Betreuungsgeld statt Bildung: Verkehrte Welt

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Anscheinend haben die Herren Politiker bis heute nicht verstanden, dass Krippen und Kitas Orte sind, an denen die Kinder nicht nur verwahrt werden, sondern etwas lernen: Sozialverhalten, Lieder, Kunst, Spiele, gesunde Ernährung – und die deutsche Sprache. Wenn man ein Signal setzt, dass es sich lohnt, sein Kind von einem derartigen Bildungsangebot fernzuhalten, dann ist das - um es mit Ursula von der Leyens eigenen Worten zu sagen – "sicher nicht das Tor zur Integration".

Wenn es anscheinend möglich ist, soviel Geld locker zu machen, dann sollten diese Summen in den Ausbau der Krippenplätze gesteckt werden, die nach wie vor Mangelware sind. Damit in allen Bundesländern Eltern, die vielerorts bisher keinen Anspruch auf einen Platz hatten - weil zum Beispiel ein Elternteil arbeitslos oder wegen eines anderen Kinder in Elternzeit ist, oder ein alleinerziehendes Elternteil Probleme hat, einen Job zu finden - ihre Kinder möglichst kostenlos an diesem Bildungsangebot teilhaben lassen können. Denn aus interessierten, gebildeten, sozial integrierten Kindern werden interessierte, gebildete und sozial kompetente Erwachsene. Und die braucht unsere Gesellschaft dringend. Auch die sogenannte Oberschicht.

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Video: Betreuungsgeld - was die Regierung plant

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  • Artikel vom 30.10.2009
  • Text: Meike Schnitzler
    Foto: Getty Images
Letzte Kommentare
  • Dana
    am 21.01.11 um 11:01
    @Rebecca123: Ich finde es gar nicht seltsam. Es soll aus meiner Sicht auch ganz profan die weniger gut ausgebildeten Frauen aus dem Arbeitsmarkt heraushalten - wer braucht denn arbeitende Frauen, wenn die Arbeitsplätze schon für die Männer nicht reichen?
  • Rebecca123
    am 06.01.11 um 17:18
    Ja, seltsam, diese 150 Euro. Als wenn es am Geld läge, ob man ein Kind in die Krippe gibt, oder nicht. Als wenn 150 Euro mehr etwas daran ändern würden, ob ich mich grundsätzlich dafür entscheide, mein Kind fremdbetreuen zu lassen, oder es selbst mache. Als wenn 1800 Euro/Jahr ein adäquater Ausgleich für die vielleicht schlechteren Einstellungschancen wären, die ich vielleicht bei der Jobsuche nach verlängerter Babypause in kauf nehmen muss, falls ich nicht das Glück habe, dass mein Arbeitsplatz nach 3 Jahren noch besteht ....
    Klar ist, dass sich die Politiker bewusst sind, dass es mit einer "Krippenplatzgarantie" nicht für alle gesorgt ist. Aber 150 Euro? Wofür? Als Bezahlung zu wenig, als Ausgleichszahlung ebenfalls, als Betrag für seltsame Kinderkurse "Frühenglisch", "Musik" für Kleinstkinder, Schwimbadeintritt? War dafür nicht das Kindergeld?
  • Dana
    am 03.12.10 um 16:09
    @pirlipat: "Schon jetzt bekommen die falschen Leute Kinder, nämlich die, die am unteren Rand der Gesellschaft leben. Es muss aber in unser aller Interesse liegen, dass Akademikerinnen mehr Kinder bekommen."

    So äußert sich ein eingebildetes, arrogantes A********. (Entschuldigung.) Mutterliebe, Förderung und Zuwendung hat rein gar nichts mit dem Bvorhandenen Geldmitteln ildungsniveau zu tun und jeder, der Kinder möchte, sollte sie bekommen! Im Gegenteil macht eine verkopfte, überbehütende Gluckenmutter keine bessere Erziehung als eine zupackende, pragmatische und liebevolle Frau. Egal ob mich Hochschulabschluss oder ohne!

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