Merkel und der Flashmob: "Politik kann auch Spaß machen"
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Angela Merkel kommt - und alle so: "Yeaahh!"
Es war ein skurriles Spektakel, das sich am Freitagabend auf dem Hamburger Gänsemarkt abspielte: Die CDU hatte Angela Merkel eingeladen, in der Hansestadt eine Wahlkampf-Rede zu halten. Eine Rede, wie sie schon hundertfach in anderen Städten zu hören war. Und doch war dieses Mal alles anders. Denn eine Gruppe von Zuschauern begnügte sich nicht mit artigem Applaus, sondern kommentierte die Rede der Kanzlerin mit lauten "Yeah!"-Rufen. Egal, ob Arbeitsplätze oder Afghanistan-Einsatz, immer wieder ertönte der ironischen Dauerjubel, was Merkel jedoch nicht davon abhielt, ihr Programm bis zum Schluss abzuspielen.
Ihren Ursprung nahm die Aktion Internet: Blogger hatten das Foto eines Werbe-Plakats für die Rede gepostet. Neben die Ankündigung "Die Kanzlerin kommt" hatte ein Unbekannter geschrieben "Und alle so: Yeaah!". Schnell entsponn sich unter den Usern die Idee, einen so genannten "Flashmob" zu organisieren, sich also spontan in Hamburg zu versammeln und den Kommentar auf dem Plakat in die Tat umzusetzen. Die Aktion findet bereits Nachahmer: Bei einer weiteren Wahlveranstaltung in Mainz diese Woche waren ebenfalls "Yeah"-Rufe zu hören und auch zu Merkels Abschluss-Rede in Berlin am Samstag wurde schon ein Flashmob angekündigt.
Alles nur ein Jux? Oder stecken ernsthafte politische Ziele dahinter? BRIGITTE.de sprach mit Maximilian Dimitri A. von der Piratenpartei, der den Flashmob mit organisiert hat.
BRIGITTE.de: Wissen Sie, wer den Satz "und alle so: Yeaahh!" auf das Wahlplakat geschrieben hat und so die Aktion ins Rollen brachte?
Maximilian Dimitri A.: Nein, das weiß noch niemand. Es gibt zwar schon viele Aufrufe im Internet, aber Der- oder Diejenige hat sich noch nicht gemeldet. Das Plakat wird übrigens aktuell auf Ebay für einen guten Zweck versteigert.
BRIGITTE.de: Und wie haben Sie davon erfahren?
Maximilian Dimitri A.: Über Netzwerke wie Twitter wurde das Bild herumgeschickt. Ich fand es einfach lustig. In dem Blog Spreeblick kam dann irgendwann die Idee auf, einen Flashmob zu organisieren. Aber es fehlte noch ein wirksamer Aufruf. Da hab ich mich dann Donnerstagnacht noch schnell rangesetzt und ein Aufruf-Video zusammen geschnitten und per Twitter, StudiVZ und Youtube verbreitet. Mal gucken, was passiert, dachte ich mir.
BRIGITTE.de: Offenbar war Ihre Werbung erfolgreich - es sind ja viele Menschen Ihrem Aufruf gefolgt.
Maximilian Dimitri A.: Ja, es ist überwältigend. Ich weiß gar nicht, wie viele Leute schließlich mitgemacht haben. Ich schätze, es waren rund 200 Menschen, die immer wieder "Yeah" gerufen haben. Ich hatte mit weniger Teilnehmern gerechnet - aber je mehr, desto besser.
BRIGITTE.de: War das Ihr erster Flashmob?
Maximilian Dimitri A.: Ja, der erste, den ich auch selbst mit ins Leben gerufen und durchgeführt habe. Aber ich bin ja nicht der alleinige Initiator. Bei Facebook zum Beispiel gab es auch andere, die den Aufruf gepostet haben, unabhängig von mir.













