Frauen und Islam: Wie leben Musliminnen in Deutschland?
Es war kein einfacher Schritt. Nicht nur, weil sie damit ihre Umgebung schockierte und sich sogar auf Wunsch ihres beunruhigten Ehemannes von einem Teufelsaustreiber besprechen lassen musste. "Wenn du mit der Verhüllung aufgewachsen bist, empfindest du deinen Körper als Schamgegend", sagt sie, "das Ablegen des Kopftuchs ist dann wie ein Gewaltakt gegen dich selbst." Deshalb hält sie auch nichts von Kopftuchverboten oder davon, den Schwimmunterricht für muslimische Mädchen unbedingt gemeinsam mit den Jungs abzuhalten.
"Freiheit kann man nicht verordnen. Die muss sich jede selbst erlauben." Den Weg dorthin bahnten allein die Fragen, sagt sie. Wer frage, rege zum Nachdenken an. Wer nachdenke, lasse sich nicht so leicht manipulieren. "Fragt uns!", fordert sie die Nicht-Muslime auf. "Offen und neugierig: Warum tragt ihr Kopftücher? Wieso heiratet ihr den, den euer Vater für euch bestimmt? Ich wundere mich noch heute, warum niemand von mir wissen wollte, was Allah eigentlich gegen Damenfrisuren hat. Unter dem Tuch wird doch alles platt!" "Fragt euch selbst!", ruft sie die Muslime auf. "Kritisch und unerschrocken: Glauben wir an den Islam - oder nur an Traditionen? Geht es noch um Gott - oder um Politik?"
Der Islam lasse so viel Raum für moderne Auslegung, ist sie überzeugt, selbst Frauenrechte ließen sich im Koran finden. Vermitteln könnte das zum Beispiel ein moderner islamischer Religionsunterricht - wenn er denn endlich in ganz Deutschland von den Schulen angeboten würde. Auch den Nicht-Muslimen würde es nicht schaden, dort zuzuhören: "Wir können so viel voneinander lernen." Im Zug zurück nach Hamburg stelle ich mir vor, es würde tatsächlich einen Ort geben, an dem jeder den anderen fragen könnte, was er wollte, ohne Tabus.
Was würden die Muslime dann von uns wissen wollen? Vielleicht, wie es bei uns um Gleichberechtigung tatsächlich bestellt ist? Würden sie fragen, woran wir eigentlich glauben? Oder warum wir einerseits auf die Trennung von Staat und Religion pochen, uns aber andererseits als christlich geprägte Gesellschaft definieren? Hätten wir darauf Antworten? In Hamburg steigt vor mir eine Frau mit Kopftuch aus. Soll ich die Fremde wirklich fragen, was ihr Gott gegen Damenfrisuren hat? Ich tippe ihr auf die Schulter. "Entschuldigung, warum tragen Sie Kopftuch?" Sie dreht sich um, ein rundes, rosiges Friesengesicht lacht mich an. "Min Deern, wegen dem Wind!"














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am um
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britt schwäbisch
am 24.08.10 um 10:07
hallo,ich bin deutsche komme aus berlin ich bin seit 2 jahren moslima.ich bin sehr stolz moslem zu sein.ich würde sie bitten,sich erst einmal mehr informationen zu holen,bevor sie was in die welt pusaunen.der islam ist ganz einfach und nicht so wie sie es erklären.gehen sie doch mal in eine moschee.und schaen sich die gemeinschaft mal an.diese geschichten gibt es nur bei den türken.unser prophet muhammad sagte,es gibt kein unterschied,zwischen frau und mann.die religion kommt von den arabern.wenn diese leute so etwas erzählen,kommt es von ihnen selbst,es steht nicht im koran.man würd zu nix gezwungen.
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suchenachderWahrheit
am 05.04.10 um 15:05
Islam und Kultur werden immer wieder verwechselt,viele Eltern handeln aus Unwissenheit und Dummheit ,viele verstehen Islam nicht richtig !!!
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Wildwasser
am 05.02.10 um 14:39
Ich gebe Dir vollkommen recht - einerseits bin ichs leid, diese Mitleidstour fahren zu müssen. Die Frauen, die hier aufwachsen, sind inzwischen alle erwachsen und können selbst entscheiden, ob sie den muslimischen Weg gehen wollen oder nicht. Andererseits: Das Problem ist: wenn eine Muslimin sich für die "euroäischen" Weg entscheidet, kann und wird die Familie sie oft verstossen und was das bedeutet, können wir uns nur schwer vorstellen. Sie sind einfach noch immer zwischen den Welten, weil Moslems ins einer uns verschlossenen Urbanität leben und der Koran, oder was immer sie noch dazu dichten, für sie hier eine zwanghafte Vorbildfunktion hat.
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JEGesang
am 28.07.09 um 22:29
ähhhh, was bitte heißt hier, " ...wir hätten über Moslems Klischees im Kopf"! Nun bitte ich aber intensivst darum, dass sich die BRIGITTE etwas scharfsinniger präsentiert, denn ds G+ J Archiv ist ja einsehbar und Sie werden auch dort andere Sichtweisen finden ! Also wenns um Gesellschaft und Politik geht, erwarte ich allmählich, den Scharfblick anzulegen.. Schauen Sie einfach mal beide Seiten gleichermaßen "wissenschaftlich " an, wenns recht ist!
mehr (4)Noch deutlicher: Seit über 40 Jahren leben in dieser BRD Moslems mitten unter uns, ja und wie schauts denn nun mit den Klischeevorstellungen der Moslems, der Türken uns gegenüber aus!
Denn obwohl sie mitten unter uns leben, wissen die meisten von ihnen TROTZ täglicher Nutzungen all unserer Sozialwelten so gut wie nichts. Haben auch nur KLischees im Kopf. Langsam wirds langweilig, Türken und Moslems immerzu als Opfer zu betrachten; Wirklich langweilig und auf lange Sicht schlichtweg schädigend und büttelhaft ! Schö