Serie Alleinerziehende: BRIGITTE setzt sich ein

"Wie eine Maschine": Alleinerziehende berichten

Mit welchen Problemen haben alleinerziehende BRIGITTE-Leserinnen zu kämpfen? Lesen Sie hier die Reaktionen auf das heiß diskutierte Dossier.

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In diesem Artikel:

Die Resonanz auf unser BRIGITTE-Dossier zur desolaten Situation von alleinerziehenden Müttern war gewaltig: Hunderte von Briefen, E-Mails, Online-Kommentaren und Forenbeiträge gingen bei uns ein. Viele BRIGITTE-Leserinnen bedankten sich dafür, dass wird das Thema aufgegriffen haben. Und noch mehr bestätigten die Probleme, die im Dossier beschrieben wurden und berichteten von eigenen Erfahrungen. Wir haben einige der Beiträge zusammengefasst, um Ihnen ein Stimmungsbild zu geben - von Frauen, denen es an Geld, an Zeit, an Unterstützung mangelt - und die trotzdem irgendwie alles auf die Reihe kriegen (müssen).

Aus dem Leben von Alleinerziehenden - BRIGITTE.de-Leserinnen berichten ...

... über Geldsorgen

Bei vielen Müttern reicht das Geld gerade mal für das Nötigste - sobald zusätzliche Ausgaben anfallen, geraten sie in Schwierigkeiten. Das ist besonders belastend, wenn es um die Ausbildung der Kinder geht, wie Birgit berichtet: "Ich kann meiner Tochter Nachhilfe leider nicht ermöglichen, was sich vermutlich auf ihre Laufbahn auswirken wird." Auch ein Studium werde sie nicht finanzieren können, ganz abgesehen von einer eigenen Zusatzaltersvorsorge.

Erschreckend ist, wie viele Frauen keinen Unterhalt vom Vater bekommen. Verena Loos zum Beispiel hat noch keinen einzigen Cent von ihrem Ex gesehen - um überhaupt über die Runden zu kommen, musste sie neben der Vollzeit-Arbeit sogar noch einen Nebenjob annehmen. "Zwar habe ich meine Mutter, die meinen Sohn oft betreut, aber es ist doch eine große Belastung, den ganzen Tag arbeiten zu müssen und so wenig Zeit fürs Kind zu haben", klagt sie.

Doch nicht nur von den Männern, auch vom Staat fühlen sich die Alleinerziehenden im Stich gelassen. Häufigster Vorwurf: die ungerechten Steuersätze. "Es ist nicht nachvollziehbar für mich, warum Einelternfamilien nicht den gleichen Steuersatz bekommen wie verheiratete Eltern", schreibt Angelika Pfab. Und auch Susanne S. wundert sich: "Wie kann es sein, dass beim 'Schutz der Familie' Ehepaare mit Kindern so sehr privilegiert sind? Sind wir Alleinerziehenden mit unseren Kindern keine Familien?" Bei Leserin Natascha führte die Steuerungerechtigkeit sogar dazu, dass sie mit ihrem Mann trotz Trennung verheiratet bleibt.

Ein weiterer Kritikpunkt: der Unterhaltsvorschuss. Yvonne Merkle war entsetzt, als sie vom Jugendamt erfuhr, dass Alleinerziehende, die keinen Unterhalt vom Vater bekommen können, für Kinder ab 13 Jahren selbst sorgen müssen. "Gerade in diesem Alter benötigt man für die Kinder finanzielle Unterstützung." Und auch Catrin fragt sich: "Vermutlich werden die Kinder im Teenageralter billiger oder wie?"

BRIGITTE-Leserin Ursula Schuh fühlt sich angesichts solcher Zustände an die Sechziger Jahre erinnert. "In dieser Zeit war es ein Makel, ein Kind ohne Vater großzuziehen. Es macht mich ganz traurig zu hören, dass es nach so langer Zeit immer noch keine Hilfe vom Staat gibt."

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  • miro
Letzte Kommentare
  • Jutta
    am 17.05.12 um 22:28
    Ich fühle mich von meinem Arbeitgeber, der Justiz des Landes NRW, im Stich gelassen. Ich bin dort seit über 30 Jahren beschäftigt. Nach der Geburt meiner ersten Tochter wurde mir ein neuer Teilzeitarbeitsvertrag untergeschoben. Ich kann nicht mehr zurück in die Vollzeitbeschäftigung und meine Kinder und ich leben in ständiger finanzieller Not. Mein Arbeitgeber bevorzugt heutzutage günstige Aushilfskräfte und lässt mich und meine Kinder im Regen stehen. Ein unsoziales und fürsorgeloses Verhalten. Den alleinerziehenden Müttern gibt man keine Chance, wieder zurück in die Vollzeitbeschäftigung zu gelangen. Uns steht die Altersarmut wohl zu?! Und solche Miseren im öffentlichen Dienst!!!
  • Silke
    am 26.01.12 um 05:12
    Wir brauchen dringend Hilfe !!! Manchmal wissen wir schon kein Stück mehr weiter.
    Was hilft es dann, wenn es anderen auch so geht und man ohne Freunde oder Familie zu Hause sitzt. Sich quasi Gesellschaftlich ausgeliefert fühlt. Was ist das für eine Gesellschaft wo die Starken unterstützt werden und die Benachteiligten weiter abgedrängt? Es gibt eine Bezeichnung dafür und Mitte des letzten Jahrhunderts wurde es auch bezeichnet. Es ist ein Armutszeugnis für die Struktur der gesamten Gesellschaft. Wo das hin führt erleben wir dann alle gemeinsam und Frau Merkel wird das bestimmt keine Sorgen nehmen.
  • Vera
    am 13.09.11 um 22:09
    @Michael
    Als von einer Trennung betroffene Mutter muss ich leider sagen, dass die letzten beiden Absätze nichts weiter tun, als die wenigen positiven Aspekte des Alleinerziehertums aufzuzeigen. Du kannst darauf wetten, dass auf jeden Erzeuger der "weggebissen" wird, mindestens einer kommt, der sich aus dem Staub macht. Und hinterher wundert er sich, dass ihn seine Kinder nie anrufen. Deine Kritik an den Begrifflichkeiten: nichts als Wortklauberei!
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