Franziska Wolffheim
Margot Käßmann ist zurückgetreten. Damit ist sie mit sich selbst hart ins Gericht gegangen – unabhängig von der strafrechtlichen Verfolgung ihres Fehltritts.
Keine Frage: Es ist fahrlässig, sich alkoholisiert ans Steuer zu setzen und damit andere Menschen zu gefährden.
Andererseits: Margot Käßmann ist nicht die einzige Alkoholsünderin in Deutschland, und Alkohol hinter dem Steuer ist auch keine Männerdomäne. Insofern ist die Bischöfin in moralischer Hinsicht kein Alien, sondern ein normaler Mensch. Gerade ihre Normalität war immer eine ihrer Stärken. Sie hat die schwierigen Phasen in ihrem Leben niemals beschönigt oder verbrämt, sie ist offen mit ihrer Scheidung und ihrer Krebserkrankung umgegangen.
Das hat ihr einen großen Vertrauensvorschuss in der Bevölkerung eingebracht. Sie hat zu den Dellen in ihrem Lebenslauf gestanden, hat sich menschlich, verletzlich gezeigt. Nun hat sie einen schlimmen Fehler gemacht, zu dem sie ohne Wenn und Aber steht. Auch dieser Umgang mit ihrem Fehltritt ist glaubwürdig.
Eine Bischöfin ist keine Heilige. Wäre sie unfehlbar, müsste sie einem unheimlich sein. Sie würde zur Ikone gerinnen, steril, unnahbar. Zur christlichen Botschaft gehört auch das Verzeihen. Der Rat der Evangelischen Kirche hat sich hinter Margot Käßmann gestellt. Nur sie selbst verzeiht sich nicht. Das ehrt sie, ja. Aber wäre es nicht souveräner gewesen, im Amt zu bleiben? Und damit zu signalisieren, dass es ein Zeichen von Stärke ist, zu der eigenen Schwäche zu stehen.
Auch im Bfriends-Forum wird über die Alkoholfahrt von Margot Käßmann diskutiert. Reden Sie mit!













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am um
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ay
am 02.03.10 um 17:35
Frau Käßmann beweist schlicht und einfach Anstand und so ein Vorbild für unsere Gesellschaft.
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Doro M.
am 02.03.10 um 11:48
Unrecht bleibt Unrecht, egal wie sympathisch der oder diejenige, die es begeht, uns ist.
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Herr_Rhein
am 28.02.10 um 21:56
Frau Käßmann hat ganz bestimmt nicht einen einmaligen Fehler begangen.
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Quidam
am 27.02.10 um 10:15
Frau Käßmann hat die Messlatte für höher gelegt, als es bis dato üblich war. Und zwar für die, die Vorbilder sein sollen/wollen, ein Amt innehaben, Lehrer, Moderatoren, Beamte, Menschen - wenn sie einen Fehler gemacht haben. Der Rücktritt war für sie die einzig mögliche Art, ihrem Gewissen gerecht zu werden.
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Feline23
am 26.02.10 um 12:18
Betrunken Auto zu fahren ist kein Fehler. Es ist ein Straftat!!!!!
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siedandy
am 26.02.10 um 12:01
Gerade diesem konsequenten Rücktritt muss man große Hochachtung zollen. Sie wäre unglaubwürdig geworden, hätte sie es nicht getan. Bei rot über die Ampel zu fahren, hätte auch bedeuten können, dass sie einen unschuldigen Menschen tot fährt. Sie hat großes Glück im Unglück gehabt. Betrunken am Steuer ist ganz sicher kein Kavaliersdelikt.
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MorningStar1
am 26.02.10 um 08:48
Eine konsequente - aus meiner Sicht absolut notwendige - Lösung. Nein, Heilige braucht eine Bischöfin nicht zu sein, aber ein Alkoholdelikt in dieser Grössenordnung darf nicht ohne Folgen bleiben.
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ursa53
am 26.02.10 um 06:26
ich finde es großartig vorbildhaft so konsequent zu handeln und nicht am sessel zu kleben und alles auszusitzen
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Caitlyn
am 25.02.10 um 23:54
Ich finde es bedenklich, dass hier eine völlig überflüssige Geschlechterdebatte losgetreten wird. Von einem Mann in dieser Position hätte ich auch einen Rücktritt erwartet. Wer behauptet, ein Mann hätte das ausgesessen, behauptet praktisch, dass Individuen ihre Entscheidungen aufgrund ihres Geschlechts treffen (oder treffen müssen). Dann noch als Beweis männliche Prominente anzuführen, die in ähnlichen Situationen keine Charakterstärke bewiesen haben und an ihren Pöstchen klebten, ist geradezu absurd ...
