Genervt: Kristina Schröder während der Präsentation ihres Buches in Berlin
Foto: action press/UKAS,MICHAEL
Fast kann sie einem Leid tun, die jüngste Ministerin in Merkels Kabinett. Aber nur fast. Noch nie ist eine Veranstaltung einer Bundesministerin derartig entgleist. Da hat Kristina Schröder sich für die Präsentation ihres Buches "Danke, emanzipiert sind wir selbst" extra eine Location im Berliner Szenebezirk Prenzlauer Berg ausgesucht, den grauen Anzug gegen Röhrenjeans und Sakko getauscht - und dann wird ihr Auftritt zu einer kabarettreifen Lachnummer. Ein Frauenchor schmettert ein ironisches Loblied auf das Betreuungsgeld, ein Satiriker überreicht ihr eine goldene Schürze, damit Frauen wieder wissen wo sie hingehören - die Zustimmung im Saal für Schröder und ihre Thesen tendiert gen Null. Sie leidet versteinert - und fühlt sich missverstanden.
Dabei gibt es nichts misszuverstehen. Die Thesen, die die Frauenministerin in ihrem Buch vertritt, sind einfach jenseits der Realität von Frauen und Müttern in unserer Republik. Jede Frau solle selbst entscheiden, wie sie leben will - das ist ihr zentrale Botschaft. Richtig. Nur sie, als Frauenministerin, muss dafür sorgen und kämpfen, dass wir tatsächlich frei entscheiden können. Warum zum Beispiel sollten Frauen, die ihr Kind zu Hause behalten, Geld dafür bekommen - Geld, das für den Ausbau der Kitas fehlt. Solange es an Krippenplätzen mangelt, gibt es eben keine wirkliche Wahl für Mütter. Mit aller Kraft diesen Mangel zu beheben - das wäre die allererste Aufgabe einer Familienministerin der heutigen Zeit.
Wer immer Kristina Schröder geraten hat dieses Buch zu schreiben - er hat ihr einen Bärendienst erwiesen. Ihr Standing als Familien- und Frauenministerin war nie besonders anerkannt, aber zumindest unterstellte man ihr gute Absichten. Damit ist es jetzt vorbei. Kristina Schröder hat bewiesen: Sie ist zwar jung an Jahren, aber uralt im Kopf. Und mit Ideen von gestern, kann man keine Politik für morgen gestalten.
Meinungen zu Kristina Schröders Buch
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"Ich bin davon überzeugt und weiß, dass es Frauen in allen Fraktionen gibt, die sich mit Schröders antiquierter Haltung nicht abfinden wollen."
Renate Künast, Grünen-Politikerin, in der Stuttgarter Zeitung ,
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"Ein frauen- und familienpolitisches Statement soll es sein. Tatsächlich offenbart der Text das Gegenteil: die erschreckende Abwesenheit von Politik. Die Leere im Denken der Frau Schröder, wenn es um das Politische geht. Betrachtet man ihre bisherigen Arbeitsergebnisse, ließ sich das zwar unschwer ahnen. Aber wer hätte geglaubt, dass sie es so bereitwillig ausplaudert?"
Bascha Mika, Publizistin, in der Frankfurter Rundschau
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"Ministerin Schröder sollte ihre Pseudo-Emanzipations-Wortblasen einstellen und sich stattdessen veraltete Strukturen vorknöpfen, die echter Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit entgegenstehen. Also: Abschaffung des Ehegattensplittings und Begrenzung der Minijobs."
Katja Dörner, familienpolitische Sprecherin der Grünen, zu Handelsblatt Online
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"Ihre politische und gesellschaftliche Sichtweise ist kein Leitbild für die heutige Frauengeneration. Es wird höchste Zeit, dass wieder eine gute aktive Gleichstellungspolitik stattfindet."
Caren Marks, familienpolitische Sprecherin der SPD, zu Handelsblatt Online
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"Der Feminismus, meint Schröder, sei schuld am Ideal der voll berufstätigen Mütter, ein Joch, unter dem viele Frauen in Deutschland litten. Ist das so? (…) Die Feministinnen der Generation Schwarzer mussten radikale Positionen beziehen, um die alten Rollenbilder zu sprengen. Deshalb ist die berufstätige Frau heute eine Selbstverständlichkeit, zum Glück. Die Ministerin allerdings erkennt in diesem Rollenideal ein Feindbild. Doch wer war mit 25 bereits Abgeordnete des Deutschen Bundestags?"
Claudia Voigt, Spiegel-Redakteurin, im Spiegel
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""Dass Sie dabei den "Feminismus" kritisieren, ist nicht nur politisch falsch, sondern menschlich ein Schlag ins Gesicht für alle Frauen, die sich seit Jahren und Jahrzehnten für die Gleichberechtigung stark machen. Die "Feministinnen" waren und sind nicht Ihre Feindinnen. Ihr Feindbild ist ein veraltetes Rollen- bzw. Mutterbild, das seit dem 3. Reich nicht modernisiert wurde. Eine Gesellschaft, die sich an Rollenbildern aus dem 20. Jahrhundert orientiert, ist im 21. Jahrhundert zum Scheitern verurteilt. Genau dieses veraltete Rollenbild stärken Sie unter anderem aber durch die Einführung des Betreuungsgeldes."
