- In diesem Artikel:
BRIGITTE.de: Trotz aller Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung sind die heutigen Frauen nicht glücklicher als die Frauen vorangegangener Generationen. Aktuelle Studien belegen, dass Frauen in den westlichen Kulturen in den letzten 40 Jahren immer unglücklicher werden. Woran liegt das?
Eva-Maria Zurhorst: Weil wir nicht in uns ruhen und egal, was wir auch erreichen, unterschwellig immer an uns zweifeln. Weil wir immer am Kämpfen sind. Erst für unsere Rechte, jetzt für unsere Karriere. Wir kämpfen wie die Männer, das verhärtet uns.
BRIGITTE.de: Und trotzdem waren und sind diese Kämpfe doch wichtig?
Eva-Maria Zurhorst: Na klar. Die Emanzipation hat uns aus einem Gefängnis befreit. Aber wir haben nicht gelernt, in Freiheit zu leben. Ich kenne inzwischen viele Frauen mit zwei gesunden Kindern, einem schönen Haus, einem spannenden Job, einem tollen Humor – die kriegen alles auf die Reihe, nur eines nicht: sich selbst anzunehmen. Wir müssen wieder lernen, uns zu öffnen. Wir müssen unsere Weiblichkeit wiederfinden.
BRIGITTE.de: Was genau meinen Sie damit? Sollen Frauen wieder mehr Schwäche zeigen?
Eva-Maria Zurhorst: Ja, auch. Aber nicht in dem Sinne, dass wir mehr jammern sollen und uns leid tun. Frauenkränzchen, bei denen wir zusammensitzen und uns über den blöden Job und den blöden Mann beschweren, haben wir genug. Es geht darum, dass wir uns selbst ehrlich eingestehen, dass unser Machen und Perfektionieren uns nicht gebracht hat, wonach wir uns sehnen. Dass wir lernen, uns wieder verletzlich zu zeigen, unsere Gefühle zurück in unser Bewusstsein zu holen. Wir müssen uns wieder erlauben festzustellen, dass wir mit einer bestimmten Situation nicht zufrieden sind.
BRIGITTE.de: Um dann an der Situation etwas ändern zu können?
Eva-Maria Zurhorst: Klar. Viele Frauen laufen einem scheinbaren Ziel hinterher und verlieren dabei völlig aus den Augen, ob es überhaupt das ist, was sie wollen. Sie müssen herausfinden, was eigentlich ihr ureigener Weg ist. Letztlich saß eine Frau in meiner Praxis, die hat eine Bombenkarriere gemacht und die gesteht mir dann wie ein Verbrecher, dass sie gerne ein Kind hätte. Aber das könne sie ihrem Lebensgefährten, mit dem sie seit 10 Jahren zusammen ist, doch nicht sagen. Das ist das Fatale: die Konzepte, die unser Leben bestimmen.













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am um
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DusseligeKuh
am 14.12.09 um 21:13
Es gibt sie nicht, die "typische Frau". Bestimmt finden sich einige in dem Artikel wieder. Wie und ob man sein Leben genießt, hängt immer von der Sichtweise ab. Vergleichen ist immer schwierig. Wahrscheinlich möchten 95% aller Menschen nicht mit mir tauschen - aber ICH, ich mag mein Leben! Und ich bin gern die Frau, die ich ich bin.
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twiga4
am 29.11.09 um 11:37
Ich habe ein Problem mit solchen Allgemeinplätzen 'wieder zurück zur Weiblichkeit finden', und 'Frauen kämpfen zu viel' etc.
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Herr_Rhein
am 25.11.09 um 19:08
Nur gut, dass ich mir als Mann hierüber keine Gedanken machen muss, weil von mir verlangt wird alles mir Mögliche zu unternehmen ... !
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Eisblume65
am 24.11.09 um 09:37
Schöner Artikel - und meine Rede seit Jahren.
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Renate
am 23.11.09 um 16:59
Ogoddogodd,
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ruby
am 23.11.09 um 15:57
Ist ja alles ganz gut und ganz nett - aber wieso sind Eigenschaften wie offen sein, verletztlich sein und sich seinen wirklichen Wünschen stellen, rein weiblich? Sollte das nicht jeder Mensch tun - gerade auch Männer, die in ihrem Job zu funktionieren haben? Sind nicht Männer manchmal genauso unglücklich und orientierungslos wie wir Frauen?Und nicht vergessen: längst nicht jede Frau ist mit ihrer neu erkämpften Freiheit unglücklich. Ich bins zB nicht!
mehr (6)Das stimmt so für mich nicht. Frauen musstenmit Sicherheit schon immer kämpfen, wenn ich mir so meine Großmütter anseh... und Weiblichkeit war auch damals schon ein relativer Begriff...
Ich denke, es ist sogar eher so, dass viele Frauen ihre aktive Weiblichkeit (z.B. Lust am Sex!!!!!) erst in den letzten Jahrzehnten richtig kennengelernt haben! Für unsere Grossmütter z.B: war Sex ein notwendiges Übel - Horror!!! Was soll daran jetzt 'weiblich' sein????
Also, nein, das ist für mich nur Geldmacherei ... nicht dass es nicht ein paar positive Botschaften gäbe bei Frau Zumhorst, aber die gelten für Männer doch genauso !!??
Ich fühle mich umso weiblicher, je unabhängiger ich bin. Denn ich kann meine sanfte Seite, auch die körperliche, viel besser zulassen. Denn das Ausprobieren undKämpfen (im pos. Sinne) hat mich glücklich, frei und selbstbewusst g
Nee, ganz so schlimm ist es ja auch nicht, denn ohne meine Kids habe ich alle Zeit der Welt, mich z.B. hier auszulassen und mich gar köstlich über eure Probleme zu amüsieren. ;o)
Tschüßelchen!
Ich bin so emanzipiert, dass ich mir von Männern immer wieder gerne in die Jacke helfen und die Tür aufhalten lasse.
das hatten wir doch alles schon, ich persönlich erinnere mich an eine familienpolitische Kampfschrift von Heiner Geißler, als Herr Kohl an die Macht gehievt wurde. Darin stand, dass es im Berufsleben wie mit den Lemmingen ist: sind es zuviele, die dort konkurrieren, beißen sie sich gegenseitig tot. Deshalb wäre es nicht gut, dass Frauen auch im Berufsleben ihren "Mann stehen" wollen.
Ich kann es wirklich nicht mehr hören.
Natürlich ist niemand einfach schlicht "glücklich" durch die Teilnahme am Berufsleben. Alle Tipps, die darauf abzielen, trotz Berufsleben Zugang zu den Gefühlen zu behalten, muss man Männern und Frauen machen. Das gilt für beide. Absolut reaktionärer Ansatz, das immer den Frauen unterzuschieben.
Die Parallele zu Eva Hermann liegt nicht weit.
Ich finde: für uns Frauen hat sich in den letzten 60 Jahren viel verbessert - setzen wir das nicht auf Spiel, weil wir mit unserer neu erworbenen Freiheit angeblich nicht klarkommen.
Frauen können genauso beherzt kämpfen wie ein Mann - und sind genauso glücklich und unglücklich damit wie diese.
Lassen wir uns nicht nicht erzählen, dass wir zu sanftmütig, zu zart und zu schwach sind, um
genau das Leben zu kriegen, das wir wollen!
Ruby