Barbara Unmüßig: "Der G8-Gipfel ist eine Farce"

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...idealistisch: Als Tochter einer Arbeiterin und eines Schriftsetzers findet sich Barbara Unmüßig in den 70er-Jahren auf dem Mädchen-Gymnasium inmitten von Zahnarzt-, Professoren- und Richtertöchtern wieder. Sie fängt an, sich Gedanken zu machen über soziale Unterschiede und über Gerechtigkeit. Aus nächster Nähe erlebt sie zudem, wie eine Protestbewegung das geplante Atomkraftwerk in Wyhl bei Freiburg verhindern kann. Studierende und Bauern protestieren gemeinsam - mit Erfolg. Seitdem sind Umweltschutz und Gerechtigkeit wichtige Themen in ihrem Leben. Barbara Unmüßig studiert Politikwissenschaften, arbeitet danach bei den Grünen im Bundestag und engagiert sich beim Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und dem Deutschen Institut für Menschenrechte.

...kritisch: "Unser Konsumstil ist nicht globalisierbar. Wir leben auf Kosten der Natur und der Dritten Welt", sagt Barbara Unmüßig. Würden alle Länder so leben wie die reichen Industrieländer, würden fünf Planeten gebraucht, um den entstehenden Müll und die Emissionen zu verdauen. "Gerechtigkeit ist für mich eine globale Frage. Wir stoßen CO2 aus und schreiben anderen Ländern vor, das nicht zu tun". Und auch in der Weltwirtschaft läuft ihrer Ansicht nach vieles falsch: Unsere Agrar-Subventionen bewirken zum Beispiel, dass Hühnerfleisch aus Deutschland in Ghana so billig verkauft wird, dass die dortigen Bauern nicht mehr damit konkurrieren können und ihre Existenz verlieren.

...realistisch: Für die Agrar-Subventionen kann Barbara Unmüßig natürlich nichts, aber an den Co2-Emissionen ist auch sie nicht unbeteiligt. Sie ist für die Auslandsbüros der Heinrich-Böll-Stiftung verantwortlich und fliegt ständig durch die Welt, nach Bali, Südafrika oder Kenia, um Organisationen zu fördern, die sich für ökologische Gerechtigkeit einsetzen. "Das Fliegen ist Teil meines Berufes. Meine Arbeit lebt von persönlichen Kontakten. Ich kann nicht mit dem Schiff nach Brasilien reisen." Als Kompensation zahlt sie für jeden Flug einen Beitrag an die Initiative atmosfair, die das Geld in Umweltprojekte investiert.

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  • Text: Monika Herbst
    Foto: Heinrich-Böll-Stiftung
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