Erzieherinnen: "Die Wahrheit über meinen Job"

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"Eltern wollen das Rundum-sorglos-Paket"

"Eltern erwarten heute von uns Erziehungsmaßnahmen, die eigentlich nicht unsere Aufgabe sind. Wir sollen den Kindern zum Beispiel beibringen, wie man auf die Toilette geht. Das ist nicht unser Job. Das ist der Job der Eltern. Selbstverständlich führen wir das dann in Absprache mit den Eltern hier im Kindergarten fort. Aber uns kann nicht auferlegt werden, dass wir den Zeitpunkt dafür bestimmen. Einige Eltern geben ihr Kind den ganzen Tag in die Kita und erwarten mit großer Selbstverständlichkeit, dass die Kita die Erziehung dieses Kindes übernimmt. Die wollen abends ein fertig erzogenes Kind abholen. Natürlich kümmern wir uns hier darum, dass die Kinder lernen, wie man trocken wird oder vernünftig isst, aber wenn die Eltern das zuhause nicht fortführen, führt das hier zu großem Stress. Gerade besser verdienende Eltern, die es vielleicht in ihrem Job gewohnt sind, Anweisungen zu geben, erwarten, dass sie auch im Kindergarten immer bekommen, was sie wollen. Manche Eltern geben komplett ihre Erziehungsverantwortung ab. Die wollen das Rundum-sorglos-Paket und ein perfektes Kind."

Conny W., 43, Erzieherin aus Köln

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  • Artikel vom 18.05.2009
  • Text: Stefanie Hellge
    Foto: Fotolia.com
Letzte Kommentare
  • Fapaju
    am 18.06.09 um 14:02
    Nach über 20 J. Arbeit mit Kindern, zuletzt als Leitung einer Kita mit Integrationsplätzen, habe ich Ende letzten Jahres schweren Herzens meinen Arbeitsplatz verlassen. Die Gründe sind vielseitig und reichhaltig: Immer schlechter werdende Arbeitsbedingungen, u. a. durch schwammige Regelungen des Gesetzgebers. Illusorische Bildungspläne, ohne verbindlichen Leitfaden für Rahmen-und Arbeitsbedingungen. Größtenteils konsumorientierte, belehrungsresistente Eltern ( "Habt Ihr Psychomotorik, Waldtage, Zahlenland, Lernwerkstätten, Traumreisen und musik. Frühförderung?") Eine überlastete Kommune, die versucht die Personalstunden aufs gesetzl. Minimum zu schrumpfen. Über allem hängt das Damoklesschwert der geburtenschwachen Jahrgänge und drohende Schließungen. Über Neueinrichtung von Krippenplätzen wird im Gegenzug wenig gesprochen. Dafür gibt es in Hessen demnächst ein flächendeckendes Sprachscreening für 4-jährige (KISS). Leider stellte sich in der Info-Veranstaltung hera
  • naboly
    am 09.06.09 um 23:39
    Schade, wenn sich gerade Frauen so oberflächlich erklären wie Sandra und Sabine. Abhilfe? Eltern sind die besten Anwälte für die Aufwertung der Erzieherinnentätigkeit, denn es ist in ihrem Interesse, dass die eigenen Kinder pädagogisch gut, mit Zeit und Spass betreut werden. Dies ist übrigens ganz klare Basisarbeit für eine Gesellschaft mit perspektivisch sozial denkenden und handelnden Menschen. Egoisten haben wir bereits genug. Oder ist dies vielleicht gar nicht gewollt? Verknappung in der Kleinkindbetreuung, schlechte Schulbildung durch permanenten Unterrichtsausfall, hohe Gruppen- und Klassenfrequenzen - ist dies nun Mittel zum Zweck; frei nach dem Motto "ein dummes Volk regiert sich gut"?! Die Frage ist, lassen wir dies mit uns machen, gehen lieber aufeinander los, anstatt Erzieherinnen zu stärken, sie in dieser Auseinandersetzung als Eltern, Kolleginnen und Nachbarn zu unterstützen. Frauen und hoffentlich auch bald "mehr" Männer - meine Unterstützung habt ihr.
  • Sandra
    am 05.06.09 um 17:05
    Hallo,
    die Arbeitswelt wird insgesamt härter, so jedenfalls mein Eindruck. Egal ob Du Erzieherin, Fleischerfachverkäuferin oder Bürokraft bist: Perfektionismus macht alle fertig. Den Erzieherinnen kann man nur raten, dass sie einen Gang zurückschalten und die unerzogenen Plagen nebst anspruchsvoller Eltern etwas weniger gut bedienen. Sonst läuft das Hamsterrad immer schneller

    Gruß
    Sandra

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