Kinderlosigkeit
Künstliche Befruchtung: Sinken bald die Kosten?
- In diesem Artikel:
Foto: fotolia
Paare, die keine Kinder bekommen können und eine künstliche Befruchtung wollen, sollen bald staatlich unterstützt werden. So sehen es die Pläne von Familienministerin Kristina Schröder vor. Demnach sollen Bund und Länder schon von April 2012 an die Hälfte der Kosten, die die Paare aktuell selbst zahlen, übernehmen - insgesamt also ein Viertel der Gesamtkosten.
Bislang müssen Paare die Kosten für die ersten drei Behandlungsversuche zur Hälfte selbst bezahlen, das sind pro Versuch 2.000 Euro. Die andere Hälfte übernimmt die Krankenkasse. Nach dem dritten Versuch zahlt die Kasse nicht mehr, insgesamt kommen die Paare bei vier Behandlungen also auf einen Eigenanteil von 10.000 Euro.
Kristina Schröder geht davon aus, dass diese hohe Summe viele Paare von einer künstlichen Befruchtung abhält. Noch bis 2004 hatten die Krankenkassen die Kosten ganz übernommen. Seit der Kürzung habe sich die Zahl der Geburten nach einer künstlichen Befruchtung mehr als halbiert, sie fiel von 17.000 auf 8.000 pro Jahr.
Schröder rechnet damit, dass eine Förderung der künstlichen Befruchtung den Staat rund 40 Millionen Euro koste. Das sei "wenig", sagte die CDU-Politikerin gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, schließlich gebe es "keine politische Maßnahme, bei der der Zusammenhang zwischen Förderung und Ergebnis so eklatant ist." Kinderwunschzentren geben an, dass jedes Jahr rund 800.000 Paare wegen Kinderlosigkeit ärztliche Hilfe suchen.
In anderen Ländern Europas sind die Regierungen noch großzügiger: In Frankreich und Belgien müssen Paare für bis zu sechs Versuche gar nichts zahlen, in Dänemark übernimmt der Staat für drei Versuche die kompletten Kosten, in Schweden für zwei.














-
am um
-
BRIGITTE.de-Team
am 05.12.11 um 18:25
Hallo "Auch keine Mutter",
-
Auch keine Mutter
am 05.12.11 um 13:56
Liebes Brigitte Team, bitte nehmen Sie den Halbsatz "es gibt ja auch noch die Moeglichkeit einer Adoption" aus der Abstimmung raus. Als Leidgepruefte muss ich den anderen beipflichten, dass man sehr viel Glueck haben muss um adoptieren zu duerfen (auch als Bewerber unter 30 Jahren, der die Einkommenserfordernisse erfuellt), teilweise jahrelang warten muss bis man - eventuell - Erfolg hat, und fuer eine Auslandsadoption noch SEHR VIEL MEHR bezahlen muss als fuer eine kuenstliche Befruchtung. Ob der Staat fuer den Kinderwunsch zahlen muss ist eventuell noch eine legitime Abstimmungsfrage. An dieser Stelle die Alternative einer Adoption aufzufuehren ist jedoch fuer die Betroffenen mehr als bitter.
-
Lisa Gast
am 01.12.11 um 20:06
@Ethera: Infertilität kommt in 90% der Fällen von Krankheiten wie verschlossenen Eileitern, etc. Es unterscheidet sich also nicht von anderen körperlichen Irregularitäten. Man schätzt sogar, dass sich Infertilität in den kommenden Jahren drastisch vervielfältigt, da wir immer stärkeren Belastungen ausgesetzt werden, die sich z.B. negativ auf die Spermienqualität auswirken.
-
sannypless
am 01.12.11 um 19:08
Da unsere Sterilität nich von irgendwo her kommt, sondern von Erkrankungen die im Leistungskatalog normalerweise behandelt sind, geschlechtsverkehr nach plan in den kinderwunschzentren wird z.b. restlos bezahlt incl allen untersuchungen medikamente ect, der einzige unterschied zu ivf/icsi ist die Follikelentnahme, die befruchtung und der transfer...und weshalb sollen wir deshalb 50% der arztkosten und medikamente selber bezahlen.
-
Ethera
am 01.12.11 um 17:34
Oh ja, und unglücklichen bzw. unfreiwilligen Singles werden dann die Kosten für eine Partnervermittlung gesponsert, damit auch an der Front die Familienbildung ermöglicht wird.
-
Bella
am 30.11.11 um 18:43
Ich war selbst schon in Kinderwunschbehandlung und war erschrocken, wieviel alte Paare sich da getummelt haben. Es sollte eine Altersgrenze geben. Wer sich mit 50 nochmal auf Krampf für ein Kind entscheidet, der sollte vielleicht mal überlegen, warum es in dem Alter nicht mehr klappt! Klingt hart, ich weiß, aber dem Kind tut man damit nicht wirklich was Gutes.
-
Bettina
am 30.11.11 um 10:37
Ich hab das jetzt schon eine Weile verfolgt. Ich selbst bin nicht reich und nur deshalb kann ich mir meinen Kinderwunsch nicht erfüllen, das wäre mir also sehr wichtig, dass Frau Schröder sich durchsetzt. Hab schon viel drüber gelesen (http://www.kinderwunsch-aktuell.de/massnahmen_und_methoden/kunstliche-befruchtung) und es ist meine letzte Chance!!
