Serie BRIGITTE-Studie im Jahr der Krise

BRIGITTE-Studie im Krisenjahr: Wer nach oben will, muss springen

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Zugegeben, in diesem Spiel mitzuspielen kann ganz schön anstrengend werden für die Frauen. Aber sie werden gebraucht, dringend. Von uns allen, dabei schließe ich die Männer ausdrücklich mit ein. "Die Wettbewerbsfähigkeit einer Nation hängt maßgeblich davon ab, wie sie talentierte Frauen fördert", sagt die Ökonomin Laura D. Tyson von der Berkeley-Universität. Gut, könnte man einwenden, das ist leicht dahingesagt. Doch in den letzten Jahren sind immer mehr handfeste Zahlen auf den Tisch gekommen, die belegen: Wir dürfen die Männer in den Chefetagen nicht allein lassen - gemischte Teams an der Spitze sind nachweislich erfolgreicher als homogene. Firmen mit mehr als drei Frauen in entscheidenden Positionen wachsen schneller und machen mehr Gewinn, wie die Unternehmensberatung McKinsey zusammen mit der Lobby- Organisation Catalyst herausfand, als sie hunderte börsennotierte Unternehmen in Europa unter die Lupe nahm.

Gründe gibt's viele: Frauen sind vorsichtiger als Männer, sie gehen anders mit Risiken um; sie diskutieren und entscheiden mehr im Team; sie legen großen Wert darauf, Zusammenhänge auch wirklich zu verstehen, und stellen deshalb häufiger unbequeme Fragen.

Ob durch stärkere Frauenpower in wichtigen Kontrollgremien tatsächlich die große Wirtschaftskrise hätte vermieden oder abgemildert werden können, wie manche Experten vermuten? Wer weiß das schon. Klar ist allerdings: Damit die Frauen die Arbeitswelt von heute revolutionieren können, muss sich die Arbeitswelt umgekehrt stärker auf diese Frauen einstellen. Das bedeutet: Sie brauchen mehr greifbare Vorbilder, mehr Einblicke, mehr Unterstützung, wenn es etwa darum geht, Kind und Job zu vereinbaren.

Es kommt jetzt drauf an, die Rollen neu zu besetzen. Da sind alle gefragt. Und die jungen Frauen haben noch einiges vor sich. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln, sich auf schwarze Pisten wagen, sich gleichzeitig von Rollenklischees verabschieden und neue Wege suchen, um ihre privaten und beruflichen Träume zu verwirklichen.

Sie werden Unterstützung dabei brauchen und ein paar klassische Frauenfallen umschiffen müssen. Aber sie werden das hinkriegen. Wenn nicht sie, wer dann?

Fakten, die uns ärgern:

  • Frauen erhalten in Deutschland 23 % weniger Lohn als Männer.
  • In den 200 größten deutschen Unternehmen sind zur Zeit 2,5 % der Spitzenpositionen von Frauen besetzt.
  • In den zehn umsatzstärksten Unternehmen gibt es nur eine Frau unter insgesamt knapp 70 Vorständen.
  • Nur jede 25. Frau arbeitet in der obersten Führungsebene.
  • In den Aufsichtsräten der deutschen Aktiengesellschaften sind 9 % Frauen, in Norwegen über 40 %.

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  • Artikel vom 18.09.2009
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