Frauen der Woche
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Ursula von der Leyen will erneut eine Hauptrolle
Ursula von der Leyen
Wer sie ist: Sie gehört zur seltenen Spezies der Spitzen-Politikerin mit großer Portion gesundem Menschenverstand.
Was sie macht: Sie "gibt die Rote Baronin" (Financial Times). Nach einer eher ruhigen Einarbeitungsphase als neue Bundesarbeitsministerin legt sie gerade wieder richtig los. Früher, als Familienministerin, war sie der Star auf der Berliner Politikbühne. Jetzt will sie erneut eine Hauptrolle spielen.
Was sie gesagt hat: Sie will "die Vorgänge bei Schlecker sehr genau prüfen". Bei der Drogeriekette werden regulär Beschäftigte, überwiegend Frauen, durch schlecht bezahlte Leiharbeiterinnen ersetzt.
Was andere dazu sagen: Die Gewerkschaften sind natürlich hoch erfreut, dass das Thema Leiharbeit und Billiglöhne endlich aufgegriffen wird. Die OECD redet von einer "Zweiklassen-Gesellschaft am Arbeitsmarkt". Im internationalen Vergleich seien Leiharbeiter in Deutschland im Vergleich zu Festangestellten besonders schlecht gestellt. Und Andrea Nahles, Generalsekretärin der SPD, beklagt, dass es "schlechte und üble Praxis" sei über Leiharbeitsfirmen Löhne zu drücken. Sieh an – und in welcher Partei war noch mal Olaf Scholz, der Vorgänger von Ursula von der Leyen?
Was wir dazu meinen: Ursula von der Leyen legt sich mit einem Unternehmen an. Das ist für eine Bundespolitikerin schon mal ungewöhnlich. Dass sie dies als CDU-Frau tut, ist noch ungewöhnlicher. Indem sie ein Thema aufgreift, das viele als grob ungerecht empfinden, spielt sie sich in die Herzen der Menschen zurück - und gräbt ein Mal mehr der SPD das Wasser ab. Wie ernst es ihr allerdings wirklich damit ist die Zustände zu verbessern, wird sich erst erweisen, wenn sie neue Richtlinien für Leiharbeit vorlegt und sich nicht mit kurzfristigen Absichterklärungen von Schlecker zufrieden gibt.













