Betreuungsgeld statt Bildung: Verkehrte Welt
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Anscheinend haben die Herren Politiker bis heute nicht verstanden, dass Krippen und Kitas Orte sind, an denen die Kinder nicht nur verwahrt werden, sondern etwas lernen: Sozialverhalten, Lieder, Kunst, Spiele, gesunde Ernährung – und die deutsche Sprache. Wenn man ein Signal setzt, dass es sich lohnt, sein Kind von einem derartigen Bildungsangebot fernzuhalten, dann ist das - um es mit Ursula von der Leyens eigenen Worten zu sagen – "sicher nicht das Tor zur Integration".
Wenn es anscheinend möglich ist, soviel Geld locker zu machen, dann sollten diese Summen in den Ausbau der Krippenplätze gesteckt werden, die nach wie vor Mangelware sind. Damit in allen Bundesländern Eltern, die vielerorts bisher keinen Anspruch auf einen Platz hatten - weil zum Beispiel ein Elternteil arbeitslos oder wegen eines anderen Kinder in Elternzeit ist, oder ein alleinerziehendes Elternteil Probleme hat, einen Job zu finden - ihre Kinder möglichst kostenlos an diesem Bildungsangebot teilhaben lassen können. Denn aus interessierten, gebildeten, sozial integrierten Kindern werden interessierte, gebildete und sozial kompetente Erwachsene. Und die braucht unsere Gesellschaft dringend. Auch die sogenannte Oberschicht.
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Dana
am 21.01.11 um 11:01
@Rebecca123: Ich finde es gar nicht seltsam. Es soll aus meiner Sicht auch ganz profan die weniger gut ausgebildeten Frauen aus dem Arbeitsmarkt heraushalten - wer braucht denn arbeitende Frauen, wenn die Arbeitsplätze schon für die Männer nicht reichen?
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Rebecca123
am 06.01.11 um 17:18
Ja, seltsam, diese 150 Euro. Als wenn es am Geld läge, ob man ein Kind in die Krippe gibt, oder nicht. Als wenn 150 Euro mehr etwas daran ändern würden, ob ich mich grundsätzlich dafür entscheide, mein Kind fremdbetreuen zu lassen, oder es selbst mache. Als wenn 1800 Euro/Jahr ein adäquater Ausgleich für die vielleicht schlechteren Einstellungschancen wären, die ich vielleicht bei der Jobsuche nach verlängerter Babypause in kauf nehmen muss, falls ich nicht das Glück habe, dass mein Arbeitsplatz nach 3 Jahren noch besteht ....
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Dana
am 03.12.10 um 16:09
@pirlipat: "Schon jetzt bekommen die falschen Leute Kinder, nämlich die, die am unteren Rand der Gesellschaft leben. Es muss aber in unser aller Interesse liegen, dass Akademikerinnen mehr Kinder bekommen."
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Dana
am 03.12.10 um 15:42
Ab 2013 hat jedes Kind über drei Jahre einen gesetzlich garantierter Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Das Angebot - speziell in den alten Bundesländern - ist bisher mehr als dürftig. Es würde den Staat bis dahin Milliarden kosten, diesem Rechtsanspruch gerecht zu werden, wenn es denn überhaupt logistisch noch auf den letzten Drücker zu bewältigen wäre. Vom notwendigen Personal erst gar nicht gesprochen. Da hat man sich eben gedacht, man setzt eine Prämie aus für diejenigen, die kurzsichtig genug sind, ihren Anspruch für diese Summe nicht einzuferdern. Aus Sicht der Regierung praktisch und kostengünstig, für die Kinder eine Katastrophe - denn primär wird es wohl die Kinder treffen, die den Kindergartenplatz aus welchen Gründen auch immer eigentlich nötig hätten. Wundert diese Regelung jetzt wirklich noch jemanden? Politik ist Selbstzweck und Eigennutz von Politikern.
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ariella60
am 29.12.09 um 18:41
Oh, ich habe es so satt, dass Frauen anderen Frauen das eigene Lebensmodell vorschreiben wollen. Woher weiß die Kommentatorin nur so genau, was richtig ist? Weil sie sich so entschieden hat? Ich bin zwar auch gegen das Betreuungsgeld, weil ich Bedenken habe, wofür es in den Familien, die Förderung am nötigsten haben, verwendet wird. Aber das so allgemein zu formulieren - dass Kitas die Eins-a-Lösung sind, dass Betreuung zu Hause gar nichts bringt - das ist doch totaler Quatsch. Kinder sind unterschiedlich, manche lieben Kitas, andere nicht. Frauen, lasst einander leben und frei wählen ohne Ideologie! Es gibt keinen Königsweg in der Kindererziehung. Und lasst diese ewige Sozialneiddebatte mit den Luxusmamis, die sich Strähnchen machen lassen. Mehr Solidarität, mehr Nachsicht, weniger Rumgezicke zwischen Frauen, bitte!!
