Frauenhaus: Letzte Zuflucht für 40.000 Frauen im Jahr

(K)ein Grund zur Freude: Im Juli 1976 öffnete in West-Berlin das erste Frauenhaus seine Tore. Vorübergehend, dachte man. Inzwischen finden Frauen bundesweit in Hunderten von Häusern Schutz vor der Misshandlung in den eigenen vier Wänden.

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Seit der Eröffnung des ersten Frauenhauses am 7. Juli 1976 entstanden knapp 400 weitere Frauenhäuser im Bundesgebiet. Jährlich suchen hier etwa 40.000 Frauen Zuflucht vor ihren Peinigern. Brigitte.de sprach mit Marion Klußmann und Angelika Damm, zwei langjährigen Mitarbeiterinnen der autonomen Hamburger Frauenhäuser - das Gespräch fand im Außenbüro der Trägervereine statt, da die Adressen der Frauenhäuser zum Schutz der Bewohnerinnen geheim gehalten werden müssen.

Es ist schwieriger geworden

 Angelika Damm und Marion Klußmann beim Gespräch

Angelika Damm und Marion Klußmann beim Gespräch

In Hamburg bezog die erste Frau 1977 das erste autonome Frauenhaus, als es noch einer Baustelle glich. Heute, 24 Jahre später, gibt es sechs Häuser in der Hansestadt. Trotz der gewachsenen Kapazitäten hat der Andrang über die Jahre keinesfalls nachgelassen, sagt Marion Klußmann. "Wir sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr für die Frauen erreichbar, und 365 Tage im Jahr sind die Häuser voll belegt."

Zusätzlich sind die Bedingungen in den vergangenen Jahren durch die herrschende Gesetzeslage schwieriger geworden. Zum einen bindet das 1991 verabschiedete Ausländergesetz das Aufenthaltsrecht von Immigrantinnen an das ihrer Männer. Frauen, die sich aus ihrer Gewaltbeziehung befreien wollen und im Frauenhaus Zuflucht suchen, gefährden somit ihren Aufenthaltsstatus in Deutschland. Zum anderen führt das Kindschaftsrecht dazu, dass Frauen zur regelmäßigen Übergabe ihrer Kinder an die Väter verpflichtet sind. Diese Begegnungen werden Angelika Damm zufolge von den Männern oft dazu genutzt, wieder Kontakt zu den Frauen herzustellen - und sie erneut zu misshandeln. Trotz der massiven Einwände der Frauenhäuser wird bei gewalttätigen Männern keine Ausnahme gemacht.

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  • Susanne Arndt
BRIGITTE im ABO