Erzieherinnen: "Die Wahrheit über meinen Job"
- In diesem Artikel:
"Ich schleppe mich oft halb gesund zur Arbeit"
"Ich fühle mich häufig überlastet und bin abends extrem müde. Man wird auch häufiger krank – das geht vielen Kolleginnen so. Und zu Hause hat man ein schlechtes Gewissen, weil man die Kinder und die Kollegen im Stich läst. Deshalb schleppt man sich oft nur halb gesund zurück zur Arbeit. Kürzlich habe ich mich beim Wickeln verhoben. Es heißt ja immer: „Wie soll das denn gehen, so eine Kind wiegt doch nur ein paar Kilo“, aber wir heben als Team am Tag mindestens 60 Mal ein Kind auf die Wickelkommode, und die Größeren wiegen schon mal 12 Kilo. Manches lässt sich ja schon mit einfachen Hilfsmitteln verbessern. Zum Beispiel mit einer kleinen Treppe, damit die Größeren selbst auf die Wickelkommode klettern können, aber dafür will die Kitaleitung kein Geld ausgeben. Ich war beim Arzt, habe Spritzen gekriegt und war krank geschrieben, aber natürlich bin ich nach ein paar Tagen wieder zur Arbeit gegangen, weil ich ja weiß, dass meine Kollegen mein Fehlen auffangen müssen."
Ute V., 23, Erzieherin aus Bad Homburg
"70 Euro über Hartz-4-Niveau"
"Erzieher sind Menschen, die aus Überzeugung arbeiten, wir lieben unseren Job. Von Eltern kommt oft: „Wie macht ihr das nur, die ganze Gruppe so toll im Griff zu haben?“ – also ich erfahre schon Wertschätzung für meine Arbeit, allerdings zeigt sich das nicht beim Gehalt. Ich verdiene 70 Euro über Hartz-4-Niveau. Dafür arbeite ich 30 Stunden in der Woche im Schichtdienst. Beginn ist um 7:30 Uhr, das letzte Kind wird um 18:30 Uhr abgeholt. Wir werden lausig bezahlt. Aber Leute, die mit Kindern arbeiten, haben in der Regel ein großes Herz. Und ich glaube, dass das gnadenlos ausgenutzt wird."
Meike F., 27, Kinderpflegerin aus Hamburg













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Fapaju
am 18.06.09 um 14:02
Nach über 20 J. Arbeit mit Kindern, zuletzt als Leitung einer Kita mit Integrationsplätzen, habe ich Ende letzten Jahres schweren Herzens meinen Arbeitsplatz verlassen. Die Gründe sind vielseitig und reichhaltig: Immer schlechter werdende Arbeitsbedingungen, u. a. durch schwammige Regelungen des Gesetzgebers. Illusorische Bildungspläne, ohne verbindlichen Leitfaden für Rahmen-und Arbeitsbedingungen. Größtenteils konsumorientierte, belehrungsresistente Eltern ( "Habt Ihr Psychomotorik, Waldtage, Zahlenland, Lernwerkstätten, Traumreisen und musik. Frühförderung?") Eine überlastete Kommune, die versucht die Personalstunden aufs gesetzl. Minimum zu schrumpfen. Über allem hängt das Damoklesschwert der geburtenschwachen Jahrgänge und drohende Schließungen. Über Neueinrichtung von Krippenplätzen wird im Gegenzug wenig gesprochen. Dafür gibt es in Hessen demnächst ein flächendeckendes Sprachscreening für 4-jährige (KISS). Leider stellte sich in der Info-Veranstaltung hera
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naboly
am 09.06.09 um 23:39
Schade, wenn sich gerade Frauen so oberflächlich erklären wie Sandra und Sabine. Abhilfe? Eltern sind die besten Anwälte für die Aufwertung der Erzieherinnentätigkeit, denn es ist in ihrem Interesse, dass die eigenen Kinder pädagogisch gut, mit Zeit und Spass betreut werden. Dies ist übrigens ganz klare Basisarbeit für eine Gesellschaft mit perspektivisch sozial denkenden und handelnden Menschen. Egoisten haben wir bereits genug. Oder ist dies vielleicht gar nicht gewollt? Verknappung in der Kleinkindbetreuung, schlechte Schulbildung durch permanenten Unterrichtsausfall, hohe Gruppen- und Klassenfrequenzen - ist dies nun Mittel zum Zweck; frei nach dem Motto "ein dummes Volk regiert sich gut"?! Die Frage ist, lassen wir dies mit uns machen, gehen lieber aufeinander los, anstatt Erzieherinnen zu stärken, sie in dieser Auseinandersetzung als Eltern, Kolleginnen und Nachbarn zu unterstützen. Frauen und hoffentlich auch bald "mehr" Männer - meine Unterstützung habt ihr.
