Bestseller "Bitterfotze": Die Wut der frustrierten Mütter

Die schwedische Autorin Maria Sveland hat mit "Bitterfotze" einen kontroversen Bestseller-Roman über Emanzipation geschrieben. BRIGITTE.de hat die zweifache Mutter gefragt, was sie so wütend macht.

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Maria Sveland, "Bitterfotze", 272 S., 8,95 Euro, KiWi

Sara, die Heldin in Maria Svelands Roman "Bitterfotze", ist eine erfolgreiche Journalistin, Mutter eines zweijährigen Sohnes - und sie ist enttäuscht. Vom Kinderkriegen, das die Frauen zu Hause anbindet, während die Männer ihr Leben weiterführen. Von ihrem Ehemann, der eigentlch zu den Guten gehört und sie trotzdem gleich nach der Geburt ein paar Wochen allein lässt. Und vom Zustand der schwedischen Gesellschaft, die zwar Gleichberechtigung predigt, aber immer noch von den Bedürfnissen der Männer dominiert wird. Für BRIGITTE.de sprach Susanne Klingner mit Maria Sveland. Klingner, 30, ist eine der Co-Autorinnen des Buches "Wir Alphamädchen - Warum Feminismus das Leben schöner macht", das letztes Jahr erschien und mit dazu beitrug, in Deutschland eine neue Feminismus-Debatte anzustoßen.

Maria Sveland, 34, wünscht sich eine Revolution

Maria Sveland

BRIGITTE.de: Sie erzählen in "Bitterfotze" von einer frustrierten jungen Mutter. Sie sind selbst Mitte 30 und zweifache Mutter. Wie autobiografisch ist Ihr Buch?

Maria Sveland: 37,2 Prozent. (lacht)

BRIGITTE.de: Ah ja.

Maria Sveland: Es ist einfach ein Roman. Überall steckt ein bisschen was von mir drin, aber es ist Saras Geschichte, nicht meine.

BRIGITTE.de: Ich frage nur, weil sich das Buch überaus realistisch liest, stellenweise auch sehr hart.

Maria Sveland: Als ich anfing zu schreiben, habe ich mir geschworen, so ehrlich und wahrheitsgetreu zu sein wie es nur geht. Daher dieser wütende Ton. Denn ich bin wirklich über viele Dinge in der Welt echt sauer und frustriert.

BRIGITTE.de: Sie schreiben an einer Stelle: "In diesem verfluchten Patriarchat ist es schwer genug, Mutter zu werden. Wenn Du dann noch die Welt mit feministischen Augen siehst, ist es fast nicht auszuhalten." Das sind Begriffe, die heute von vielen Frauen, zumal Müttern, gar nicht in Betracht gezogen werden. Sie sind Feministin, oder?

Maria Sveland: Ja, klar! Manchmal ist es zwar wirklich schwer, das alles zu ertragen. Aber ich kann mir eben auch nicht vorstellen, nicht ununterbrochen gegen die ganzen Ungerechtigkeiten zu kämpfen, die privaten und die in der Politik.

BRIGITTE.de: Die frustrierte, wütende Feministin - ein sehr beliebtes Klischee...

Maria Sveland: Natürlich sind wir wütend! Wir haben auch allen Grund dazu. Schauen Sie sich die Welt doch mal an. Es wäre dumm und ignorant, nicht wütend zu sein.

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  • Interview: Susanne Klingner
Letzte Kommentare
  • Megaschwanz
    am 13.08.11 um 15:20
    Ich bin gelangweilt von der kriegerischen Polemik bei diesem Thema. Gut, sie ist sauer. Aber hat es jemals schon richtig viel bewirkt, mit sexuell aufgeladenen Kraftausdrücken und Streit etwas verändern zu wollen? Ehrlichgesagt hätte ich als Mann keine Lust, einer zänkischen frustrierten Bitterfotze lang zuzuhören. Genauso wie ich keinem Mann zuhören will, der feist und kraftstrotzend auf seiner Rolle als fetter Verdienerschwanz beharrt. Emanzipation heißt seit jeher NICHT, die andere Partei plattzumachen, und sei es "nur" kommunikativ und emotional. Ich will konstruktive Lösungen im Gespräch (nicht Streit) mit Menschen finden, die mir auch Lust darauf machen, mit ihnen gleichberechtigt zusammenzuleben.
  • Arne
    am 17.02.10 um 21:06
    "Bitterfotze" ... also, mal im Ernst: Wer seiner Publikation einen derart abstoßenden Titel gibt, nur um zu provozieren, demonstriert damit nur die alltägl. Tyrannei des Kindischen. Man nennt es auch Unreife. In diesem Fall die Unreife einer Trotz-Tochter, die natürlich den ewigen "Feind" ausgemacht haben will: der schläft im selben Bett. Es ist unmöglich, eine "moderne Frau" zufrieden zu stellen! Es sei denn, Mann haut mit der Faust auf den Tisch und sagt: "Jetzt ist aber SCHLUSS mit dem Blödsinn!" Der Feminismus hat den jungen Frauen eingeredet, sie müßten jeden Handschlag mit dem Partner "aushandeln". Aber der sich angebl. so "konstruktiv" gebärdende Streit ist Gift für jede Liebe und jede Beziehung. Sperre zwei Skorpione in eine Flasche und sie werden sich - schwer angeschlagen - gegenseitig umbringen! Einer MUSS die Hosen anhaben, sonst werden Frauen so wie diese zu bedauernde "Autorin" und ihre "Interviewerin".
  • nic22
    am 16.03.09 um 10:19
    ich lese dieses Buch gerade. es ist das beste, was je geschrieben wurde über diese thematik. es bläst allen ildikos von kürti (oder wie immer sie geschrieben wird) volle kanne in die fresse! endlich mal kein: 'wie kann ich auf high heels im sandkasten den männern noch attraktiv auffallen'. endlich schreibt eine über die emanzipation und die umsetzung nach dem kinder. geschlechtergerechtigkeit ist in der theorie super. die umsetzung, die ist allerdings schwerer als erwünscht.
    beim lesen erklärt sich auch der wirklich nicht einfache titel. aber eine fotze ist auch einfach eine art tasche, die der jäger mit sich trägt. wofür auch immer.
    In diesem Sinne: Hinter einerm erfolgreichen Mann steht eine Frau; hinter einer erfolgreichen Frau liegt eine Scheidung!
    ich bin der autorin sehr dankbar für die zusammenfassung all der bitterkeit die kommt, wenn ein kind da ist. ich bin fast geschieden und spüre die aufkommende leichtigkeit und das lachen wieder.
 
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