Standpunkt: Brauchen wir die Frauenquote?

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Am Ende haben alle was davon: Eine große Studie der Unternehmensberatung McKinsey belegt, dass Firmen mit gemischten Führungsgremien eine um 53 Prozent höhere Rendite erwirtschaften als männlich geführte Unternehmen. Die Untersuchung zeigte auch: Allein mit Fleiß gibt es für die meisten Frauen eben noch keinen Preis. Nur dort, wo Frauenförderung von der Unternehmensspitze entschlossen vorangetrieben wird, gelingt fähigen Mitarbeiterinnen tatsächlich der Aufstieg in die Chefetage.

Die Quote könnte also noch mal richtig Karriere machen: vom leicht angestaubten Relikt der frühen Frauenbewegung zum hoch effektiven Instrument im modernen Management. So sieht es inzwischen auch Julia Klöckner. Die Tochter eines Winzers von der Nahe hatte, solange sie noch studierte, "einfach etwas gegen den Radikalfeminismus vom Typ Alice Schwarzer. Und deshalb war ich auch gegen die Frauenquote". Bis ihre Partei, die CDU, 2002 bei ihr anfragte, ob sie sich vorstellen könne, für den Bundestag zu kandidieren. Nach den Grünen, die 1986 eine 50-Prozent-Quote beschlossen, und der SPD, die 1988 mit 40 Prozent nachzog, hatte die CDU sich 1996 schließlich zu einem 33-Prozent-"Quorum" durchgerungen. Und suchte seitdem händeringend Frauen für politische Aufgaben.

Julia Klöckner sagte zu, zog mit 29 Jahren in den Bundestag ein und gewann 2005 ein Direktmandat für ihren Wahlkreis. Inzwischen ist sie stellvertretende CDU-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz - und eine vehemente Befürworterin der Quote: "Es ist einfach zu sagen, man braucht das nicht, wenn man nicht weiß, wie Posten vergeben werden. Die Rekrutierung wird oft einfach unter den Männern ausgemacht, die sich eh auf Veranstaltungen und Festivitäten kumpelhaft begegnen. Frauen sitzen selten dabei - auf sie kommt man dann meist notgedrungen; der Blick weitet sich aufgrund des Quorums, ob man will oder nicht." Gegen Männerbündelei in der Politik hat die Quote also einen wirklich guten Job gemacht: Vor 25 Jahren war weniger als ein Zehntel der Bundestagsabgeordneten Frauen, heute sind es immerhin 32,1 Prozent. Im Berliner Kabinett sieht es ähnlich aus. Das ist noch nicht die Hälfte des Himmels, aber weit mehr als in den hohen Sphären der Industrie üblich.

Die Quote ist eben eindeutig weiblich: Ohne allzu viel Aufhebens erledigt sie eine notwendige Aufgabe höchst wirkungsvoll. Wirtschaft und Wissenschaft sollten sich daran ein Beispiel nehmen.

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  • Artikel vom 10.11.2008
  • Text: Irene Stratenwerth
    Foto: Getty Images
    ein Artikel aus der BRIGITTE 22/08
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