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Meike Schnitzler, 38 Jahre, hat einen Sohn, der seit fünf Monaten in die Krippe geht.
Jetzt kommt sie also doch, die "Herdprämie". Der CSU-Tritt vors Schienbein von Krippenbefürworterin Ursula von der Leyen. Für große Aufregung sorgten die Äußerungen des Berliner Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowsky, SPD, der die 150 Euro Betreuungsgeld etwas zu offenherzig mit folgenden Worten kommententierte: "In der deutschen Unterschicht wird es versoffen und in der migrantischen Unterschicht kommt die Oma aus der Heimat zum Erziehen, wenn überhaupt."
Das hat eine Debatte darüber losgetreten, ob man sozial schwache Familien per se so einfach verdächtigen darf, Geld, das in die Kinder investiert werden soll, für andere Zwecke zu verbraten, verrauchen, verhandytelefonieren oder verflachbildschirmisieren.
Diese Diskussion lenkt etwas davon ab, dass es einfach nicht sozial gerecht ist, allen Eltern 150 Euro zu überweisen, die auf die Krippe verzichten. Auch denen, die man wohl allgemein als Oberschicht bezeichnet. Also die, die ihren Nachwuchs im Sports Utility Vehicle zur Motopädagogischen Musikgymnastik auf Chinesisch karren, damit Mami mal eine Stunde frei hat, um sich für 150 Euro Strähnchen machen zu lassen.
Alle hart arbeitenden Eltern, die - wie ja durch die Elterngeldregelung propagiert - nach dem Jahr Elternzeit wieder in den Beruf eingestiegen sind und jetzt hunderte von Euro Eigenanteil zur Krippengebühr zuzahlen, fühlen sich ziemlich veräppelt.
Denn das Signal ist eindeutig: Wer sein Kind in der Krippe betreuen lässt, liegt dem Staat auf der Tasche. Denn selbst knapp 400 Euro Elternanteil, die man zum Beispiel in Hamburg zuzahlt, sind nur ein Bruchteil der eigentlichen Kosten des Krippenplatzes. Trotzdem müssen diese 400 Euro erstmal verdient werden: Bei vielen Frauen fressen sie gleich einen Großteil ihres Nettogehalts wieder auf.
Belohnt werden sollen dagegen die, die gar nicht erst Betreuungskosten verursachen. Und verkauft wird das noch unter dem Deckmantel des Kindswohls; denn angeblich sind ja die Kleinen sowieso viel besser daheim aufgehoben – auch wenn es oft einfach stinklangweilig und intellektuell wenig herausfordernd für ein Kleinkind ist, den ganzen Tag mit Mama allein zu verbringen.













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am um
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Dana
am 21.01.11 um 11:01
@Rebecca123: Ich finde es gar nicht seltsam. Es soll aus meiner Sicht auch ganz profan die weniger gut ausgebildeten Frauen aus dem Arbeitsmarkt heraushalten - wer braucht denn arbeitende Frauen, wenn die Arbeitsplätze schon für die Männer nicht reichen?
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Rebecca123
am 06.01.11 um 17:18
Ja, seltsam, diese 150 Euro. Als wenn es am Geld läge, ob man ein Kind in die Krippe gibt, oder nicht. Als wenn 150 Euro mehr etwas daran ändern würden, ob ich mich grundsätzlich dafür entscheide, mein Kind fremdbetreuen zu lassen, oder es selbst mache. Als wenn 1800 Euro/Jahr ein adäquater Ausgleich für die vielleicht schlechteren Einstellungschancen wären, die ich vielleicht bei der Jobsuche nach verlängerter Babypause in kauf nehmen muss, falls ich nicht das Glück habe, dass mein Arbeitsplatz nach 3 Jahren noch besteht ....
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Dana
am 03.12.10 um 16:09
@pirlipat: "Schon jetzt bekommen die falschen Leute Kinder, nämlich die, die am unteren Rand der Gesellschaft leben. Es muss aber in unser aller Interesse liegen, dass Akademikerinnen mehr Kinder bekommen."
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Dana
am 03.12.10 um 15:42
Ab 2013 hat jedes Kind über drei Jahre einen gesetzlich garantierter Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Das Angebot - speziell in den alten Bundesländern - ist bisher mehr als dürftig. Es würde den Staat bis dahin Milliarden kosten, diesem Rechtsanspruch gerecht zu werden, wenn es denn überhaupt logistisch noch auf den letzten Drücker zu bewältigen wäre. Vom notwendigen Personal erst gar nicht gesprochen. Da hat man sich eben gedacht, man setzt eine Prämie aus für diejenigen, die kurzsichtig genug sind, ihren Anspruch für diese Summe nicht einzuferdern. Aus Sicht der Regierung praktisch und kostengünstig, für die Kinder eine Katastrophe - denn primär wird es wohl die Kinder treffen, die den Kindergartenplatz aus welchen Gründen auch immer eigentlich nötig hätten. Wundert diese Regelung jetzt wirklich noch jemanden? Politik ist Selbstzweck und Eigennutz von Politikern.
