Serie Alleinerziehende: BRIGITTE setzt sich ein

Alleinerziehende fordern: Nehmt endlich die Väter in die Pflicht!

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Das Festhalten der Väter an der alten Männerrolle sieht der Berliner Soziologieprofessor Hans Bertram als "Kernproblem der modernen Familie", nicht nur der getrennten Paare. Er sagt und ist sich darin mit seinem Kollegen Andreas Lange einig: Männer müssen Fürsorglichkeit lernen. Aber wo? Bis zum zehnten Lebensjahr werden Jungen fast ausschließlich von Frauen erzogen, in der Kinderkrippe, in der Grundschule, im Hort. Es gibt kaum Vorbilder. In den USA erzielte man große Fortschritte mit dem "After School Movement". Konzerne ermutigen ihre Manager, einen Tag in der Woche etwas mit Kindern aus benachteiligten Familien zu unternehmen. Das Engagement, die Fähigkeit zu "Care", wie die Amerikaner es nennen, wird anerkannt und nützt der Karriere.

Natürlich sollten auch familienfreundliche Arbeitszeiten den Vätern überhaupt Raum schaffen, sich ihren Kinder zu widmen. "Unsere Wirtschaft ist nicht eingestellt auf den aktiven Vater, sondern nur auf den immer anwesenden männlichen Arbeiter", kritisiert Lange. Männer stehen vor dem Dilemma, dass die Anforderungen im Beruf genauso wachsen wie der Wunsch nach einer präsenten Vaterschaft.

Gleichzeitig muss an einer anderen Schraube gedreht werden, meint Professor Bertram: Frauen müssen endlich mehr verdienen. "Die wirtschaftliche Gleichheit der Geschlechter ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sich in jungen Partnerschaften etwas ändern kann", sagt der Familienexperte. Denn solange Männer meist mehr verdienen, sind Paare in ihrer Entscheidung für eine aktive Vaterschaft nicht wirklich frei. Die Eltern können den modernen Weg, auf dem beide gleichermaßen in Teilzeit und Familienpflichten arbeiten, gar nicht gehen, dafür ist das Budget zu eng. Beide Wissenschaftler loben zwar die vom Familienministerium initiierte Väterzeit. Ebenso das neue Unterhaltsrecht, das die Fürsorge fürs Kind endlich in den Mittelpunkt stellt. Die Richtung stimme, allerdings seien das nur kleine Schritte. Der Weg zu einer aktiven Vaterschaft ist noch lang. "Dafür muss viel konsequenter väterpolitisch gedacht werden", fordert Andreas Lange. Väterpolitik - was für ein schönes neues Wort.

Buchtipp: Mariam Tazi-Preve, "Väter im Abseits. Zum Kontaktabbruch der Vater-Kind-Beziehung nach Scheidung und Trennung", 35,90 Euro, VS-Verlag

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  • BRIGITTE Heft 04/08
    Text: Eva Meschede Foto: Annette Hauschild/Ostkreuz
Letzte Kommentare
  • cog
    am 16.05.12 um 20:20
    ich habe selten so einen sachlichen Blödsinn gelesen. Wenn Vätern auf Antrag des anderen Elternteils die Verantwortung am gemeinsamen Kind gerichtlich genommen wird, darf sich nicht über die Folgen beschwert werden. In Deutschl. wird diese gegen Väter gerichtete Selektion in 9 von 10 Fällen ausgelöst. Solche rücksichtslos eingerichteten Exklusivgesellschaften schaden nur Kindern. Es ist der staatlich geförderte Kindsentzug, der ausschließlich dem Mutterwohl dient. Schafft endlich Art.6 (4) ab und vieles löst sich von selbst, weil es plötzlich keine Verlierer und Gewinner, Mächtige und rechtlose Elternteile mehr gibt. Dabei verhalten sich die nach diesen mittelalterlichen Methoden aussortierten Väter noch sehr kooperativ. Es ist statisch belegbar, dass Frauen doppelte so häufig Unterhalt verweigern als Väter, sollten sie Eltern 2. Klasse sein. Der vorgenannte Artikel ist deshalb nur dumpfe Stimmungsmache von Personen mit auffallendem Frustrationshintergrund
    cog
  • carla
    am 23.03.12 um 06:54
    Am allerbesten wäre es , daß man gleich von Anfang an das gemeinsame Sorgerecht für das gemeinsame Kind erhält. Wäre eine gerechte Aufteilung für das Kind und für die Mutter. Die alleinerziehende Mutter wäre nicht mehr überfordert und hätte mehr Kraft zum arbeiten und das Kind hätte einen großen Vorteil wenn beide Eltern an der Erziehung beteiligt wären. Es gäbe auch weniger Harz IV Anträge.
  • petra
    am 28.02.12 um 06:18
    man jammert nicht einfach so ohnen weiteres, das Jammern kommt ja von einer tiefen Erschöpfung der Psyche und der Seele. Wenn man einfach nicht mehr kann braucht man doch irgendein Ventil um los zu lassen. Es ist sogar Erschöpfung des ganzen Körpers das kaputt macht. In meiner Nachbarschaft sind vier alleinerziehende Frauen, die lassen sich nicht mehr unter dem Volk sehen, weil sie einfach nicht mehr können. Die Gesellschaft macht sie so kaputt. Ich ziehe mich auch so langsam zurück. Ich kann alle nachvollziehen. Alle sind in psychischer Behandlung und ich hoffe nicht daß ich die nächste sein werde. Die Politik muß einfach mehr tun um das Bewußtsein zu wecken daß einfach mehr Respekt und Menschenachtung in diesem Lande herrschen sollte. Die Liebe Gottes fehlt. DIE WÜRDE EINES JEDEN MENSCHEN IST .....
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