungs. Und macht euren Job.
Claudia Kirsch













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am um
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Marie
am 20.05.12 um 06:23
Frauen wird zu Recht nachgesagt, sie hätten in der Regel eine höhere soziale Kompetenz als Männer, also vor allem aber mehr Einfühlungsvermögen
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AuchBrigitte
am 19.05.12 um 08:18
Hätte Röttgen in NRW nicht so ein bodenloses Ergebnis eingefahren, wäre er weiterhin bester Umweltminister aller Zeiten gewesen.
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Marie
am 18.05.12 um 21:28
Wie soll ein angeschlagener Minister die Energiewende organisieren?
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Lisa Blümel
am 18.05.12 um 21:15
Frauen wird zu Recht nachgesagt, sie hätten in der Regel eine höhere soziale Kompetenz als Männer, also vor allem aber mehr Einfühlungsvermögen. Das geht dieser Kanzlerin aber ab. Sie gebärdet sich trotz des "C" im Namen ihrer Partei und trotz ihres Herkommens aus einem lutherischen Pfarrhaus so, wie es Männer schlimmer nicht könnten. Sie tritt in unchristlicher Weise auf einen Daniederliegenden, um ihre eigene Macht zu retten. Ich kann nur hoffen, dass jetzt endlich mehr in diesem Lande erkennen, mit wem sie es hier zu tun haben. Nicht mit einer gutmütigen Mutti, sondern einer eiskalten, zynischen Machtpolitikerin, der Werte fremd sind. Der Artikel Ihrer Redakteurin Kirsch verschließt sich jeder Form von Moral, sondern verherrlicht die längst überkommenenen Männer"tugenden", die von dieser Kanzlerin besser als von jedem Mann zelebriert werden. Es wird Zeit, dass diese nur pseudo-erfolgreiche Kanzlerschaft endlich ihr wohlverdientes Ende findet.
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Marie
am 18.05.12 um 21:10
Merkel demonstriert keine Führungsstärke, sondern einfach nur schlechten Führungsstil - und das nicht erst jetzt im Fall Röttgen.
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TheQuibbler
am 18.05.12 um 18:34
"schade nur, dass sie nicht öfter so konsequent gegen Nulpen im Kabinett vorgeht"
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Angelika
am 18.05.12 um 17:16
Ja, er hat alles verpatzt. Wie aber hätte Merkel mitbekommen sollen, dass er als Kandidat für das Amt des MP in NRW antrat? Sie war doch schließlich gerade damit befasst, ihren Busenfreund Sarkotzy vergeblich beim Wahlkampt zu unterstüzten und überall kann man schließlich mental nicht sein.
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Edith
am 18.05.12 um 16:40
Ganz meine Meinung! Wenn Männer solche Entscheidungen treffen (und sie tun es oft genug) kräht kein Hahn danach, ich kann Frau Merkel hier nur unterstützen, schade nur, dass sie nicht öfter so konsequent gegen Nulpen im Kabinett vorgeht.
mehr (8)Da stimme ich doch eher der australischen Neurobiologin Cordelia Fine zu, die in ihrem Buch "Die Geschlechterlüge" teilweise recht amüsant und süffisant Gender-Stereotypien entlarvt. Wir scheinen Stereotypien zu brauchen, sollten aber wissen, wo da die Fallstricke liegen können
Es glaubt doch hoffentlich keiner daran, dass die Befähigung in einem bestimmten Bereich der Grund ist, jemanden einen Ministerposten zu geben. Hier geht es um Polit- und Regionalproporz, Belohnung persönlicher Gefolgschaft und Imagepflege. Einige Ministerien werden eigentlich von der Industrie oder Branche kontrolliert, die sie eigentlich zu Gunsten der Steuerzahler kontrollieren sollten. Das Gesundheitsministerium gehört praktisch der Pharmaindustrie, Röttgens Haus der Atomlobby und Mobilfunkindustrie, das Landwirtschaftsministerium den Agrarfabrikinhabern. Job des Ministers ist es, die irrsinnigsten Entscheidungen der Öffentlichkeit pressewirksam zu verkaufen.
Röttgen ist austauschbar, Gründe für die Berufung in ein Ministeramt finden sich genauso leicht wie Entlassungsgründe. Lassen wir uns doch nicht länger für dumm verkaufen.
Haben Sie sich einmal die Mühe gemacht und diese sog. Energiewende genauer beleuchtet?
- Hochsubventionierte Elektroautos: sehr sauber, der Strom kommt ja aus der Steckdose.....
- Windparks: Subventionierung der Energieunternehmen und ruinöser Umgang mit der Landschaft und der Natur
- Kohlekraftwerke: auf dass der Himmel über der Ruhr wieder dunkel wird
alles in allem ein prima Programm für die Konzerne - aber auch ökologisch sinnvoll?
3 Tage vorher noch Wahlkampf für Röttgen und dann der Rauswurf? Erst einen Minister in eine Wahlkampfposition drängen und sich dann wundern, dass er das nur zähneknirschend akzeptiert? Der Wahlkampf konnte aus diesem Grund nicht erfolgreich sein in NRW.
Die politische Situation wird wieder einmal personalisiert und damit simplizifiziert.
Wieder einmal ein Buhmann gefunden für die Folgen einer desolaten Politik, die Röttgen mit- aber nicht allein zu verantworten hat. Die Hauptverantwortliche ist Angela Merkel und ihr katastrophaler Umgang mit Parlament und Demokratie.
Aber dann wäre das Kabinett doch ganz leer ...
Wie P. Pilatus kann sie sich nun die Hände in Unschuld waschen, die Gute! Und wie ein Mann hat sie ein Machtwort gesprochen und das war wahnsinnig emanzipiert. Einsamkeit, so ganz allein dann da oben ist locker auszuhalten als Merrk- und Amaldygmabefreite mit Vorbildung in als IM Erika und FDJ-Sektretärin für Agitation und Propaganda.
Die Liste der erlegten Männchen dieser Gottesanbeterin wird immer länger: Merz, Koch, Wulff und nun Musterknabe Röttgen. Nächstes anvisiertes ulitmatives Projekt: sich selbst zurücktreten zum Wohl des Landes. Wir freuen uns darauf.