Serie BRIGITTE-Studie im Jahr der Krise

Frauen auf dem Sprung. Das Update.
BRIGITTE-Studie im Krisenjahr

"Diese Frauen werden die Gesellschaft wach rütteln." Das war das Fazit der großen BRIGITTE-Studie "Frauen auf dem Sprung" 2008. Und jetzt? Wie reagieren junge Frauen in der Krise? Wechseln sie ihre Meinung, wenn sich ihre Lebenssituation verändert? Was erwarten sie von der Politik? Was von den Unternehmen? Diese Fragen klärt die neue BRIGITTE-Studie "Frauen auf dem Sprung. Das Update".

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In diesem Artikel:
Das Team: Jana Schrewe, Anna auf dem Brinke, Studienleiterin Prof. Jutta Allmendinger, Christine Puschmann und Paul Stoop

Das Team: Jana Schrewe, Anna auf dem Brinke, Studienleiterin Prof. Jutta Allmendinger, Christine Puschmann und Paul Stoop

Deutschlands führende Frauenzeitschrift BRIGITTE hat in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und mit infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft die Studie "Frauen auf dem Sprung" fortgesetzt. 2007 wurden für die repräsentative Untersuchung insgesamt 1020 Frauen zwischen 17 und 19 bzw. 27 und 29 Jahren persönlich interviewt. 18 Monate später nun das Update. Wir haben Frauen befragt, die bei der letzten Studie schon dabei waren. Die brisanten Ergebnisse der neuen BRIGITTE-Studie zeigen: Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft sollten diesen selbstbewussten Frauen gut zuhören. Denn sie bestimmen das gesellschaftliche Modell von morgen. "Die jungen Frauen machen keinen Rückzieher, im Gegenteil, sie bekräftigen noch selbstbewusster, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen", sagt die Soziologin Prof. Jutta Allmendinger, WZB-Präsidentin und wissenschaftliche Leiterin der Studie.

Kinder und Karriere: Kein Grund für Kompromisse

Die Frauen sind seit der letzten Befragung noch kompromissloser geworden. Nur noch 17 Prozent würden für den Partner den Beruf wechseln, 2007 waren es noch 37 Prozent. Keine Kinder, weil der Partner das so will? Das käme nicht einmal für jede zehnte in Frage. Für den Job die Familie vernachlässigen? Dazu waren 2007 noch 9 Prozent bereit, 2009 nur noch 4 Prozent. Trotz der problematischen Lage auf dem Arbeitsmarkt beurteilen die Frauen ihre eigenen Chancen zuversichtlich. "Sie wissen, dass sie gebraucht werden - und fühlen sich eher als Gewinnerinnen der Krise", sagt Jutta Allmendinger.

Die politisierte Generation

Im Jahr der Wirtschaftskrise hat eine starke Politisierung der Frauen stattgefunden, so ein weiteres überraschendes Ergebnis der Studie. Zwar finden sie bei den Parteien nicht, was ihnen wichtig ist, aber fast die Hälfte kann sich vorstellen, gesellschaftlich aktiv zu werden. "Diese Bereitschaft, den Mund aufzumachen, sich auch politisch zu engagieren, zeugt von Verantwortungsgefühl. Das ist ein enormer Umbruch", sagt Soziologin Allmendinger.