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Juppp
am 25.02.10 um 17:07
Gerade weil auf Frau Käßmann ein derartige Verantwortung aufgrund ihres prominenten Amtes liegt, wundert mich ihr verantwortungsloses Handeln. Alkoholisiert Autofahren ist kein Kavaliersdelikt. Und 1,54 Promille ist auch nicht "knapp drüber". Dass sie zurück tritt ist richtig und konsequent.
mehr (14)Was für ein Vorbild ist denn z.B. einem Politiker, der als alternder Stößel in Berlin eine Nummer schiebt, zur Lachnummer der Nation wird, aber nicht den Anstand hat, zurückzutreten?
Solche Politiker, nicht nur Männer übrigens, beschädigen die Grundlagen unserer Gesellschaft: hochmoralisch öffentlich Wasser predigen, den Wein aber - sozusagen - eimerweise saufen. Wenn's denn auffällt, kommt nicht einmal "Sorry". Obwohl eigentlich die Kugel oft richtig wäre.
Frau Käßmann hingegen steht zum Wein und tritt, moralisch hochinteger, in aller konsequenz ab.
Chapeau!
Fahren unter Alkoholeinfluß ist ein Strafttatbestand. Egal, wer ihn begeht.
Wenn wir erwischt werden - ich denke, dann wollen wir irgendwie auch erwischt werden.
Unser Unterbewußtsein ist uns da meist eine (eben nicht bewußte) Hilfe - und zeigt uns am Ende, was wirklich wichtig ist. Alle Menschen sind für jemanden Vorbild: für die Kinder zuerst, aber für jeden anderen Menschen auch. Wer da mit zweierlei Maß mißt, verliert den Respekt, auch vor sich selbst.
Frau Käßmann hat meinen Respekt nicht verloren, gerade WEIL sie sich dessen bewußt ist.
Ich wünsche ihr, dass sie sich selbst vergeben kann - und dann die Dinge anpackt, die jetzt wichtig sind. Gott vergibt immer. Wir dürfen aus diesen Erfahrungen lernen. Das bedeutet für mich die göttliche Gnade.
Wer sich mit 1,54 Promille hinter ein Lenkrad setzt und noch recht ordentlich in der Spur bleibt, hat ganz bestimmt kein temporäres Problem mit dem Alkohol.
Aus eigener Erfahrung kann ich schreiben, dass mir bei einem entsprechenden Pegel jegliche Kontrolle über meinen Körper versagen würde. An Führen eines Kraftfahrzeugs nicht die Bohne zu denken.
Nach eigener Einschätzung habe ich bereits mit 0,5 Promille einen gehörigen Schwips (kann man z.B. auf der Davidwache, in HH, mal nach durchzechter Nacht testen!).
Frau Käßmann wird wissen, warum sie zurücktrat und aus ihr nun eine Märtyrerin zu machen ist nicht wirklich angemessen.
Auch ihr derzeitiger Dunstkreis gibt mir zu denken und sie ist sicherlich besser beraten Abstand zu gewinnen.
Ich wünsche ihr alles erdenklich Gute!
Ich finde diese Abstimmungen grenzwertig. Und dennoch, auch mir hat der 4. Punkt wie salsera65 ihn angerissen hat, gefehlt.
... "Männer reagieren immer SO und Frauen reagieren immer SO" ... das ist doch geradezu mittelalterliches Denken und trägt nur dazu bei, dass Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden.
Dabei wird die einmalige Chance vertan, über das zu Diskutieren, worum es gehen sollte: nämlich darum, ob wir moralische Vorbilder brauchen und wenn ja, was wir von ihnen erwarten dürfen - egal, ob Mann oder Frau.
Frau Käßmann hat meinen allerhöchsten Respekt. Für mich ist s
Es bleibt ihr trotzdem zu wünschen, dass sie irgendwann eine zweite Chance bekommt. Nur zur Erinnerung: Der bayrische Staatsminister a.D. Otto Wiesheu hat im Suff einen Menschen totgefahren, verschwand einige Zeit in der Versenkung und wurde 10 Jahre später Staatsminister.