Serie Alleinerziehende: BRIGITTE setzt sich ein

Alleinerziehende - von der Gesellschaft im Stich gelassen

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In der Mitte der Gesellschaft aber sind Alleinerziehende noch nicht angelangt. "Der Staat ist immer noch auf das Modell des männlichen Ernährers fixiert", sagt Politologe Christoph Butterwegge. Besonders krass fällt das auf bei einem Blick auf das Abgabensystem. Alleinerziehende werden fast wie Singles besteuert. "Verdient eine alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern weniger als 1400 Euro brutto, lohnt sich die Berufstätigkeit nicht", hat der OECD-Ökonom Herwig Immervoll ausgerechnet - Steuern, Sozialabgaben und Kinderbetreuungskosten sind zu hoch. Auch wenn eine Single-Mutter mit zwei kleinen Kindern mehr verdient, lohnt sich das Arbeiten kaum: Bei einem Bruttolohn von 2300 Euro hat sie rund 230 Euro mehr im Portemonnaie, als wenn sie von staatlicher Unterstützung leben würde. Kein Wunder, dass zwei Drittel der Alleinerziehenden unzufrieden mit ihrer Lebenssituation sind, wie die Sozialwissenschaftlerinnen Dagmar Brand und Veronika Hammer herausgefunden haben. Einelternfamilien bilden das Ende einer Kette aus Benachteiligungen und Diskriminierungen von Frauen und Kindern.

"Wir müssen ein gesellschaftliches Klima schaffen, in dem Elternschaft und Erwerbstätigkeit nicht als Gegensatz erscheinen", fordert Anneli Rüling, Wissenschaftlerin am Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer in Berlin. Bis dahin brauchen vor allem Solo-Mütter viel Energie und Unterstützung, um den Kopf oben zu behalten - und erst recht, um an die Spitze zu kommen.

Sabine Becker ist eine, die es geschafft hat. Seit drei Jahren ist sie Bürgermeisterin in Meersburg am Bodensee. Für ihre Töchter Nuria, 11, und Noelle, 10, ist sie trotzdem da. "Ein Kraftakt", sagt die 42-Jährige, "aber in meinem Job bin ich flexibel." Die Juristin organisiert ihre Termine um ihre Kinder herum, ist zum Frühstück und Mittagessen fast immer zu Hause und nimmt die Töchter öfter auf Wochenend-Termine mit. Doch ohne Netzwerk würde das nicht klappen: Die Mutter und eine Freundin passen auf die Kinder auf, sonst wären 14-Stunden-Tage nicht zu wuppen. Sie wünscht sich, dass sie etwas bewegen kann in den fünf Jahren, die ihr noch in Meersburg bleiben - als Bürgermeisterin und als Alleinerziehende. "Ich hoffe, ich kann ein Zeichen setzen", sagt Sabine Becker. Ein Zeichen, dass es besser wird für alle alleinerziehenden Mütter.

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  • BRIGITTE Heft 03/07
    Text: Astrid Joosten
    Protokolle: Eva Meschede
    Fotos: Odile Hain
Letzte Kommentare
  • henny
    am 02.05.12 um 19:23
    man wird als frau mit kind als 2. klasse abgestempelt,egal in welcher weise,das stimmt.der vater meines enkels bezahlt keinen unterhalter bekommt alle 2 wochen das kind,um das sich nur seine mutter kümmert,er aber dafür keine zeit für das kind findet,und nicht einmal 5 € für das kind zum geburtstag übrig hat. (vater werden ist nicht schwer,vater sein,dagegen sehr!!sozihilfe nichts,staaatshilfe nichts,wohnungshilfe nichts,,,armes deutschland!nur komish,daß das bei den ausländern funktionier...(die wissen,wie man die ämter besch...)stimmts??
  • Rohmann
    am 02.05.12 um 15:25
    Hi,
    das alles interessiert das Jugendamt aber nicht. Mein Sohn ist 8 Jahre alt, hat sich entwickelt. Es wird alles vorgeworfen und mir kindeswohl das Sorgerecht entzogen, auf Grund irgendwlecher Gutachter, die mich und mein Sohn nciht kennen. Gericht will keine Zeugen, meine Darstellung spielt keine Rolle, nur schlechtes wird vorgeworfen. Verfahrenbeistand nennt mich übermutter! Und dann das liebe Wort: kann nicht Grenzen und Regeln vermitteln, als würde wir im Urwald leben, wie die Babaren! Ein Kind, ordentlich Umgebung und Hausgemeinschaft, keine Gewalt, Dorgen, Kriminalität, alles Besten, Top wohnung usw. Sie finden was, egal was um Kindeswohlgefährdung zu nennen.
    Dabei geht es nun um die schulischen Belange und hier wurde mir nicht von Rebus geholfen, alles verweigert und Privat klappt alles, keiner kann es nachvollziehen und das von Menschen, die uns kaum kennen.. Das Kind hat keine Rechte! Meine Familie ist kaputt und werde diesen Beitrag kopieren und Anwalt vorlegen.
  • henny
    am 01.05.12 um 11:55
    vielen dank für ihre antworten,bei der sehbehinderung meiner ttochter kann man nichts machen,auch kein lasern,haben wie schon versucht,sie hat 12 dioptin,ist zu viel,aber wir habe brille und kontaktlinsen,( beides sehr teuer) aber was will man machenich gehe abned nooch arbeiten,um alles mit zu finazieren.den dwie gesagt,die ämter bleiben stur,ps.bin sogar beim vdk angemeldet.man muß immer positiv denken.
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