Afghanistan: Mein Mann, der Soldat
- In diesem Artikel:
Dass der Tochter die Trennung vom Vater so schwerfällt, damit hatten die Eltern nicht gerechnet. Dem Sohn, dem schon eher. Weil er viel unternimmt mit dem Vater, jeden Samstag geht's zum Fußballspiel, Anton kickt, der Vater schaut zu, feuert an. Aber Anton scheinen die Telefonate mit dem Papa zu reichen. Er fragt nicht viel nach, erzählt lieber von sich, von der Schule, den Freunden. Natürlich, er vermisst den Vater. Dass es aber um Leben und Tod geht, das versteht er nicht so ganz. An der Küchentür kleben Zeichnungen der Kinder, Anton hat zwei Dinosaurier gemalt, gelb und grün, darüber baumelt ein Stück Maßband. Drei Zentimeter. Das heißt: drei Tage noch. Jeden Abend schneidet Anna Peklo mit Anton und Marie einen Zentimeter ab. Ein fester Bestandteil des Papa- Rituals, wie die Telefonate und das Gebet am Abend. Die Kinder, sagt sie, brauchen die Routine. Und sie, was braucht sie? Sie sagt, dass sie bodenständig sei, im Jetzt lebe und sich nicht so viele Gedanken mache über Dinge, die sie nicht ändern kann: "Mit den Kindern ist ja immer was los, da kommt man nicht zum Nachdenken."
Aber schwer sei es schon. Alles bleibe jetzt an ihr hängen. Dazu ihre Arbeit als Altenpflegerin, 20 Stunden pro Woche. Wünscht sie sich mehr Unterstützung vom Arbeitgeber Bundeswehr? "Ich weiß nicht, ob die viel tun können, wenn die Männer weg sind", sagt Anna Peklo. "Aber davor - damit man weiß, was auf einen zukommt, doch, ein paar Tipps, das wäre schon gut."
Drei Tage. Dann sei alles wie früher. Natürlich hat Anna Peklo von Soldaten gehört, die nach dem Einsatz verändert zurückkamen, psychische Probleme hatten, Traumata. Aber ihr Mann? "Thomas ist robust, den haut so schnell nichts um." Und am Telefon klinge er wie immer. Mehr Sorgen macht ihr Marie. Seit ein paar Tagen hat sie Kopfweh, will nicht in die Schule, jammert. Die Lehrerin weiß von keinen Sorgen, auch Streit mit Freundinnen gab es nicht.













Nur jemand der sonst keine Sorgen hat (möge es so bleiben!) kann derart naive und taktlose Kommentare abgeben.
Als mein Mann in Bosnien im Einsatz war (3x), in der richtig heissen Phase, sagte mir auch eine Dame: Hat er doch so gewollt, ist doch Berufssoldat!
Ich hätte diese dumme Pute auch fragen sollen; ach ja, und soll ich das dann meinen 3 Kindern sagen, wenn er erschossen wurde, weil er sich selbst ja nicht verteidigen darf?!
Es bringt uns nichts, wir müssen durchhalten, für die Kinder, für die Familie, für uns, es muss irgendwie gehen. Ängste habe ich immer wo weit wie möglich verdrängt und gewähre ihnen selbst nur dann, wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt sehr geringen Spielraum. Ich würde sonst durchdrehen.
Mädels, haltet durch und unterstützt euch gegenseitig!
Ich wünsche dem/der vorherigen Kommentator/In die selbe Situation, damit dadurch vielleicht weniger sinnfreie,kindlich-naive und unqualifizierte Kommentare geschrieben werden.