Melanie Vogel, Initiatorin der Karrieremesse women&work, in einem offenen Brief an Kristina Schröder
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"Das ganze Buch ist nicht nachvollziehbarer Antifeminismus und man kann auch sagen, das ganze Buch ist eigentlich ein Plädoyer dafür, dass das Familienministerium abgeschafft werden sollte. Das brauchen wir nämlich, wenn man den Thesen dieses Buches nachgeht, schlicht und einfach nicht. Wir brauchen, wenn man Frau Schröder glaubt und wenn sie das mal konsequent zu Ende denken würde, Familienpolitik nicht, weil nämlich das Problem der Gleichberechtigung, sagt Frau Schröder, wird durch den Markt geregelt."
Barbara Vinken, Literaturwissenschaftlerin, im Deutschlandradio Kultur
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"Das Betreuungsgeld halte ich auch für die Frauen für einen Rückschritt. Zum einen werden sie aus ihrem beruflichen Werdegang herausgerissen, zum anderen werden sie in der Zukunft benachteiligt - etwa durch nicht geleistete Zahlungen in die Rentenkasse und folglich eine geringere Altersversorgung."
Uschi Glas, Schauspielerin, auf Spiegel Online
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"Auf dass die Frauen Ihretwegen endlich wieder wissen, wo sie hingehören: an den Herd."
Tobias Schlegl, Reporter der Satiresendung Extra3, bei der Übergabe einer goldenen Schürze auf Kristina Schröders Lesung
Vorwärts
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am um
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@nina
am 25.06.12 um 16:23
1. Aha. Eine Frau darf nicht allein entscheiden, ob sie arbeiten möchte? Der Mann darf dann auch nicht allein entscheiden, ob und wie viel er arbeitet? Hoffe ich jetzt mal ganz optimistisch...
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Catsy
am 23.05.12 um 21:41
"Der Feminismus, meint Schröder, sei schuld am Ideal der voll berufstätigen Mütter, ein Joch, unter dem viele Frauen in Deutschland litten" ( Claudia Voigt, Spiegel-Redakteurin, im Spiegel
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nina
am 25.04.12 um 07:35
was ist schlimm daran, wenn gesagt wird, jede familie (ich finde diese entscheidungen sollen frauen nicht alleine treffen - es betrifft ja noch ein paar leute mehr) soll diese entscheidung alleine treffen. da wird in der brigitte immer darum geworben, dass man sich von den zwängen in bezug auf kindererziehung und berufstätigkeit befreien soll, und wenn sich dann jemand erdreistet das mal auszusprechen wird ein blöder artikel geschrieben. das ist zickig - und wenn frauen es mal schaffen würden ihre zickigkeit abzustellen, würde der rest auch besser und entspannter laufen! und zufriedenheit mit dem eigenen leben resultiert nicht unbedingt daraus ob eine frau berufstätig ist oder nicht.
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BabaJaga
am 23.04.12 um 14:18
Ich finde es unfähr, dass alle auf Frau Schröder rumhacken. Sie gibt mir Hoffnung; endlich mal eine Frau im Amt, die dafür überhaupt nicht qualifiziert ist - das kennt man doch bisher nur von den Männern. Auch die Attitüde über ihre Unfähigkeit auch noch ein Buch zu verfassen zeigt wie weit wir es in Deutschland bzgl Gleichberechtigung schon gebracht haben.
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Marina Mannarini
am 23.04.12 um 11:22
erwähnte Erwartung auf Ihr Tun als Frauenministerin dadurch steigerte, als ich Sie als hochschwangere Ministerin in den Medien sah.
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Marina Mannarini
am 23.04.12 um 11:20
Sehr geehrte Frau Ministerin,
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Angelika
am 22.04.12 um 18:51
Dafür dürfen dann auch noch bis 67 arbeiten und haben noch nicht einmal die Möglichkeit unsren Kindern unter die Arme zu greifen, wenn sie mal Kinder haben.
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Angelika
am 22.04.12 um 18:47
Man sollte sich einfach auch mal fragen, warum es wohl generell nicht möglich ist, dass beide Elternteile reduziert arbeiten können und das Geld trotzdem reicht. Eine Familienpolitik, die das ermöglchte, wäre eine gute und fürsorgliche. Machen wir uns nichts vor: Selbst wenn das Kind den ganzen Tag über gut untergebracht ist, können die von ihrer Arbeit müden Eltern am Abend nicht, wie die Kinderlosen, die Beine hochlegen, sondern haben das ganze Programm vor sich. Es sei denn, sie heißen von der Leyen oder Schröder und haben ihren Dienstbotenstab zur Verfügung. Und was macht die Politik? Sie bedient die Arbeitgeberseite und ist dabei behilflich, dass noch mehr Menschen in die Burnourfalle tappen werden. Und das Ganze verkaufen sie uns dann noch als emanzipatorische Glanzleistung. Wo die Kinder dabei bleiben, ist egal. Danach fragt sowieso keiner mehr.
