Am Samstag wurde die Landesbischöfin und Vorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland mit 1,54 Promille Alkohol im Blut am Steuer ihres Dienstwagens von der Polizei gestoppt.
Kein Kavaliersdelikt, schon gar nicht für eine Kirchenfrau, die selbst gern mal unmoralisches Verhalten offen kritisiert. Trotzdem sprach ihr am Dienstag der Rat der evangelischen Kirche das Vertrauen aus.
Auch die BRIGITTE.de-Userinnen haben in unserer Abstimmung klar votiert. 51 Prozent sind der Meinung: "Sie hat einen Fehler gemacht, und das ist menschlich. Warum sollte sie anders behandelt werden als andere Alkoholsünder? Sie wird bestraft werden und daraus lernen. Und das ist ihre Privatangelegenheit. Sie hat ein Recht darauf, nicht an den Pranger gestellt zu werden."
Jetzt wurde bekannt, dass Margot Käßmann von ihrem Amt als Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche zurücktritt.
Seit 2009 ist Margot Käßmann das erste weibliche Oberhaupt der evangelischen Kirche in Deutschland, außerdem steht sie als Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hannover vor. Zuletzt sorgte sie für großes Aufsehen, als sie Anfang des Jahres in einer Predigt den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr massiv kritisierte.
Innerhalb der evangelischen Kirche galt Margot Käßmann noch nie als angepasst, sie setzt sich offen gegen Rechtsextremismus ein, geißelte die Gier der Banker und brüskierte Muslime in Deutschland mit der Ansicht, dass man Kirchen lieber verfallen lassen sollte, als zu Moscheen umzubauen. 2007 ließ sich die Mutter von vier Töchtern scheiden und sprach offen über ihre Brustkrebserkrankung. Trotzdem wurde sie zum Oberhaupt von 25 Millionen evangelischer Christen in Deutschland gewählt.
So haben die BRIGITTE-User abgestimmt














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toughsteff
am 24.02.10 um 19:24
Ja, auch Bischöffinnen fahren sturzbetrunken Auto und Priester finden kleine Jungs geil. Wo sind denn bitte die Werte geblieben? Das höchste Amt der evangelischen Kirche und dann gleich zwei schwere Vergehen bei einer Autofahrt... Mann stelle sich nur mal einen Fußgänger an dieser bei Rot überfahrenen Ampel vor! Da wäre aber das Chaos perfekt und der Rücktritt sofort erfolgt. Diese Solidaritätsbekundungen der Gleichgeschalteten war das Allerletzte an dieser unsäglichen Geschichte.
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Trine2212
am 24.02.10 um 18:50
Frau Käßmann hat nicht nur eine Fehler gemacht, sondern eine Straftat begangen, das ist ein kleiner Unterschied. Auch das ist menschlich, und auch das mag Gott vergeben, das ist richtig, aber genauso richtig ist, dass zivilisierte Gesellschaften Straftaten ahnden. Daher zeugt es von einer nicht zu geringen Hochnäsigkeit, wenn Frau Käßmann der Bild-Zeitung gegenüber extra noch betont hat, dass sie sich selbstverständlich den strafrechtlichen Konsequenzen stellen würde. Das ist nichts, was sie großzügig gewähren kann, und selbst wenn sie noch so viel dagegen hätte, so funktioniert unser Rechtssystem nun mal. Ich konnte die große Begeisterung über Frau Käßmann nie teilen, auf mich wirkte sie nie ehrlich und authentisch, sondern auf eine populistische Art selbstgerecht. Das finde ich leider auch in ihren Äußerungen zu ihrem Fehlverhalten wieder bestätigt.
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Bibi
am 24.02.10 um 18:02
Natürlich hat Frau Käßmann einen Fehler gemacht - dafür bekommt Sie ein Strafverfahren. Aber dass ausgerechnet SIE zurücktritt, wo viele korrupte und nur auf ihren eigenen Vorteil bedachte Politiker, die Deutschland wirklich Schaden zufügen, weiter mit ihrem fetten A.... an ihren Stühlen kleben, finde ich nicht angemessen. Achtung vor dieser Frau!
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Susanne
am 24.02.10 um 09:43
Blödsinnige Umfrage - was das für sie bedeutet, hat die Justiz und sie selbst zu entscheiden!
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toughsteff
am 23.02.10 um 21:22
Warum wird versucht, ihre Straftat als einfach nur menschlich darzustellen? Alle Menschen, deren Kinder durch so einen alkoholisierten Fahrer sterben mussten, müssen sich ins Gesicht geschlagen fühlen. Und sie hatte nicht nur schwer getrunken, sondern auch noch zusätzlich die Ampel überfahren. Eine unverzeihliche Tat!
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Wie-Ist-Es
am 23.02.10 um 19:40
Auch wenn ich katholisch bin, ich mag Frau Käßmann. Sie stand bisher wirklich immer ihren Mann, oder besser gesagt ist sie das, was ich nur selten bin: eine echte "Powerfrau", die sich durchzusetzen verstand. Dabei hat sie nicht vergessen, Frau zu sein und ist eine attraktive Erscheinung. Aber das vom Wochenende war jetzt echt Mist. Was für schreckliche hättenn bei so einer Alkoholfahrt passieren können? Ich denke, sie hat jetzt echt - nach ihrem meiner Meinung nach etwas ungeschickten Afghanistan-Statement - ein weiteres Glaubwürdigkeitsmakel. Schade, dass es eine von uns getroffen aht.
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Ingetraud
am 23.02.10 um 18:19
Vielleicht war die liebe Frau Kaessmann auf der Hochzeitsfeier in Kanaan und jedman hat ihren Kamillentee in Wein verwandelt? Die Arme.
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Wildwasser
am 23.02.10 um 15:15
Sollte allerdings Alkoholabhängigkeit bestehen, müsste sie handeln, damit sie das in den Griff bekommt. Was wissen wir von ihrem Alltag, wie stressig, wie anstrengend er ist, ob sie sich einsam fühlt oder aus welchem Grund sie sich betrunken ans Steuer gesetzt hat?
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Wildwasser
am 23.02.10 um 15:13
Was ich nicht verstehe, ist, warum sie für solche Situationen nicht das Taxi benutzt, es kann ja wohl nicht Geldmangel sein... oder hat sie kein Gefühl mehr für ihren Alkoholspiegel? Da wäre es ja schon nachdenkenswert, ob da ein Alkoholproblem vorhanden ist. Falls nicht, finde ich auch, dass sie eben genau wie alle betrunkenen BürgerInnen behandelt wird und ihre Strafe zahlt.
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alinghi
am 23.02.10 um 12:08
Von Käßmann, die doch stets im "Brustton der hohen Moral" (politische) Handlungsanweisungen erteilt, erwarte ich, dass sie sich als hohe Repräsentantin der Kirche und Vorbild für andere nicht nur den rechtlichen sondern auch den moralischen Konsequenzen stellt… und nicht wieder ein "wie laviere ich mich durchs Leben, wenn mein Nimbus unangreifbar ist".
mehr (10)Ihre Tat war überdies einfach nur "menschlich". Es darf nicht passieren, aber es kann passieren. Wir kennen die Hintergründe nicht.
Zudem: Im Gegensatz zu manch anderen steht sie zu der Straftat, vertuscht nicht, lügt nichts vor und nimmt die Konsequenzen auf sich.