Afghanistan: Mein Mann, der Soldat
- In diesem Artikel:
Anna und Thomas Peklo haben sich mit 16 in einem Jugendclub kennen gelernt. Sie sind in derselben Gegend aufgewachsen, am Rande der Schwäbischen Alb. Seit 20 Jahren sind sie ein Paar, vor 15 Jahren haben sie geheiratet. Da waren beide 25 und Thomas Peklo noch Zeitsoldat. Fünf Jahre später, 1998, machte er das Soldatsein zu seinem Beruf. Kurz danach stimmte der Deutsche Bundestag dem Einsatz der Bundeswehr in Jugoslawien zu.
Manche Soldaten zieht das Geld ins Ausland, 92 Euro extra gibt es pro Tag. Das macht rund 11000 Euro für einen Einsatz, zusätzlich zum normalen Sold. Um Geld aber geht es Peklo nicht. Die Peklos leben gut, sie haben geerbt, davon ein Haus gebaut. Thomas hält den Einsatz für seine Pflicht. Ein Drückeberger, das will er nicht sein. Afghanistan abzulehnen kam für ihn nie in Frage. Seine Frau hingegen hält nichts von den Auslandseinsätzen der Bundeswehr: "In anderen Ländern haben wir nichts verloren." Warum hat sie nicht rebelliert? Warum hat sie ihn nicht gedrängt zu kündigen, als er sagte: "Ich muss nach Afghanistan?" - "Weil ich weiß, dass er in seinem Beruf glücklich ist. Und weil ich weiß, dass er sich nicht hätte abbringen lassen." Vielleicht aber auch, weil sie bis zuletzt nicht glaubte, dass er wirklich gehen muss. Zweimal hatte ihr Mann den Befehl für den Kosovo bekommen, immer wieder wurde sein Einsatz verschoben, irgendwann ganz abgesagt.
Und jetzt: noch drei Tage, dann kommt er wieder. Der Anfang, sagt Anna Peklo, war am schwersten. Damit meint sie nicht nur die erste Zeit allein, sondern auch die Zeit, als Thomas noch zu Hause war, kurz bevor es losging. "Kuschelwoche" nennt die Bundeswehr diese Zeit, die nur den Familien gehört. Von Kuschelwoche aber sei bei ihnen nichts zu spüren gewesen. "Da liegen die Nerven blank. Du wartest, dass es losgeht, dass er endlich geht, damit diese Warterei ein Ende hat. Und gleichzeitig willst du nicht, dass er geht, weil du ja nicht weißt: Kommt er gesund wieder?" Das Wort Tod nimmt Anna Peklo nicht in den Mund. Auch mit ihrem Mann hat sie nicht über das Sterben gesprochen, ein Testament gibt es nicht, und an dem Abend, als er ihr die Vollmachten für Behörden, Banken und Versicherungen gab, als er sagte: "Falls mir was passiert" und weiterreden wollte, da hat sie abgeblockt. Sie sei nicht der Typ, der das Waswäre- wenn-Spiel spielt, sagt sie. Und dann erzählt Anna Peklo von dem Tag, als Marie von der Schule kam und der Mutter ins Gesicht schleuderte: "In Afghanistan, da sind die Taliban, die bringen alle um! Stimmt das, Mama?", fragte sie, "Mama, was ist, wenn die den Papa totschießen?" - "Da steht man dann da. Was soll man antworten?", sagt Anna Peklo. Der Tochter hat sie an diesem Nachmittag die Wahrheit gesagt. Ja, es könne etwas passieren. Dass es aber sehr unwahrscheinlich sei. Dass der Vater im Lager arbeite, nicht mit den Taliban zusammentreffe. "Aber kann eine Zehnjährige so was verstehen?"














Nur jemand der sonst keine Sorgen hat (möge es so bleiben!) kann derart naive und taktlose Kommentare abgeben.
Als mein Mann in Bosnien im Einsatz war (3x), in der richtig heissen Phase, sagte mir auch eine Dame: Hat er doch so gewollt, ist doch Berufssoldat!
Ich hätte diese dumme Pute auch fragen sollen; ach ja, und soll ich das dann meinen 3 Kindern sagen, wenn er erschossen wurde, weil er sich selbst ja nicht verteidigen darf?!
Es bringt uns nichts, wir müssen durchhalten, für die Kinder, für die Familie, für uns, es muss irgendwie gehen. Ängste habe ich immer wo weit wie möglich verdrängt und gewähre ihnen selbst nur dann, wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt sehr geringen Spielraum. Ich würde sonst durchdrehen.
Mädels, haltet durch und unterstützt euch gegenseitig!
Ich wünsche dem/der vorherigen Kommentator/In die selbe Situation, damit dadurch vielleicht weniger sinnfreie,kindlich-naive und unqualifizierte Kommentare geschrieben werden.