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Herr_Rhein
am 22.04.12 um 16:42
Das Private ist öffentlich und Frauen, insbesondere als Mütter, entscheiden unabhängig, über die liebe Kinderschar (müssen in die Kita), den beruflichen Werdegang (müssen aufsteigen), die Altersvorsorge (muss aus eigener Kraft reichen). Ein wenig viel „müssen“, wie ich finde. Aber als ohnehin zur Randfigur erklärter Erzeuger und Malocher kann es mir ja wurscht sein, denn mein Part steht, nach Meinung aller Femis (von links bis rechts), unumstößlich fest: Maul halten und für die Erfüllung aller Frauenträume arbeiten. Und dass dieses erfüllen mit viel Arbeit verbunden ist, steht außer Frage. Denn, während die Mütter einerseits nach Fremdbetreuung krakeelen, darf´s, mehr Kindergeld, mehr Freizeit und mehr Anrechnung von Betreuungszeiten auf die Rente sein. Dass dem eingefärbten Irrläufer und Sorgeberechtigten von Mutters Gnaden, Schlegl, dazu nichts Passendes eingefallen ist…
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Marie
am 21.04.12 um 19:11
Nicht nur hat sie weder Ahnung noch Lust auf ihr Amt, sie lässt sich auch bei den sehr wenigen guten Ideen, die sie hatte (Förderung der Kinderwunschbehandlungen) den Schneid von Bauerntrampel Dorothee Bär abkaufen. Ich würde mir wirklich eine Ministerin wünschen, die sich für uns einsetzt anstatt uns auflaufen zu lassen.
mehr (22)2. Wenn wir als Familie (!) uns entschieden haben, dass beide Elternteile arbeiten, z.B. ein Jahr nach der Geburt und in meiner Stadt auf einen Kitaplatz 50 Antragsteller kommen und ich das nicht zufriedenstellend finde, dann ist das ZICKIG?
Denn im Moment haben viele Familien keine Freiheit zu WÄHLEN: Arbeit oder nicht für BEIDE Partner, denn wenn es nicht genügend Kitaplätze gibt, für alle die einen MÖCHTEN, dann hat das mit Freiheit nix zu tun. Der Ausbau der Kita-Plätze scheitert zur Zeit u.a. daran, dass Frau Schröder die Gebäudeverordnungen für Kitas nicht überarbeitet und die Kommunen daher nur schwer Gebäude für neue Kitas finden.
Fazit: Erstmal richtig informieren, bevor man hier zickige Kommentare schreibt, dass andere das rumzicken lassen sollen.
5 / 9).
Es ist nicht der Feminismus, sondern Männer sind mit einer Frau ohne Einkommen nicht zusammen. Sie sind wahnsinnig anspruchsvoll. Wenn eine Frau kein Geld hat wird sie von ihnen boykottiert.
Doch, anders als bei Ihrer Vorgängerin, war Ihre Rolle im Bundekabinett vom Anfang an eine gänzlich unbedeutende und noch immer bleiben meine Recherchen über Ihr Handeln mehr oder weniger ergebnislos.
Erst vor einiger Zeit hatten Sie Ihr Outing: Es ging um die Frauenquote und um Ihren Streit mit Ihrer Vorgängerin von der Leyen. Ergebnis dieses Streites war die von Ihnen eingeführte Flexiquote, was nichts anderes heißt, als: „Liebe Unternehmer, machen Sie ruhig so weiter wie bisher, es ist in Ordnung, denn, seien wir ehrlich, ich als Frau zeige doch gerade, dass wer will, der oder die auch kann.“ Doch so einfach, sehr geehrte Frau Ministerin, ist die Sache nicht: Ich weiß, Sie wissen nicht alles, doch eine Ministerin müsste dennoch etwas mehr Informationen zur Hand haben, meinen Sie nicht? Hatten Sie denn tatsächlich noch keine Zeit,
mit freudigen Erwartungen, trotz der Skepsis gegenüber der Partei, die Sie als Vehikel Ihrer Karriere gewählt haben, verfolgte ich Ihre Nominierung als junge Politikerin zum Minister für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Als Sie dann , entgegen dem „normalen“ Werdegang einer Karrierefrau, sich für ein Kind entschieden, schien mir das ein mutiger Schritt zu sein: Viele kritisierten Sie bereits, ich blieb unvoreingenommen, trotz meiner berechtigten Vorbehalte gegenüber der Partei, der Sie angehören. Es war mir zwar wohl bewusst, dass Sie eine privilegierte Situation genießen, die mit einer Mutterschaft in der Realität der meisten Frauen, heute noch, nichts gemeinsam hat: Finanzielle Gesichtspunkte spielen für Sie eventuell eine untergeordnete Rolle. Auch tauchte die Frage nach einem Kita-Platz zum gewünschten Zeitpunkt in Ihren Überlegungen rund um das Elternwerden sicher nicht auf. Ich verschweige dennoch nicht, dass sich meine soeben e
Ein tolle Perspektive ist das!