Merkel und der Flashmob: "Politik kann auch Spaß machen"
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BRIGITTE.de: War dieser Flashmob wirklich politisch motiviert oder war das einfach ein Jux?
Maximilian Dimitri A.: Sowohl als auch. Das ganze war ja keine offizielle Aktion der Piratenpartei. Dass ich gleichzeitig Mitglied der Partei bin, hat mit meinem Aufruf für den Flashmob nichts zu tun. Zum einen wollten wir sowieso zu der Veranstaltung mit Frau Merkel, um zu protestieren. Dann tauchte das Foto auf, und wir fanden es so lustig, dass wir es einfach in Kombination gebracht haben. Politik kann - und sollte - ja auch Spaß machen, und Protest genauso.
BRIGITTE.de: Glauben Sie denn, dass der Flashmob irgendwelche politischen Auswirkungen hat?
Maximilian Dimitri A.: Nö.
BRIGITTE.de: Hat die Aktion der CDU oder Frau Merkel geschadet?
Maximilian Dimitri A.: Nein. Ich glaube, dieser Frau kann man mit Protest und Demonstrationen nicht wirklich schaden. Außerdem wollen wir das ja auch nicht, sie ist immerhin unsere Bundeskanzlerin. Wir wollen generell niemandem schaden, im Gegenteil. Aber wenn man ihr Gesicht gesehen hat - das war schon ganz lustig.
BRIGITTE.de: Wie hat sie denn reagiert?
Maximilian Dimitri A.: Am Anfang hat sie ein wenig gestockt. Einmal ist sie auf die Rufe eingegangen, relativ am Anfang. Da hat sie gesagt: 'Es gibt auch Menschen, die lieber schreien als zuhören, aber das gehört zu einer Demokratie auch dazu'. Aber ansonsten war sie ganz ruhig. Am meisten aufgeregt hat sich Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust. Der stand die ganze Zeit sehr missmutig neben ihr.
BRIGITTE.de: Fahren Sie denn am Samstag auch noch mal nach Berlin zum "Yeaahh"-Rufen?
Maximilian Dimitri A.: Nein, da habe ich in Hamburg noch wahlkampftechnisch genug zu tun. Aber ich denke mal, dass da noch mehr Leute hingehen. Die Medien berichten ja ausführlich drüber und Berlin ist auch noch wesentlich größer als Hamburg. Da wird bestimmt noch einiges mehr los sein als es bei den bereits gelaufenen Flashmobs der Fall war.
Was ist ein Flashmob?
Der Begriff Flashmob setzt sich aus den englischen Wörtern "Flash" (Blitz) und "Mob" (Bande, Haufen) zusammen und steht für einen spontan und schnell organisierten Menschenauflauf. Meist finden diese Happenings auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen statt. Die "Flashmobber" verabreden sich in der Regel über das Internet oder per Ketten-E-Mails.
Typisch für einen "Flashmob" ist, dass er scheinbar aus dem Nichts heraus entsteht und sich nach einigen Minuten von selbst wieder aufzulösen scheint. Schlagzeilen machte zuletzt ein Flashmob auf Sylt, bei dem sich Tausende Jugendliche zu einer Riesenparty versammelt hatten. Beliebt sind auch so genannte "Freezemobs": Auch hier versammeln sich Menschen spontan an einem öffentlichen Ort und bleiben alle zu einem bestimmten Zeitpunkt gleichzeitig stehen. Politisch motivierte Flashmobs sind bislang eher die Ausnahme.
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