- (3 Bewertungen)
- Kommentare (6)
-
Schriftgröße
- In diesem Artikel:
BRIGITTE.de: Trotz aller Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung sind die heutigen Frauen nicht glücklicher als die Frauen vorangegangener Generationen. Aktuelle Studien belegen, dass Frauen in den westlichen Kulturen in den letzten 40 Jahren immer unglücklicher werden. Woran liegt das?
Eva-Maria Zurhorst: Weil wir nicht in uns ruhen und egal, was wir auch erreichen, unterschwellig immer an uns zweifeln. Weil wir immer am Kämpfen sind. Erst für unsere Rechte, jetzt für unsere Karriere. Wir kämpfen wie die Männer, das verhärtet uns.
BRIGITTE.de: Und trotzdem waren und sind diese Kämpfe doch wichtig?
Eva-Maria Zurhorst: Na klar. Die Emanzipation hat uns aus einem Gefängnis befreit. Aber wir haben nicht gelernt, in Freiheit zu leben. Ich kenne inzwischen viele Frauen mit zwei gesunden Kindern, einem schönen Haus, einem spannenden Job, einem tollen Humor – die kriegen alles auf die Reihe, nur eines nicht: sich selbst anzunehmen. Wir müssen wieder lernen, uns zu öffnen. Wir müssen unsere Weiblichkeit wiederfinden.
BRIGITTE.de: Was genau meinen Sie damit? Sollen Frauen wieder mehr Schwäche zeigen?
Eva-Maria Zurhorst: Ja, auch. Aber nicht in dem Sinne, dass wir mehr jammern sollen und uns leid tun. Frauenkränzchen, bei denen wir zusammensitzen und uns über den blöden Job und den blöden Mann beschweren, haben wir genug. Es geht darum, dass wir uns selbst ehrlich eingestehen, dass unser Machen und Perfektionieren uns nicht gebracht hat, wonach wir uns sehnen. Dass wir lernen, uns wieder verletzlich zu zeigen, unsere Gefühle zurück in unser Bewusstsein zu holen. Wir müssen uns wieder erlauben festzustellen, dass wir mit einer bestimmten Situation nicht zufrieden sind.
BRIGITTE.de: Um dann an der Situation etwas ändern zu können?
Eva-Maria Zurhorst: Klar. Viele Frauen laufen einem scheinbaren Ziel hinterher und verlieren dabei völlig aus den Augen, ob es überhaupt das ist, was sie wollen. Sie müssen herausfinden, was eigentlich ihr ureigener Weg ist. Letztlich saß eine Frau in meiner Praxis, die hat eine Bombenkarriere gemacht und die gesteht mir dann wie ein Verbrecher, dass sie gerne ein Kind hätte. Aber das könne sie ihrem Lebensgefährten, mit dem sie seit 10 Jahren zusammen ist, doch nicht sagen. Das ist das Fatale: die Konzepte, die unser Leben bestimmen.
- DusseligeKuh
- 14.12.09
- 21:13
Es gibt sie nicht, die "typische Frau". Bestimmt finden sich einige in dem Artikel wieder. Wie und ob man sein Leben genießt, hängt immer von der Sichtweise ab. Vergleichen ist immer s... weiterlesen
- twiga4
- 29.11.09
- 11:37
Ich habe ein Problem mit solchen Allgemeinplätzen 'wieder zurück zur Weiblichkeit finden', und 'Frauen kämpfen zu viel' etc.
Das stimmt so für mich nicht. Frauen musste... weiterlesen
- Herr_Rhein
- 25.11.09
- 19:08
Nur gut, dass ich mir als Mann hierüber keine Gedanken machen muss, weil von mir verlangt wird alles mir Mögliche zu unternehmen ... !
Nee, ganz so schlimm ist es ja auch nicht, denn ohne ... weiterlesen
Mehr aus der Rubrik "Gesellschaft"
Tief Miriam, du nervst!
"Unwort des Jahres 2009": Stimmen Sie ab!
Frauen der Woche: Natascha Kampusch und Co.
Sibel Kekilli: "Ehrenmorde passieren, weil wir jahrelang weggeschaut haben"
Gefälschte Bio-Baumwolle: Die wichtigsten Fragen
Unsere Frauen der Woche
Das Unwort des Jahres 2009
Hilfe für Haiti: Hier können Sie spenden
Köhlers erster Auftritt vor der Presse: Neue Familienministerin hält am Rechtsanspruch fest
Voting: Welches ist für Sie das "Unwort des Jahres 2009"?
Mehr bei BRIGITTE Woman
Test: Achten Sie auf Ihre Bedürfnisse?
Auf der Suche nach der eigenen Herkunft
Droht Wikipedia zu scheitern?