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-BaYa-
am 19.12.09 um 17:02
Ich verstehe immer noch nicht so genau, warum nicht Mütter ein Jahr und Väter das zweite Jahr zu Hause bleiben. Ist doch nur fair? :-)
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birgit
am 22.11.09 um 17:40
offensichtlich soll in diesem bereich engespart werden und zwar wieder auf kosten der frauen, die ja dann wieder arbeitsplätze räumen und oft zu schlechteren bedingungen wieder anfangen, ist das eine miese strategie?
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Equitsuom
am 16.11.09 um 11:24
Es ist auch nicht so sehr die Frage, ob man als Kind darunter leidet oder nicht. Es gibt immer Kinder, die nicht so gerne in den Kindergarten gehen. Das ist nicht unbedingt vom Alter abhängig und es erschwert die Situation umso mehr, ich habe selbst ein solches Kind und weiß, wie weh das tut, ein herzzerreißend weinendes Kind zurücklassen zu müssen.. Es ist aber eine Frage, ob ich als Elternteil damit klar komme, dass sich mein Kind, vor allem, wenn es noch sehr klein ist, eben andere Vertrauenspersonen sucht, nämlich die, mit denen es die meiste Zeit des Tages verbringt. Für mich stellt das eine Notlösung dar, nicht mehr, nicht weniger.
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Vibs
am 15.11.09 um 15:56
Ich habe als Kleinkind (von 1-3 Jahren) in Dänemark eine Tagesmutter besucht und ich habe nie nach meiner Mutter gefragt oder geweint - im Gegenteil. Wenn mein Vater oder meiner Mutter gekommen sind um mich abzuholen, wollte ich immer gerne länger da bleiben. Auch die anderen Kinder waren alle sehr harmonisch und geborgen. Für mich persönlich war die Tagesmutterstelle ein durchaus gutes Erlebnis, die ich nie vergessen werde.
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Riecola
am 14.11.09 um 23:24
Als Erzieherin freut es mich zunächst grundsätzlich, wenn endlich erkannt wird, dass wir nicht nur Betreuungs- sondern auch Bildungsarbeit leisten.
mehr (31)Klar ist, dass sich die Politiker bewusst sind, dass es mit einer "Krippenplatzgarantie" nicht für alle gesorgt ist. Aber 150 Euro? Wofür? Als Bezahlung zu wenig, als Ausgleichszahlung ebenfalls, als Betrag für seltsame Kinderkurse "Frühenglisch", "Musik" für Kleinstkinder, Schwimbadeintritt? War dafür nicht das Kindergeld?
So äußert sich ein eingebildetes, arrogantes A********. (Entschuldigung.) Mutterliebe, Förderung und Zuwendung hat rein gar nichts mit dem Bvorhandenen Geldmitteln ildungsniveau zu tun und jeder, der Kinder möchte, sollte sie bekommen! Im Gegenteil macht eine verkopfte, überbehütende Gluckenmutter keine bessere Erziehung als eine zupackende, pragmatische und liebevolle Frau. Egal ob mich Hochschulabschluss oder ohne!
Davon abgesehen, würde ich es aber auch gerechter finden, wenn dieser Zuschuss allen Eltern zur Verfügung stehen würde, sowohl denen, die zu Hause betreuen, als auch denen, die arbeiten gehen und davon vielleicht den KiGa-Platz bezahlen können.
Trotzdem möchte ich nicht, dass allgemein der Eindruck entsteht, dass Mütter, die in den ersten 3 Jahren gerne zu Hause bleiben und sich der Kindererziehung widmen, ihren Kindern Bildungschancen nehmen.
Für Familien, die finanziell auf das Modell der Doppelverdiener angewiesen sind, mag es wichtig sein, dass sie auf ein Betreuungsangebot zurückgreifen können.
Aber ich erlebe täglich dass viele Kinder unter 3 unter der frühen und manchmal stundenlangen Trennung von der Mutter leiden.
Ein wichtiges Lernziel in dem Alter ist der Aufbau des Urvertrauens und der Bindungsfähigkeit.
Das kann in meinen Augen eine Mama, die voll hinter ihrer Elternzeit steht am allerbesten leisten.
Umso schöner, wenn Kinder dann ab 3 voll kindergartenreif die Zeit im Kindergarten mit all seinen Bildungsangeboten genießen können.