Bruni vs. Trierweiler
Frankreich-Wahl: eine neue First Lady für die Franzosen?
Die Wahl in Frankreich ist noch nicht entschieden. Runde 1 ging knapp an Sarkozy-Herausforderer François Hollande. Am 6. Mai kommt es zur Stichwahl. Bekommt Frankreich dann auch eine neue First Lady? Herausforderin Valérie Trierweiler und Amtsinhaberin Carla Bruni im Vergleich.
Gemischte Doppel
Vorhang auf für Frankreichs Politprominenz: Der politischen Gesinnung gemäß sehen wir links Valérie Trierweiler und François Hollande, den Präsidentschaftskandidaten der PS (Parti socialiste), rechts Carla Bruni Sarkozy mit Amtsinhaber Nicolas Sarkozy von der UMP (Union pour un mouvement populaire). Das rechte Paar ist seit 2007 liiert, das linke seit 2006, auch wenn sich François Hollande offiziell erst 2010 zu seiner Liaison mit Valérie Trierweiler bekannt haben soll. In beiden Fällen ist SIE um einiges jünger als ER. Trierweiler und Hollande trennen 10 Jahre, Bruni und Sarkozy 12.
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Angers vs. Turin, arm vs. reich
Valérie Trierweiler kam am 16. Februar 1965 als Valérie Massonneau in Angers auf die Welt - als fünftes von sechs Kindern. Ihr Vater, ein Kriegsinvalide, starb, als sie 21 war. Ihre Mutter arbeitete in der Eishalle von Angers. Valérie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Ganz anders als Carla Bruni, die am 23. Dezember 1967 als Carla Bruni Tedeschi im italienischen Turin zur Welt kam. Ihr Vater war ein italienischer Industrieller (Mitinhaber der Reifenfabrik Pirelli) und Komponist, ihre Mutter eine französische Konzertpianistin. Carlas ältere Schwester ist die Schauspielerin Valeria Bruni Tedeschi. Ihr älterer Bruder Virginio starb 2006 an Krebs.
Schattengewächs vs. Lichtgestalt
Carla Bruni brauchte nicht erst die Beziehung mit Nicolas Sarkozy, um im Rampenlicht zu landen. Bis 1998 modelte sie, lief unter anderem für Valentino, Yves Saint Laurent und John Galliano und gehörte zu den bekanntesten und bestbezahlten Models der Welt. 2003 nahm sie ihr Debüt-Album "Quelqu'un m'a dit" auf, zwei weitere Alben folgten. Letztes Jahr hatte Bruni einen Gastauftritt in Woody Allens "Midnight in Paris".
So viel Rampenlicht wie die Bruni hat Valérie Trierweiler in ihrer Karriere (noch) nicht abbekommen - was ihr auch sehr recht ist. Die Politikjournalistin, die lange für das Magazin "Paris Match" arbeitete, ist mittlerweile beim Fernsehen - als politische Moderatorin eines Privatsenders. Allerdings hat sie sich im Zuge des Wahlkampfes ihres Lebensgefährten aus der politischen Berichterstattung zurückgezogen, moderiert aktuell Kultursendungen. Sie wolle François Hollande "begleiten", aber nicht "politisch beraten", sagte sie gegenüber der französischen Presse. Beraten hat sie ihn aber wohl in äußeren Angelegenheiten. Der einst wenig charmant als "Wackelpudding" bezeichnete Hollande ist mittlerweile deutlich schlanker geworden.
Der Look der Ladys
Carla Bruni Sarkozy wurde zwar in Italien geboren, ist aber, was ihren Stil angeht, durch und durch Französin. Edle Klassiker wie das weiße Etuikleid und den schwarzen Mantel trägt sie mit einer Selbstverständlichkeit wie Otto-Normal-Frauen Jeans und T-Shirt. Für ihren kurz gewachsenen Sarko verzichtet sie meist auf hohe Haken. Eine Gazelle wie Carla Bruni sieht eben auch in Ballerinas überragend gut aus.
Valérie Trierweiler hat, anders als Carla Bruni, keine Model-Vergangenheit, muss den modischen Vergleich mit ihr aber nicht scheuen. Die Frau weiß, was ihr steht. In der transparenten Tupfenbluse wirkt sie lässig und gleichzeitig feminin, Hosenanzüge sehen an ihr nicht spießig, sondern kompetent aus. Insgesamt etwas bodenständiger als Frau Bruni - und damit auch deutlich volksnäher.
Blühende Liebe
"Sie ist die Frau meines Lebens", sagt François Hollande über seine Valérie. Vorher waren beide jeweils in ihrem Kollegenkreis liiert. Hollande lebte 30 Jahre mit Parteigenossin Ségolène Royal zusammen. Sie haben vier gemeinsame Kinder. Valérie Trierweiler war mit ihrem Journalisten-Kollegen Denis Trierweiler verheiratet. Gemeinsame Kinder: drei. Davor gab es bereits eine kurze Ehe mit einem Schulfreund.