Liebe und Geld

Was ist bei einem Mann am wichtigsten? Auf diese Frage steht der Wunsch nach einem Partner, der sich Zeit für die Familie nimmt, an erster Stelle. Sein Einkommen interessiert die jungen Frauen am wenigsten. Gefragt ist die gleichwertige Partnerschaft, das Modell des Ernährers hat ausgedient. Die Frauen wollen ihr eigenes Geld verdienen. Dabei legen sie vor allem Wert auf Kontinuität: 91 Prozent sagen, dass ihnen ein sicherer Arbeitsplatz wichtig ist, nur 60 Prozent nennen ein hohes Einkommen. Trotzdem sind sie unzufrieden, weil sie weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. "Das ärgert die gewaltig", so Allmendinger. Die Frauen wissen, dass sie hervorragend ausgebildet sind, 78 Prozent geben an, dass sie gern Verantwortung übernehmen. Allerdings haben sie auch Angst vor Misserfolg: 44 Prozent zweifeln oft an den eigenen Fähigkeiten, 61 Prozent machen sich oft Sorgen. Diese Selbstzweifel können auf dem Weg nach oben bremsen. Aber: "Die Zeiten sind günstig für Frauen. Sie wollen springen, ich hoffe, sie werden das auch tun", sagt Jutta Allmendinger.

Audio-Kommentar: BRIGITTE-Chefredakteur Andreas Lebert über die Studie

Andreas Lebert

Andreas Lebert

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Die repräsentative BRIGITTE-Studie "Frauen auf dem Sprung" zeichnete das Bild einer selbstbewussten und anspruchsvollen Generation junger Frauen (Erhebungszeitraum Herbst 2007). Ob und wie sich die Einstellung dieser jungen Frauen im Krisenjahr verändert hat - das untersucht die neue BRIGITTE-Studie "Frauen auf dem Sprung. Das Update" (Erhebungszeitraum Frühjahr 2009)
Hier können Sie beide Studien mit allen Daten downloaden

  • Artikel vom 07.09.2009
Letzte Kommentare
  • Helterskelter
    am 03.11.09 um 10:40
    @Martha Vielleicht sollten Sie mal den Klassiker "Gute Mädchen kommen in den Himmel, Böse überallhin" durchlesen, Sie tappen in einige weibiche Denkfallen, die die eigene Entwicklung behindern. Und auf sich selbst zu achten und sich zu entwickeln steht nicht im Kontrast zu umfassender Fürsorge für ein Baby. Wir schreiben 2009, beam me up, Scotty!
  • Helterskelter
    am 03.11.09 um 10:37
    @bedsitter: Ewig gestrig, Ihr Kommentar. Und sachlich falsch, denn das Schlechterverdienen bezieht sich auf gleiche Tätigkeiten, sprich eine Frau, die z.B. im Versicherungswesen den gleichen Job wie ein Mann ausübt, erhält durchschnittlich 23% weniger Gehalt, ergo ungleicher Lohn für gleiche Arbeit und das im Jahr 2009!. Finden Sie das okay? Und die meisten Frauen arbeiten außerhalb des öffentlichen Dienstes und sind daher genauso betroffen von der unsicheren Wirtschaftslage wie die Männer. So siehts aus.
  • sotomayor12
    am 20.09.09 um 17:21
    Ich arbeite in einer Abteilung mit 80% Frauenanteil und einer Abteilungsleiterin. Die Konzernchefin lässt Frauen nach Aussehen einstellen und entlässt Angestellte, die über Erziehungsurlaub nur nachdenken. Der Führungsstil der Vorgesetzten: Druck von oben wird 1:1 durchgegeben, Managerinnen werden zu Befehlsempfängerinnen degradiert, die eigene Meinung unterdrückt, Weiterentwicklung Fehlanzeige. Reaktion der Kolleginnen: Mund halten, Schlagzahl erhöhen, Ellbogen raus. Zur Ergänzung: Die männlichen Führungskräfte scharren ein gemischtes Team aus Frauen und Männern um sich, beschützen nach oben, fördern nach unten. Eigene Meinung ist erwünscht, es gibt persönliches Feedback nach offenen, einklagbaren Regeln. Pers. Stärken werden gefördert und gezielt eingesetzt. Ich hoffe, die von Ihnen genannte neue Generation Frauen ist im Alter bis 25 zu finden. Ich bin erschüttert, mit welchem kranken, egoistischen Ehrgeiz Frauen meiner Generation versuchen, den Klischee-Machos den
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