Porträt: Anne Will
...locker: Ein echtes Kunststück, das Anne Will in den Tagesthemen vollbringt: Sie ist gleichzeitig locker und seriös. Dadurch hören ihr viele Zuschauer lieber zu als den Moderatoren, die ihre Meldungen mit der Bedeutungsschwere der zehn Gebote verlesen. Sie selbst findet, dass sich Lässigkeit und Professionalität nicht ausschließen müssen. "Wenn ich mich versprochen habe", sagte sie einmal der Berliner Zeitung, "wiederhole ich den Satz abends beim Zähneputzen dreimal. Aber dann muss es auch gut sein."
... sportbegeistert: "Darf Miss Tagesthemen die Meister-Bayern so beleidigen?", fragte 2002 die BILD empört. Was war geschehen? In der BRIGITTE hatte Will zugegeben, dass sie nach dem letzten Bayern-Sieg am liebsten "abgekotzt" hätte. Ein kleiner Kommentar, der eine große Fußballbegeisterung offenbarte. Schon als Kind bolzte sie mit ihrem Bruder Martin gegen das heimische Garagentor, dass es "donnerte, bis die ganze Nachbarschaft wach war". Ihr Volontariat machte sie 1991 in der Sportredaktion des "Sender Freies Berlin" (SFB), weil "beim Sport die besten Handwerker sind". 1999 war sie die erste Frau, die die ARD-Sportschau moderierte. Das war nicht nur ein Job, das war die Erfüllung einer Leidenschaft. Trotz ihres "Tagesthemen"-Ruhmes ist sie ihrem Lieblingssport stets treu geblieben: Seit letztem Jahr ist die Rheinländerin offizielles Mitglied des 1. FC Köln.