Auch das Haus Bruni/Sarkozy hat eine wechselvolle Beziehungsvergangenheit. Abgesehen davon, dass man Carla Bruni frühere Affären mit illustren Showgrößen wie Mick Jagger und Kevin Costner nachsagt, hat sie erwiesenermaßen ein Kind mit dem französischen Philosophieprofessor Raphaël Enthoven. Nicolas Sarkozy war bereits zweimal verheiratet, aus seiner ersten Ehe hat er zwei Kinder. Seit dem 19. Oktober 2011 haben Carla und Nicolas eine gemeinsame Tochter: Guilia. Über ihren petit Nicolas (Sarkozy misst nur 1,65 m) sagte Carla einmal: "Als ich ihn kennenlernte, spazierten wir durch die Gärten des Elysée-Palastes, und er kannte jeden Namen der Blumen. (...) Ich habe mir gesagt: Mein Gott, ich muss diesen Mann heiraten, er ist der Präsident und er weiß auch alles über Blumen. Das ist unglaublich!"

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am um
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Tutuwutu
am 26.04.12 um 16:45
oh, ich sehe gerade, daß obiger Artikel etwas älter ist als die neusten Photos von Frau Brunis Botoxüberdosis. ok, ds nehme ich zurück. aber die 2 hier in früheren Jahren veröffentlichten lobhudlerischen Artikel über Frau Bruni stimmen, und dieser Artikel wäre in der Gala besser aufgehoben. Dabei bleibe ich!!!
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Tutuwutu
am 26.04.12 um 16:41
In den letzten Jahren hat die "Brigitte" mindestens 2 lobhudelnde Artikle über Frau Bruni online veröffentlich, auch jetzt fällt auf, daß die Photos vom letzten Wochenende beim Wahlgang mit ihrem Mann von Frau Brunis völlig von zu viel Botox verzerrtem Gesicht mit Schlitzaugen und Polsterbäckchen freundlicherweise hier nicht gezeigt (über die sonst die ganze Welt lacht), sondern wesentlich schmeichelhaftere Bilder hierfür ausgewählt wurden. Auch so kann man/frau Partei ergreifen...ansonsten würde obiger Artikel viel besser in die Gala passen!!!
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babsi1710
am 23.04.12 um 10:08
Ja, die Franzosen. Haben anscheinend dem "Wettbewerb" der Gattin und der Lebensgefährtin keine so große Bedeutung zugemessen, und zu Hauf Frau Le Pen gewählt, deren Outfit hier gar nicht bewertet wurde.
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babsi1710
am 21.04.12 um 13:34
Denke doch auch, dass die Französinnen nicht so blöd sind, sich eine Präsidentinnengattin nach der Mode zu wählen. Ich finde es auch reichlich abartig, welche Show Sarkozy in den letzten Jahren veranstaltet hat. Man seht sich richtig nach den Zeiten zurück, als die Familien und das Sex-Leben von Politikern für die Medien komplett tabu waren.
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Ela
am 21.04.12 um 12:42
Amen.
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chris
am 21.04.12 um 08:27
Danke, Rotbäckchen,
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TheQuibbler
am 21.04.12 um 04:49
Danke, Rotbäcken, kann ich nur so unterschreiben.
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marie
am 21.04.12 um 00:57
und dämlich kommt von damisch oder auch (älter) dämisch: benebelt und nicht ganz bei Sinnen ;-))
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Rotbäckchen
am 20.04.12 um 17:21
Biographien können interessant sein. Sogar mit dem Aufhänger "Die Frau von .....". Daraus hätte man journalistisch durchaus etwas machen können. Auch bei einer oberflächlichen Frauenzeitschrift.
mehr (9)Echt: Sind wir nach so vielen Jahren der Bemühungen um eine Gleichwertigkeit der Frau wieder an dem Punkt angelangt, an dem zählt, wer die hübscheste ist? Kein Wunder, dass es mit der Gleichberechtigung der Frau noch hapert. Und ich finde es ausgesprochen deplaziert, Kristina Schröder dafür verantwortlich zu machen, wenn unsere Medien am liebsten über Klamotten von Politikergattinnen berichten.
dieses "Frauen nutzen auch Politik nur um Zickenkriege zu inszenieren" ist einfach nur billig und erinnert an Zeiten, die hoffentlich lange schon hinter uns liegen... könnte mit dieser Sicht auf Frauen der Auflagenrückgang der letzten Jahre im Zusammenhang stehen????
Ich hoffe es, denn Frauen, die in dieser Weise auf Politik und ihr Umfeld schauen, gibt es immer weniger, da auch Frauen mittlerweile genau hinsehen und sich weniger mit den peinlichen Nickligkeiten als mit den Folgen der Politik beschäftigen.
Soll dieser "Vergleich" zwischen "Amtsinhaberin" und "Herausforderin" witzig sein? Provokativ? Gar informativ? Unterhaltsam?
Wir schreiben das Jahr 2012. Zeitgemäß geht anders. In Wortwahl und Haltung.
Gönnt eurem automatischen Textgenerator mal ein Update.
Der Vergleich ist noch nicht mal richtig i.S. korrekter Inhalte. Dafür aber peinlich.
Auch komisch. Aber nur indirekt. So wie 'die indirekte Wahl der First Lady' in Frankreich. Will sagen: dämlich.