Wie bitte? Geht’s noch? Der Mann, mit dem die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa ungeschützten Verkehr hatte, sollte mit auf der Anklagebank sitzen? Schließlich habe er kein Kondom benutzt, hätte also wissen müssen, dass er sich infizieren könnte. So steht es heute in den Zeitungskommentaren. Wenn ich diese Forderungen höre, werde ich wütend.
Das Argument der Menschen, die dies verlangen: Die Krankheit Aids gibt es seit 30 Jahren, wer ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, muss eben damit rechnen, sich mit dem HI-Virus anzustecken. Das tun heute leider wieder weniger Menschen: Viele denken, dass man das Virus heutzutage gut behandeln kann, sie schützen sich nicht. Dadurch steigt die Zahl der Infektionen auch in Europa wieder an. Bis hierhin kann ich folgen: Natürlich sollte man unbedingt ein Kondom verwenden, wenn man seinen Partner und dessen Gesundheitszustand nicht kennt. Und natürlich sollte das Thema Verhütung nicht allein der Frau überlassen werden. Wer keine Lust auf Kondome hat, handelt auf eigenes Risiko.
Der Fall liegt allerdings völlig anders, sobald einer der beiden eine ansteckende Krankheit hat und sich dessen bewusst ist. In diesem Fall hat er (oder sie) die Pflicht, sein Gegenüber entweder über seine Krankheit aufzuklären, auf die Verwendung eines Kondoms zu bestehen oder auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Tut er dies nicht, nimmt er in Kauf, dass der andere sich ansteckt.
Die Männer im Bett von Nadja Benaissa waren allesamt ahnungslos. Nadja Benaissa war es nicht. Sie wusste, dass sie das tödliche Virus in sich trägt und dass die Gefahr bestand, dass sie ihre Partner damit anstecken kann. Sie hatte den Männern gegenüber eine Aufklärungspflicht. Das sagt sie auch selbst, sie ist da ehrlich: "Ich hätte mit dem Thema verantwortungsvoller umgehen müssen."
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am um
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Tralala
am 26.09.10 um 20:32
...natürlich muß sich im Jahre 2010 jeder der Gefahr der Ansteckung des HI-Virus bewußt sein und auf ein Kondum bestehen. Immer. Punkt. - ABER: Wenn jemand sich seiner Infektion mit dem HI-Virus bewußt ist und es seinem Sexualpartner nicht mitteilt, gerade wenn dieser - (aus Dummheit?, gutem Glauben?, falsch verstandener Scham? ... was auch immer!) - kein Kondom benutzt, macht der Überträger sich der Körperverletzung evtl. sogar mit Todesfolge schuldig!
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bento
am 03.09.10 um 19:12
@Phoenix24:
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Herr_Rhein
am 24.08.10 um 17:26
Komisch, dass Männer, wenn diese das HIV-Virus übertragen hatten verurteilt wurden, während nun - ganz plötzlich - das arme sogenannte alleinerziehende Popsternchen die bisherige Rechtsprechung ins Wanken zu bringen droht.
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Phoenix24
am 24.08.10 um 14:54
dennoch hat er darauf verzichtet - klar ist es ein unding - aber wie oft heißt es von männern "nein, wir brauchen kein kondom" - sicher hätte sie was sagen müssen - aber es ist nunmal so, dass er sich ebenso hätte schützen müssen.
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bento
am 21.08.10 um 15:31
Unterstellt, es war ihr unangenehm, über ihre Infektion zu informieren.
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candy landers
am 20.08.10 um 22:06
Für mich haben beide Schuld,sie hätte sagen müssen,sie ist infiziert,er hätte verhüten müssen,beide unverantwortlich,und sie ist auch noch Mutter,und somit auch kein Vorbild.
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paola
am 19.08.10 um 19:45
In dubio pro reo -
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katja
am 19.08.10 um 16:33
hat er keinen biologie unterricht gehabt? wusste er nicht von der gefahr? wenn nicht, tut er mir leid, dass er die letzten 30 jahre die augen verschlossen hat. erst unsafe loslegen und wenn es schief geht, dem anderen die schuld in die schuhe schieben...das soll also das rechts system in deutschland sein?
