Barbara Unmüßig: "Der G8-Gipfel ist eine Farce"

Die Globalisierungskritikerin Barbara Unmüßig setzt sich seit 25 Jahren dafür ein, die Welt gerechter zu machen. Ein Porträt.

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Wer ist Barbara Unmüßig?

Barbara Unmüßig ist Vorstandsmitglied der Grünen-nahenHeinrich-Böll-Stiftung. Sie wird dabei sein, beim friedlichen Protest gegen den G8-Gipfel vom 6. bis 8. Juni in Heiligendamm. Beim Alternativgipfel in Rostock wird sie eine Podiumsdiskussion zum Thema Klimagerechtigkeit moderieren - und auf der Straße gegen den Gipfel demonstrieren.

Außerdem ist Barbara Unmüßig...

...direkt: Der G8-Gipfel ist in ihren Augen eine Farce: Viel Geld, viel Rhetorik und wenig konkrete Ergebnisse. Die Regierungschefs der acht führenden Industrienationen treffen sich hinter verschlossenen Türen, um über Weltwirtschaft, Klimawandel und die Zukunft Afrikas zu beraten. Sie sagt: Themen, die die Mehrheit der Menschen betreffen, dürfen nicht von einem Club der Exklusiven entschieden werden. Die Vereinten Nationen als Versammlung der Welt wären nach Barbara Unmüßigs Meinung das geeignete Gremium, um globale Probleme zu lösen. Sie ist sich sicher, dass es in ein paar Jahren keine G8-Gipfel mehr geben wird.

...mutig: Bundestagswahlen 1990. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Grünen- Abgeordneten Ludger Volmer und lebt mit ihrem 2-jährigen Sohn in Bonn. Ihr Freund studiert in Freiburg. Bei den Hochrechnungen wird klar: Sie wird ihren Job verlieren. Die Grünen verfehlen im Westen die 5-Prozent-Hürde, es bleiben nur 8 Sitze für das Wahlbündnis Bündnis 90/ Grüne übrig. Sie könnte sich eine sichere Stelle mit festem Gehalt suchen - schließlich muss sie sich selbst und ihren Sohn ernähren. Stattdessen wird sie Chefin der globalisierungskritischen Organisation Weed, die sie mit gegründet hat. Ihr Gehalt ist alles andere als sicher. Aber sie kann das tun, was ihr am Herzen liegt: sich einsetzen gegen eine ungerechte Weltwirtschaftsordnung und die Zerstörung der Umwelt.

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  • Text: Monika Herbst
    Foto: Heinrich-Böll-Stiftung
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