-
sonja gregori
am 29.11.11 um 21:45
5 milliarden für abwrackprämie, kostenübernahme für viagra von hartz 4 empfänger , aber wir werden in vielen foren als legebatterien hühner mit lifestyle gen manipulierten babys beschimpft,
-
Leider_keine_Mama
am 29.11.11 um 20:29
Die Möglichkeit der Adoption steht in Deutschland faktisch den seltensten Paaren zur Verfügung. So kommen auf jedes zur Adoption freigegeben Kind mindestens 20 Adoptionsbewerber. Auch für ältere Kinder und solche mit Behinderungen existieren lange Wartelisten. Und Auslandsadoptionen wurden wegen zahlreicher rechtlicher Bestimmungen in den letzten fünf Jahren faktisch der Riegel vorgeschoben.
-
Leider_keine_Mama
am 29.11.11 um 20:19
Die Möglichkeit einer Adoption existiert in Deutschland faktisch für die wenigsten Paare. Das liegt daran, dass auf jedes zur Adoption freigegebene Kind mindestens 20 Adoptionsbewerber kommen! Auch für die Pflege von älteren oder behinderten Kindern existieren Wartelisten.
mehr (10)vielen Dank für Ihren Kommentar. Es war nicht unsere Absicht, mit dem Hinweis auf die Adoption betroffene Frauen zu brüskieren. Es stimmt natürlich, dass eine Adoption sehr kompliziert und womöglich auch sehr teuer werden kann - dennoch ist es eine Alternative für Eltern mit Kinderwunsch.
Um die Abstimmung klarer zu machen, haben wir den Halbsatz trotzdem, wie von Ihnen vorgeschlagen, aus der Abstimmung rausgenommen. Es soll hier in erster Linie darum gehen, sich eine Meinung zu dem Plan des Familienministeriums zu bilden und da spielt die Adoption ja in der Tat keine Rolle.
Herzliche Grüße
Ihr BRIGITTE.de-Team
Dein Kommentar, indem Du diese Behandlung mit Partnervermittlung gleichsetzt, ist für die Betroffenen sehr verletzen. Zum Glück hat es Dich anscheinend nicht getroffen! Oder gibt es da einen gewissen Frust, weil sich der passende Mann noch nicht gezeigt hat? ;)
wir nehmen bei einer ivf/icsi keine andere medikamente wie bei bei gvnp, aber da sagt die krankenkasse her mit den rechnungen, alles wird bezahlt.
wieiviele lassen sich eine arbeitsunlustbescheingung ausstellen oder rennen wegen jedem kleinen wehwehchen zu ihrem arzt, wie wärs denn da mal mit 50% kostenreduzierung ?
Man kann nicht alles auf den Staat, also die Gemeinschaft abwälzen. Das würde dem Recht auf Gleichbehandlung widersprechen.
Für alle jungen Paare: ich hoffe inständig, dass die Kosten irgendwann komplett übernommen werden!!!!! Denn nicht jeder hat das Geld für solch eine kostspielige Behandlung und wäre doch so ein gutes Elternpaar!
div kleine probleme die leistung aus der gkv sind führen zur sterilität und dafür dürfen wir keine bezuschussung kriegen?
ich wünsche allen die eine hetzkamkagne gegen uns los lassen , mögen sie nie in diese tretmühle mit reinfallen.
wir wundern uns über mobbing , bourn out, deppresionen, hier ist das beste beispiel, wie man behandelt wird,
was ist mit den patienten die geschlechtsverkehr nach plan in der kinderwunschpraxis haben, da wird alles bezahlt, bei ivf und icsi wird nix anderes gemacht als die follikelpunktion, aber da müssen wir alle selber bezahlen, eine weiter frechheit ist auch dass die bär politikerin von der csu mit falschen zahlen wird , rausgelassen worden alle selbstzahler babys und die deutschen ehepaare in bregenz, barcelona, madrid dänemark ect.
Auch Lungenkrebs, HIV oder Errektionsprobleme sind "private Probleme". Es ist auch ein "privates Problem", wenn man das vierte Kind bekommt, obwohl man finanziell keine Mittel dafür hat, es ordentlich zu versorgen. Hier subventioniert der Staat aber nicht zu knapp!
Warum soll dagegen eine 30jährige Frau, die durch eine Blindarm-OP verschlossene Eileitern hat, für die durchschnittlich notwendigen 4 Versuche 15.000 Euro und mehr aufbringen?
Bitte vor der Abstimmung erst Kopf und Herz einschalten. Danke :)
Im übrigen zahlt der Staat auch für "private Probleme" wie Krebsbehandlungen von Rauchern, HIV-Behandlungen, Abtreibungen und Viagra. Auch ist es ein "privates Problem", trotz fehlender finanzieller Mittel das fünfte Kind zu bekommen. Hier wird aber auch subventioniert. Warum muss aber etwa eine vollkommene gesunde Frau in den 30ern, die aufgrund einer Blindarm-OP keine durchgängigen Eileitern mehr hat, für die durchschnittlich notwendigen 4 Versuche ca. 15.000 Euro oder mehr ausgeben?
Bitte vor der Meinungsbildung erst Kopf und Herz einschalten.
Danke. :)