BRIGITTE-Studie im Krisenjahr: Wer nach oben will, muss springen
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Menschen mit einem statischen Selbstbild, so die These der Psychologin Carol Dweck von der Stanford University, betrachten ihre Stärken als mehr oder weniger unveränderbar und sind stets damit beschäftigt, immer wieder die gleichen Talente von Neuem unter Beweis zu stellen. Wer hingegen daran glaubt, sich und seine Eigenschaften immer weiterentwickeln zu können, lässt sich viel schneller und viel angstfreier auf Neues ein.
Mit einem dynamischen Selbstbild machen Herausforderungen Spaß, und Misserfolge sind keine Katastrophe, sondern eine wichtige Information, dass wir noch was verbessern können. Mit einem dynamischen Selbstbild können wir aufhören, ständig an unseren Fähigkeiten zu zweifeln - wie es immerhin noch 44 Prozent der befragten Frauen aus der BRIGITTE-Studie tun.
Männern fällt das offenbar nach wie vor viel leichter. Der Vorstand eines großen Unternehmens etwa berichtet, dass er die Frauen oft mühsam überreden müsse, eine neue Aufgabe zu übernehmen, während die Männer selbstbewusst tönten: "Ich leite jetzt seit zwei Jahren dieses Projekt. Das läuft zwar nicht besonders gut, aber das hat nichts mit mir zu tun. Ich fühle mich reif für den nächsten Schritt."
Natürlich käme solch ein Auftritt den wenigsten Frauen in den Sinn.
Trotzdem lohnt es sich auch für junge Frauen, sich die Strategien der Männer genauer anzusehen - und sich das eine oder andere abzuschauen.
Die Art und Weise etwa, mit der sich männliche Kollegen ihre Etappenziele setzen (mit 30, 35, 40 will ich Teamchef, Abteilungsleiter, Geschäftsführer sein). Natürlich halten sich das Leben und unsere Chefs nicht immer an solche Pläne, in Zeiten wie diesen erst recht nicht. Andererseits: Nur wer einen Kurs hat, kann ihn auch ändern. Der Vergleich mit den Männern ist allerdings noch aus einem anderen Grund wichtig: Er macht wütend - zum Beispiel wenn es ums Gehalt geht, das zeigt auch unsere Studie. Die Frauen sind unzufrieden mit ihrem Einkommen, gerade weil sie angefangen haben, sich zu vergleichen. Sie wollen einen fairen Lohn für ihre Arbeit. Ihre Wut ist gut, weil sie anstachelt.
Privat allerdings deutet dies auf ein gravierendes Dilemma hin, nicht nur für jene Frauen, die sich ausgerechnet in ihren - besser bezahlten - Kollegen verlieben. Denn nur 16 Prozent der jungen Frauen wollen mehr verdienen als ihr Partner. Auf Augenhöhe im Büro, aber zu Hause lieber nach oben schauen? Bei allem Verständnis: Das wird nicht gutgehen. Der Traumprinz, der bitte schön ein bisschen schlauer ist und ein bisschen mehr verdient, wird sich verabschieden und einem moderneren Modell Platz machen müssen.