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ariella60
am 29.12.09 um 18:41
Oh, ich habe es so satt, dass Frauen anderen Frauen das eigene Lebensmodell vorschreiben wollen. Woher weiß die Kommentatorin nur so genau, was richtig ist? Weil sie sich so entschieden hat? Ich bin zwar auch gegen das Betreuungsgeld, weil ich Bedenken habe, wofür es in den Familien, die Förderung am nötigsten haben, verwendet wird. Aber das so allgemein zu formulieren - dass Kitas die Eins-a-Lösung sind, dass Betreuung zu Hause gar nichts bringt - das ist doch totaler Quatsch. Kinder sind unterschiedlich, manche lieben Kitas, andere nicht. Frauen, lasst einander leben und frei wählen ohne Ideologie! Es gibt keinen Königsweg in der Kindererziehung. Und lasst diese ewige Sozialneiddebatte mit den Luxusmamis, die sich Strähnchen machen lassen. Mehr Solidarität, mehr Nachsicht, weniger Rumgezicke zwischen Frauen, bitte!!
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-BaYa-
am 19.12.09 um 17:02
Ich verstehe immer noch nicht so genau, warum nicht Mütter ein Jahr und Väter das zweite Jahr zu Hause bleiben. Ist doch nur fair? :-)
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birgit
am 22.11.09 um 17:40
offensichtlich soll in diesem bereich engespart werden und zwar wieder auf kosten der frauen, die ja dann wieder arbeitsplätze räumen und oft zu schlechteren bedingungen wieder anfangen, ist das eine miese strategie?
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Equitsuom
am 16.11.09 um 11:24
Es ist auch nicht so sehr die Frage, ob man als Kind darunter leidet oder nicht. Es gibt immer Kinder, die nicht so gerne in den Kindergarten gehen. Das ist nicht unbedingt vom Alter abhängig und es erschwert die Situation umso mehr, ich habe selbst ein solches Kind und weiß, wie weh das tut, ein herzzerreißend weinendes Kind zurücklassen zu müssen.. Es ist aber eine Frage, ob ich als Elternteil damit klar komme, dass sich mein Kind, vor allem, wenn es noch sehr klein ist, eben andere Vertrauenspersonen sucht, nämlich die, mit denen es die meiste Zeit des Tages verbringt. Für mich stellt das eine Notlösung dar, nicht mehr, nicht weniger.
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Vibs
am 15.11.09 um 15:56
Ich habe als Kleinkind (von 1-3 Jahren) in Dänemark eine Tagesmutter besucht und ich habe nie nach meiner Mutter gefragt oder geweint - im Gegenteil. Wenn mein Vater oder meiner Mutter gekommen sind um mich abzuholen, wollte ich immer gerne länger da bleiben. Auch die anderen Kinder waren alle sehr harmonisch und geborgen. Für mich persönlich war die Tagesmutterstelle ein durchaus gutes Erlebnis, die ich nie vergessen werde.
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Riecola
am 14.11.09 um 23:24
Als Erzieherin freut es mich zunächst grundsätzlich, wenn endlich erkannt wird, dass wir nicht nur Betreuungs- sondern auch Bildungsarbeit leisten.
mehr (31)Klar ist, dass sich die Politiker bewusst sind, dass es mit einer "Krippenplatzgarantie" nicht für alle gesorgt ist. Aber 150 Euro? Wofür? Als Bezahlung zu wenig, als Ausgleichszahlung ebenfalls, als Betrag für seltsame Kinderkurse "Frühenglisch", "Musik" für Kleinstkinder, Schwimbadeintritt? War dafür nicht das Kindergeld?
So äußert sich ein eingebildetes, arrogantes A********. (Entschuldigung.) Mutterliebe, Förderung und Zuwendung hat rein gar nichts mit dem Bvorhandenen Geldmitteln ildungsniveau zu tun und jeder, der Kinder möchte, sollte sie bekommen! Im Gegenteil macht eine verkopfte, überbehütende Gluckenmutter keine bessere Erziehung als eine zupackende, pragmatische und liebevolle Frau. Egal ob mich Hochschulabschluss oder ohne!
Davon abgesehen, würde ich es aber auch gerechter finden, wenn dieser Zuschuss allen Eltern zur Verfügung stehen würde, sowohl denen, die zu Hause betreuen, als auch denen, die arbeiten gehen und davon vielleicht den KiGa-Platz bezahlen können.
Trotzdem möchte ich nicht, dass allgemein der Eindruck entsteht, dass Mütter, die in den ersten 3 Jahren gerne zu Hause bleiben und sich der Kindererziehung widmen, ihren Kindern Bildungschancen nehmen.
Für Familien, die finanziell auf das Modell der Doppelverdiener angewiesen sind, mag es wichtig sein, dass sie auf ein Betreuungsangebot zurückgreifen können.
Aber ich erlebe täglich dass viele Kinder unter 3 unter der frühen und manchmal stundenlangen Trennung von der Mutter leiden.
Ein wichtiges Lernziel in dem Alter ist der Aufbau des Urvertrauens und der Bindungsfähigkeit.
Das kann in meinen Augen eine Mama, die voll hinter ihrer Elternzeit steht am allerbesten leisten.
Umso schöner, wenn Kinder dann ab 3 voll kindergartenreif die Zeit im Kindergarten mit all seinen Bildungsangeboten genießen können.