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Sandra
am 05.06.09 um 17:05
Hallo,
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Andrea
am 26.05.09 um 00:27
hallo sabine, hallo katatinka,
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xanidae
am 20.05.09 um 17:28
ja, katatinka - ein wenig hintergrundrechere wäre gehaltvoller.
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katatinka
am 20.05.09 um 11:52
Ich finde diesen Artikel einfach nur schlecht! Hat die Brigitte-Redaktion eigentlich eine Meinung oder werden neuerdings Statements einfach kommentarlos aneinandergereiht und das heißt dann Artikel?
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spirea
am 20.05.09 um 10:29
hause statt.
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spirea
am 20.05.09 um 10:23
jammern auf hohem niveau?ca 700 kg am tag hochhieven,ist in der tat nicht erwähnenswert... *g* -sorry,habe den beruf vor 30 jahren erlernt,das rentenalter ist leider noch ne weile hin.
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Sabine
am 19.05.09 um 10:06
Wenn man nicht hauswirtschaftlich tätig sein möchte, dann hätte man sich vielleicht vorher über das Berufsbild informieren sollen, insbesondere was alles dazu gehört.
mehr (9)die Arbeitswelt wird insgesamt härter, so jedenfalls mein Eindruck. Egal ob Du Erzieherin, Fleischerfachverkäuferin oder Bürokraft bist: Perfektionismus macht alle fertig. Den Erzieherinnen kann man nur raten, dass sie einen Gang zurückschalten und die unerzogenen Plagen nebst anspruchsvoller Eltern etwas weniger gut bedienen. Sonst läuft das Hamsterrad immer schneller
Gruß
Sandra
wie schwach und hochnäsig die kommentare! es geht hier nicht um das wissen um arbeitsmethoden und alles was dazugehört, sondern um die anerkennung eines pädagogisch wertvollen und je nach wohnlage immer komplizierter zu bewältigendem job! habe selber zwei kinder und gegenüber den (meisten) engagierten erzieherinnen oft ein schlechtes gewissen, da ich weiß wie knapp bezahlt diese unendlich wichtige aufgabe der kinderbetreuung ist und wieviele steine einem in den weg gelegt werden! es ist eine schande das bei den schwächsten und lobbyarmen des landes am meisten gespart wird, nämlich unseren kindern und unserer zukunft. Die betreuungsschlüssel in den kitas (teilw. in den bundesländern verschieden, bei uns sogar 8 kinder auf eine erzieherin) finde ich eine katastrophe, vor allem bei kleinstkindern.
und warum nicht statements mal kommentarlos aneinanderreihen? jeder hat seinen eigenen kopf zum denken. es geht hier um den inhalt, nicht um die f
der job ist ein knochenjob unter diesen arbeitsbedingungen. es gibt einrichtungen, die haben lösungen und alternativen gefunden, um z. b. die heberei von wickelkindern zu minimalisieren. meistens waren das private lösungen, ohne geld vom träger.
und die viele hauswirtschaft fällt deshalb auch an, weil kein geld mehr für hauswirtschaftskräfte oder putzfrauen ausgegeben wird.
die forderung nach mehr erziehern und kleineren gruppen ist auch schon uralt.
da hat sich nichts geändert und es kam noch viel mehr administration/dokumentation dazu - da fehlt die arbeit am kind.
ob die kinder mit uns konstanz in der betreuung erleben können,werden wir in den sommerferien erfahren, wenn es darum geht, ob wir anschlussverträge bekommen.
ich empfehle mal,sich eine woche auf kinderstühlchen zu setzen,an waschbecken zu stehen,die in kinderhöhe angebracht sind und ähnliches mehr.
natürlich brauchen die kleinen die kindgerechte umgebung-bestreitet keiner,aber wenn träger da sparen,wo es auf knochen der arbeitnehmer geht,kann das nicht länger hingenommen werden.
in der ausbildung war hauswirtschaft kein thema,sondern es ging um pädagogik,didaktik, psychologie etc. wenn wir jetzt z.b. in der küche stehen,um unsere küchenfee zu unterstützen, die bei krankheit ihrer kollegin sonst gar nicht mehr nach hause käme,müssen wir die kinder in der zeit noch mehr zusammenfassen-toll für den betreuungsschlüssel*g*.
ach ja:wir sind 7 gruppenleiter mit halbtags-zeitvertrag,pädagogische vor-und nachbereitung findet natürlich ehrenamtlich zu
Und wenn man nicht in der Lage ist, Kinder bis 12 kg 60 x pro Tag auf die Wickelkommode zu heben ohne sich zu verheben, sollte man seine Arbeitsmethoden reflektieren und mal rückenschonend arbeiten.
Ich empfinde das als Jammern auf hohem Niveau und Verständnis für den Streik kann ich überhaupt nicht aufbringen.