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"Hungry": Wie Model Crystal Renn die Magersucht besiegte
Und das Seltsame ist: Man kann es verrückt, Ironie des Schicksals oder ausgleichende Gerechtigkeit nennen, aber als ich aufhörte zu hungern, begann meine Karriere erst richtig. Da hatte ich dann Aufnahmen in fünf Ausgaben der Vogue und war auf den Titelblättern der internationalen Ausgaben von Harper's Bazaar und Elle. Ich war bei der Anzeigenkampagne von Dolce & Gabbana vertreten. Und ich war auf dem Laufsteg das Schlussmodel für Jean Paul Gaultiers Prêt-à-porter-Schau in einem hauchdünnen, atemberaubend figurbetonten Märchenkleid, das mit einer Unzahl hauchzarter Seidenblumen bedeckt war. Da wurde ich zu Oprah Winfrey eingeladen. Ich wurde zum bestbezahlten Übergrößen-Model Amerikas. Es machte mich zum Lieblings-Model des Mannes, der 2000 das wundervolle Bild von Gisele gemacht hatte, nämlich des großartigen Steven Meisel. Und das alles mit dem Gewicht, das zu meinem Körper passte.
„Ich bin der Beweis dafür, dass man seinen Körper nicht hassen muss. “
Ich war wohl nicht allein bei meinem Abstieg in den Wahnsinn der Gewichtsbesessenheit. Fünf bis zehn Millionen Amerikaner leiden an Essstörungen. Eine Studie von 2005 zeigte, dass über die Hälfte aller Mädchen im Teenager-Alter und fast ein Drittel aller Jungen in dem Alter auf ungesunde Weise versuchen, dünn zu bleiben, etwa durch das Auslassen von Mahlzeiten, Rauchen mit dem ausdrücklichen Ziel, Gewicht zu verlieren, Erbrechen oder die Einnahme von Abführmitteln. Selbst Frauen ohne den klinischen Befund einer Störung verschwenden erschreckend viel Zeit damit, sich Gedanken über ihr Gewicht zu machen und damit, ihren Körper zu hassen, weil sie glauben, ihr Leben wäre reicher, erfüllter und glücklicher, wenn sie nur dünner wären.
Ich bin der lebende Beweis, dass das nicht so sein muss. Man kann lernen, Freude an den Körpermaßen zu haben, die einem mitgegeben wurden. Ich musste 32 Kilogramm verlieren (neben ganzen Büscheln von Haaren, Muskelmasse, meiner Konzentrationsfähigkeit und jeglicher Lebensfreude), ehe ich zur Vernunft kam. Ich gewann wieder an Gewicht, und im Zuge dessen wurde ich ein unendlich erfolgreicheres Model. Meine Selbst-Akzeptanz führte zur Rückkehr der intellektuellen Neugier, die ich als Kind gehabt hatte, bevor ich auf den Zug des Abnehmens aufgesprungen war. Ich verdanke ihr eine größere Karriere. Sie brachte mir die romantische Liebe. Ich bin der Beweis dafür, dass das Leben nicht warten muss, bis man völlig abgemagert ist."
- Christine
- aus München
- 04.10.09
- 08:09
Ich trage selber Größe 36 (wenn auch bei einer Größe von "nur" 168 cm) und ich möchte definitiv nicht mehr Mode an Hungerhaken sehen, sondern an normalen Frauen. Mich würgt es, wenn ic... weiterlesen
- chipsy
- 02.10.09
- 08:49
ja, genau rioabajorio. Genau darüber habe ich mich auch gerade geärgert. Und das von der Brigitte, die doch sonst sensibel ist :-((( Super Zusammenstellung. Alle anderen also weiter abnehmen - ... weiterlesen
- rioabajorio
- 01.10.09
- 20:23
Pervers ist ja nur, dass direkt danach der Artikel "Abnehmen im Job" kommt. Wer dabei nicht irre wird, der muss eine starke Persönlichkeit haben!!!
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