Ein kurzer Blick nur auf die abgeriegelte Schule. Schnell, ganz schnell will Gisela Mayer weg von jenem Ort, an dem ihre Tochter Nina kaltblütig ermordet wurde. "Es ist sehr schwer für mich, hierher zu kommen", sagt sie leise. 15 Menschen erschoss Tim K. am 11. März 2009 bei einem Amoklauf an der Albertville-Realschule in Winnenden. Auch Nina Mayer, 24, Referendarin für Religion, Kunst und Deutsch, musste sterben. "Für mich fühlt es sich an, als sei meine Nan erst gestern getötet worden", sagt die Mutter. "Ein Mord am eigenen Kind - das ist so unfassbar schrecklich."
Schmal und blass und ernst ist die 52-Jährige, sorgfältig gekleidet mit cremeweißer Bluse und anthrazitfarbener Kette zur schwarzen Jacke. Offen spricht sie über ihre Gefühle und darüber, wie ihre Gedanken pausenlos um die Tochter kreisen - und wohl ihr Leben lang weiter kreisen werden. Und doch hat sie nicht den Kontakt zur Welt verloren. Sie ist sehr klar, sehr beherrscht, selbst in der Trauer strahlt sie Wärme aus. Sie hört zu, fragt nach, manchmal lacht sie sogar ein bisschen.
Wie hat es diese Frau geschafft, nicht zu zerbrechen? "Meine Tochter und ich haben immer über alles geredet, das gehörte zu unserem Leben. Und ich habe das Gespräch auch nach ihrem Tod fortgesetzt." Die Dozentin für Ethik unterrichtet das Fach an Schulen, lehrt an Universitäten und in Krankenhäusern. Ihr Lebensthema, ausgerechnet: Wie geht das, Mensch zu sein? Was brauchen wir dazu? Und: Was macht es mit Kindern, wenn sie kein Einfühlungsvermögen erlernen?













diesen Beitrag zu lesen und bin froh, es doch getan zu haben.
Ich bewundere ihre Stärke und reflektierte Sichtweise, mit so einem Schicksalsschlag weiterleben zu müssen, ist kaum vorstellbar....
Das wollte damals niemand hören und auch jetzt ist Tim K. der "kaltblütige" Verbrecher, der an seinem Schicksal selbst schuld war ......
Auch seiner Familie wünsche ich alle Kraft der Welt.
Auch ich würde am Tod meines Kindes zerbrechen.
Ich würde am Tod meiner Tochter zerbrechen.