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Seit zehn Jahren haben verzweifelte Schwangere in Deutschland die Möglichkeit, ihre Kinder anonym in einer so genannten Babyklappe abzugeben oder sie in einer Klinik zur Welt zu bringen und zurückzulassen. Eingeführt wurde das Angebot, um zu vermeiden, dass Frauen in Not ihre Neugeborenen aussetzen oder gar töten. 500 Kinder sind seitdem auf diese Weise zu Findelkindern geworden.
Der Deutsche Ethikrat hat nun in einer Stellungnahme gefordert, diese Babyklappen und Angebote zur anonymen Geburt aufzugeben. Grund: Durch diese Einrichtungen würden die Rechte des Kindes verletzt, seine Herkunft zu kennen und eine Beziehung zu seinen Eltern zu führen. Außerdem fürchten die Mitglieder des Ethikrates, dass man mit den Angeboten gar nicht die Frauen erreichen würde, die wirklich Gefahr liefen, ihrem Kind etwas anzutun. Die Zahl der getöteten Kinder hat sich in Deutschland seit 1999 nicht verändert, sie liegt konstant bei 30 - 40 Fällen im Jahr.
Als Alternative fordert der Ethikrat, die Frauen noch besser zu beraten und aufzuklären. Bereits jetzt gebe es zahlreiche Hilfsstellen, etwa von der Kinder- und Jugendhilfe, die Frauen in Not unterstützen. Allerdings wüssten viele Frauen gar nicht, dass sie Anspruch auf diese Hilfe haben. Um die Hemmschwelle zu senken, schlug der Ethikrat außerdem eine "vertrauliche Kindesabgabe" vor, bei der die Mütter ihre Identität zwar preisgeben müssen, diese aber ein Jahr lang geschützt bleibt. In medizinischen Notfällen seien Ärzte natürlich nach wie vor verpflichtet, der Schwangeren zu helfen, auch wenn diese anonym bleiben will.
Das Familienministerium reagierte positiv auf den Vorschlag des Ethikrats und kündigte an, die Rechtsgrundlagen der anonymen Geburt zu prüfen. Kritik hingegen kam von Margot Käßmann, Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Bischöfin ist selbst Schirmherrin eines Babyklappen-Projekts in Hannover und befürchtet, "dass bei einem Wegfall dieser Angebote ein Kreis von Hilfebedürftigen nicht mehr erreicht wird". Auch sechs Mitglieder des Deutschen Ethikrats, darunter der katholische Bischof Anton Losinger und der CDU-Politiker Erwin Teufel, distanzierten sich von der Erklärung. Der Deutsche Ethikrat besteht aus 26 Mitgliedern und hat die Aufgabe, Politik und Gesellschaft in ethischen Fragen zu beraten. Seine Empfehlungen sind nicht bindend.













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am um
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Karla48
am 01.12.09 um 20:49
Babyklappen finde ich gut und wichtig.
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Fan.
am 30.11.09 um 15:26
Der Beitrag von dumpling ist sehr gut.
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Herr_Rhein
am 29.11.09 um 12:31
Eines kann ich - als Erzeuger und Bespaßungsonkel - Frau Moysich gut nachempfinden, nämlich wie es ist und nachhaltig wirkt übergangen zu werden. Hoffentlich folgt aus dieser frustrierenden Erfahrung auch der eine oder andere Sinneswandel.
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dumpling
am 27.11.09 um 23:25
Wenn durch die Babyklappen nur ein einziges Leben gerettet wird, hat es sich gelohnt. Das Leben ist das hoechste Rechtsgut und steht ueber dem Recht, seine Herkunft zu erfahren.
mehr (4)Hoffentlich bleiben sie erhalten.
Erstaunlich, dass sich seinerzeit niemand von euch aufregte, als eine Britin vor dem europäische Ethikrat dafür plädierte Organtransplantationen aus Drittweltländern zu befürworten, mit dem Hinweis auf die dadurch sich verbessernde Haushaltskasse, in den betroffenen Familien.
"...weil vergewaltigt wurden oder weil sie Angst vor ihrem Mann hatten."
Bedeutet was, in welchem Größenverhältnis und wie wird diese Angst begründet?
Immer möglichst vage halten, damit ja nicht zuviele unbequeme Sachverhalte das Tageslicht erblicken!
Abtreibungen nach Vergewaltigungen sind demnach auch nicht zulässig, erwägbar und durchführbar?
Soso!
Mit freundlichem Gruß