Umfrage: Angela Merkel kommt bei Frauen gut an

Sie muss viel einstecken. Bei den Frauen aber kann Angela Merkel punkten. So das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von BRIGITTE.de.

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Sie eiert rum, setzt sich nicht durch, versagt in der Krise. So wird seit ein paar Wochen die Politik der Bundeskanzlerin in vielen Medien beschrieben. Auch innerhalb der eigenen Partei wird sie heftig kritisiert. Was aber sagen die Wähler? Wie kommt Angela Merkel bei Frauen an?

Ausgesprochen gut, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut IPSOS im Auftrag des Frauenmagazins BRIGITTE durchgeführt hat. Danach sind 72 Prozent der Frauen der Meinung, dass Merkel gut für Deutschland ist, "gut für ihre Partei" meinen ebenfalls 72 Prozent und fast zwei Drittel der befragten Frauen sagen: "Sie bewährt sich in der aktuellen Krise".

Beachtlich, wenn man bedenkt, dass die CDU/CSU bei rund 35 Prozent dümpelt. Trotz ihres Vorsprungs in den Meinungsumfragen nehmen die Attacken auf die Parteichefin aus den eigenen Reihen an Schärfe zu. Hallo? Geht's noch? Könnte es sein, dass die Partei den Vorteil, mit Merkel eine Kanzlerin und eine Kandidatin zu haben, die bei Frauen ankommt, zu wenig nutzt? Könnte es sein, dass die Parteien noch immer nicht richtig verstanden haben, dass sie Frauen und deren Anliegen ernst nehmen müssen, wenn sie von ihnen gewählt werden wollen? Wie sehr sich mit Frauenthemen - sofern es nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt - punkten lässt, zeigt das Beispiel Ursula von der Leyen. Die Familienministerin überzeugt mit der Hartnäckigkeit, mit der sie sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzt, besonders junge Frauen.

Und Angela Merkel? Hat die familienpolitische Wende der Partei unterstützt. Aber darüber hinaus hält sich die erste Kanzlerin der Geschichte eher bedeckt, wenn es um Frauenthemen geht. Und das registrieren die Frauen: Nur 33 Prozent der berufstätigen und 39 Prozent der Frauen, die nicht arbeiten, meinen, Angela Merkel setze sich für die Interessen der Frauen ein.

Insgesamt aber kommt Merkel bei Frauen deutlich besser an als bei Männern. So finden 64 Prozent der potenziellen Wählerinnen, dass die Kanzlerin klare Positionen bezieht. Nur die Hälfte der Männer teilt diese Auffassung. "Sie ist entscheidungsfreudig", sagen 55 Prozent der befragten Frauen und immerhin noch 46 Prozent der Männer.

Männer und Merkel - das ist keine Liebesgeschichte, auch wenn immerhin 56 Prozent der Befragten sagen: "Sie ist mir sympathisch." (Frauen: 68 Prozent). Eine überwältigende Mehrheit (88 Prozent) findet, dass die Kanzlerin international angesehen ist - in diesem Punkt gibt's keine Geschlechterdifferenz. Überraschend einig, wenn es um die Kanzlerin geht, sind sich auch die Deutschen in Ost und West.

Besonders viel Beifall erfährt die Kanzlerin bei älteren Frauen. Drei von vier der Frauen ab 55 finden Merkel sympathisch, dem stimmen nur 58 Prozent der unter 34-Jährigen zu. "Sie ist gut für Deutschland", meinen 77 Prozent der älteren und 67 Prozent der jüngeren Frauen. Vielleicht könnte sie dem Land mehr bringen - in einer anderen Partei? Immerhin jede sechste der jüngeren Frauen meint, dass Angela Merkel in der SPD besser aufgehoben wäre.

Die wichtigsten Ergebnisse der BRIGITTE-Umfrage zum Durchklicken

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Mehr Merkel demnächst in der BRIGITTE

BRIGITTE-Autorin Franziska Wolffheim beobachtet die Bundeskanzlerin über mehrere Monate an unterschiedlichen Orten. Auftakt war die Veranstaltung im Kanzleramt "90 Jahre Frauenwahlrecht", zu der die Kanzlerin eingeladen hatte. Merkel war bestens gelaunt und unterhielt sich ausgiebig mit Alice Schwarzer. Von Berlin in die Provinz: Die Autorin war dabei als Angela Merkel in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern) zum Aschermittwoch eine Rede hielt und von ihren Fans und Parteikollegen kräftig gefeiert wurde. Für das späte Frühjahr ist ein Exklusiv-Interview mit der Bundeskanzlerin geplant.

  • Artikel vom 31.03.2009
  • Text: Claudia Kirsch
    Foto: Cinetext
Letzte Kommentare
  • -Mackie-
    am 06.04.09 um 12:30
    Bei mir kommt sie überhaupt nicht gut an. Sie sollte lieber das machen, was sie mal gelernt hat...
  • greta67
    am 01.04.09 um 07:52
    Das beweisst ja mal wieder, dass das maennliche Geschlecht, und nicht nur in den hoeheren Positionen, ein Problem mit Frauen in Fuehrungspositionen haben. Ich wohne im Ausland, einem Maenner dominierenden Land, und hier ist unsere Angi sehr wohl respektiert in ihrem Job. Und wenn ich es richtig verstanden habe, wollte DE nicht ein sehr emanzipiertes Vorzeigeland sein??? Da muss aber noch ordentlich dran gepfeilt werden, wenn sie noch nicht mal damit umgehen koennen, dass eine Frau einen Staat leitet.
 
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