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MatthiasGerschwitz
am 19.08.10 um 15:06
@ nele:
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nele
am 19.08.10 um 00:39
Was ist denn an dieser Einstellung "borniert"? Natürlich muss ich meine Sexualpartner(innen) so gut ich kann schützen, wenn ich weiß, dass ich sie mit einer lebensgefährlichen Krankheit anstecken kann!
mehr (18)Das Urteil ist eine Schande!
Die Risikoberechnung, ob man sich infiziert bei einem Kontakt mit einer Person, von der man keine Kenntnis über eine eventuelle Infektion hat, fällt aber anders, nämlich niedriger, aus, als wenn man das Risiko einschätzen soll für einen Kontakt mit einer Person mit bekannter Infektion. Insofern wiegt der Leichtsinn eines Ahnungslosen anders als der Leichtsinn eines Menschen, der bewusst den ungeschützten Kontakt mit einer infizierten Person eingeht.
Wobei sie ja nichts riskiert hat.
Im Falle eines Freispruchs: Werden dann die bereits verurteilten Männer wieder entlassen und erhalten diese dann Haftentschädigungen? Denn, immerhin - scheint hier der Gutmenschen-Konsens - es waren ja immer beide schuld, wenn der Geschlechtsverkehr denn einvernehmlich stattgefunden hatte?!
Selbst im Falle einer Verurteilung wird das Strafmaß aller Voraussicht nach sehr sehr milde ausfallen, wegen ihres Kultstatus als "Alleinerziehende"!
Ich find´s nur noch geil: Hat eine Frau in D erst ein Kind geboren, steht sie der heiligen Mutter gleich.
Und da meckere nochmal jemand über angebliche Kinderfeindlichkeit in diesem unserem Lande. Dem Kind wird alles Übel ferngehalten, selbst die leiblichen Väter, die Mutter aber bleibt immer erhalten.
Wieso hat sie dann nicht erst recht darauf bestanden, ein Kondom zu benutzen?
Das Gutachten, ob SIE ihn angesteckt hat, oder er sich woanders angesteckt hat, ist noch nicht publik. Insofern frage ich mich schon, woher Sie wissen wollen dass die Vowürfe, die er ihre macht, gerechtfertigt sind. Meines Wissens hat er am ersten Tag zugegeben des öfteren ohne Kondome Sex gehabt zu haben - also kann er auch schon VOR der Beziehung mit ihr infiziert gewesen sein.
Nur sie ist halt berühmt und hat seinen Erpressungsversuch (outen und 100.000€ an die Aids-Hilfe) ignoriert... sieht mir mehr nach Rachefeldzug aus.
Wir leben in einer angeblich aufgeklärten Gesellschaft. Da kann es nicht angehen, dass sich ein 34-jähriger, der nach eigener Aussage viel ungeschützten GV hat, als verführtes Kerlchen darstellen darf. »Borniert« ist an der Meinung von Frau Sch., dass sie mit einem solchen Satz die Prävention und die Aufklärung weit hinter den Anfang der 90er Jahre zurückwirft.
Ich unterstelle der Redakteurin, dass sie es gut gemeint hat ... aber »gut gemeint« ist eben das Gegenteil von »gut«. Gerade als Journalistin, die sich über ihre meinungsbildende Möglichkeit bewusst sein sollte, darf sie solche Einseitigkeit nicht an den Tag legen.
Ich unterstelle, dass sie - ginge es um Schwangerschaften - ganz anders argumentieren würde. Da soll der Mann die Verantwortung nicht auf die Frau abschieben. Aber bei der eigenen Gesundheit muss man sich selbst nicht anstrengen?
Juristisch ist der Fall eh klar (es gibt schon einige Präzedenzfälle) - es handelt sich zumindest um fahrlässige Körperverletzung.
Von einigen der Kommentatoren würde ich mir mehr ausgereifte Argumente wünschen, anstatt hier nur die Redakteurin zu beleidigen!
Was genau macht Sie denn an dieser Haltung "wütend"? Warum behaupten Sie, die Autorin habe "keine Ahnung"? Und ja, was soll an dieser Einstellung "borniert" sein?
Diese Fragen interessieren mich wirklich, denn nur auf der Basis von Beldigungen und ohne Argumente wird eine Diskussion sehr schnell sehr langweilig...