Kinderbetreuung

Das Betreuungsgeld kommt: Die große Verschwendung

Wer mit seinem Kleinkind zu Hause bleibt, soll künftig Betreuungsgeld bekommen. Das haben CDU und FDP nun beschlossen. Ein Fehler, meint BRIGITTE-Redakteurin Meike Schnitzler. Das Geld wird im Ausbau der Kinderbetreuung viel dringender gebraucht.

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Meike Schnitzler hat zwei Söhne, 1 und 3 Jahre alt, die beide in die Krippe gehen

Meike Schnitzler hat zwei Söhne, 1 und 3 Jahre alt, die beide in die Krippe gehen

Jetzt soll es also wirklich kommen, das Betreuungsgeld. Auch bekannt unter dem Namen "Herdprämie" oder "Fernhalteprämie". Ab 2013 sollen Eltern, die ihr Kind ab dem zweiten Lebensjahr zu Hause betreuen, monatlich 100 Euro erhalten. 2014 wird die Summe auf 150 Euro aufgestockt und auf Kinder im Alter von zwei und drei Jahren ausgeweitet.

Mehr als eine Ansage ist es allerdings nicht, was der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und FDP da verkündet hat - noch ist vollkommen unklar, ob das Gesetz sogar gekippt werden kann, wer überhaupt die Auszahlung regeln soll, Bund oder Länder. Und vor allem, wer das Geld eigentlich bekommen soll: Auch der Hartz IV-Empfänger, von dem gerne behauptet wird, er stecke das Geld nur in Zigaretten oder den neuen Flachbildschirm. Oder doch nur die engagierte Mutter die aus Überzeugung ihren Job aufgegeben hat.

Der alte Aufreger Betreuungsgeld ist also wieder voll im Rennen, aber noch lange nicht in die Zielgerade eingebogen.

Das eigentliche Ärgernis: Wieder einmal werden Mütter in die alte Debatte gezwungen, was das Beste fürs Kind ist. Wieder einmal verschwenden Frauen ihre Kraft an der falschen Stelle, um sich gegenseitig zu zerfleischen.

Auf der einen Seite die arbeitenden Mütter, die nach dem Elterngeldjahr schnell wieder in den Beruf zurückgekehrt sind, sei es, um den Anschluss nicht zu verpassen, aus Freude an ihrer Tätigkeit oder schlicht aus finanziellen Gründen. Und die durchaus recht viel Geld für die Krippenbetreuung ihrer Kinder bezahlen, trotz staatlicher Subvention.

Auf der anderen Seite die Frauen, die lieber ihr Kind zu Hause betreuen, oder die auf andere Modelle zurückgreifen können, sei es Oma, Opa oder Au-Pair.

Natürlich ist es eine große Leistung, den ganzen Tag mit Kindern zu verbringen - ich kenne viele arbeitende Mütter, die sich ehrlich freuen, im Büro endlich einmal selbstbestimmt Nahrung aufzunehmen oder ganz unkompliziert die Toilette aufsuchen zu können. Allerdings: Danach müssen sie umso schneller zur Kita hetzen, um mit den Kindern noch ein volles Nachmittagsprogramm auf die Beine zu stellen.

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  • Text: Meike Schnitzler
Letzte Kommentare
  • Angelika
    am 29.04.12 um 19:50
    @ Silah,
    alle Eltern, die keinen Krippen-/Kitaplatz gekommen, sollten sich zusammentun und auf dem Hintergrund der doch so vollmundig von Frau von der Leyen versprochenen " Kita-Garantie" klagen. Es ist wirklich eine Unverschämtheit, jetzt noch solche Verschleierungsbeleidigungen wie "Herdprämie" unters Volk zu bringen und es entsprechend aufzuhetzen gegen Mütter.
    Die Millionen werden übrigens nicht ein andere Länder gebracht, um den Ländern zu helfen, sondern sind Bürgschaften für Banken und Versicherungen, damit die in Ruhe weiter ihre Hütchenspielerei betreiben können.
  • Silah
    am 24.04.12 um 07:07
    Finde ich vollkommen richtig. Es gibt ja nicht nur die , die ihre Kinder nicht in eine Kita geben WOLLEN sondern es gibt ja auch die , die keinen Kita platz bekommen !! Und für die wäre das eine Gute Hilfe !!

    Oder sie Stecken die Millionen in Kitas, damit wirklich jedes Kind auch unter 3 in eine Kita kann !!

    ICH habe meine Tochter in eine Kita angemeldet als sie 1 Woche war .. und ??? Ich stehe auf der Warteliste wenn es so bleibt wie jetzt hat sie einen Platz wenn sie 5 1/2 ist !! Dann braucht sie auch nicht mehr in die Kita gehen !!

    Und bis da hin ?? Kann ich nicht arbeiten gehen supeeeeeeeeeer Deutschland !!
    Und dann heißt es von der Politik Mütter sollen Arbeiten gehen !
    ICH WILL UND KANN NICHT !!!

    Und das mit der Renten erhöhung bringt ja nichts für die , die jetzt Schwanger sind oder
    noch keine Volljährigen Kinder haben die eh nicht mehr in eine Kita gehen !!

    Ist ja alles egal sind ja nur unsere Kinder !!
    Lieber die Millionen in andere Länder s

  • Angelika
    am 26.11.11 um 11:18
    @Napram
    Stattdessen wird folgendes gemacht: Sie haben vor, Haupt- und Realschule zusammenzulegen, geben vor, damit die Hauptschule zu stärken, sagen aber gleichzeitig, dass in Zukunft das Bildungswesen zu teuer werden wird und sie das deshalb tun. Im Klartext: Sie betreiben weiterhin eine strikte Auslese und werden schon dafür sorgen, dass das Niveau der Realschule auf das der Hauptschule sinkt, denn sonst hätten sie ja auch die Gymnasien dazugenommen. Und für die über Zwölfjährigen tun sie gar nichts. Die sind dann gerade in der kritischen Zeit, wenn die Pubertät einsetzt, sich selbst überlassen. Was nützt dann die beste Krippenbetreuung, wenn ansonsten keine Chancengleichheit angestrebt wird und ein Modell in einem Guss?
    An dieser Stelle betone ich, dass ich nichts gegen die Krippe ab 1 Jahr habe. Wenn ich aber höre, dass das nur für 35% mögl. sein wird, so frage ich mich zum wiederholten Male, WAS hier eigentl. diskutiert wird.
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