Magere Models - ist ihre Zeit bald abgelaufen?

Auf den internationalen Fashion-Shows stöckeln dieser Tage wieder superdünne Models über die Laufstege. Also alles wie gehabt? Nicht ganz. In Deutschland hat die Modebranche reagiert, in Frankreich könnte die "Anstiftung zur Magersucht" in Zukunft sogar unter Strafe gestellt werden. Doch wie wirksam sind diese Schritte?

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In diesem Artikel:

Marvy Rieder hatte keine Ahnung vom Model-Business, als sie mit 19 nach Paris kam. Trotzdem machte die Holländerin schnell Karriere und wurde bald das Gesicht von Guess. Allerdings musste sie sich immer wieder anhören: Du musst abnehmen. Was sie dann auch tat. In der WG, die sie sich in New York mit anderen Models teilte, aßen manche Papiertücher und Wattekugeln, um keinen Hunger zu verspüren. Marvy aß kein Papier und keine Watte, aber nahm immer weniger zu sich, Nudeln, Kartoffeln, Zucker strich sie ganz. Als sie eines Tages nach Holland fuhr, um ihr USA-Visum zu verlängern, rebellierte ihr Körper: Sie bekam eine Hautkrankheit an den Händen, ihre Blutwerte waren schlecht, sie wog nur noch 52 Kilo bei einer Körpergröße von 1,77. "Ich war nicht magersüchtig, aber sehr dünn. Ich musste etwas ändern. Glücklicherweise habe ich einen starken Charakter", sagt die 27-jährige Niederländerin heute. "Hätte ich mich weiter runtergehungert, wäre ich sicherlich irgendwann zusammengebrochen."

Vorbei die Zeiten, als gesund proportionierte Mannequins wie Linda Evangelista oder Cindy Crawford die Szene beherrschten. Heute sind die Models sehr dünn bis dürr, manche hungern sich förmlich zu Tode. Als 2006 das brasilianische Model Ana Carolina Reston mit 21 Jahren an den Folgen ihrer Magersucht starb, wog sie 40 Kilo bei einer Körpergröße von 1,74 Meter.

"Einige Models leben in einer Welt der absoluten Einsamkeit, sie müssen sich sehr früh von ihren Familien trennen und ein Erwachsenen- Leben führen mit dem Körper eines Kindes", sagt der französische Psychiater Maurice Corcos. "Der Druck, der auf diese Mädchen ausgeübt wird, ist immens, der Fokus liegt ständig auf ihrem Körper, und das kann zu Essstörungen führen. Den Konsumentinnen wiederum wird ein völlig unrealistisches Körperbild vorgegaukelt."

In Frankreich, Durchlauferhitzer für jedes Model, das Karriere machen will, soll die "Anstiftung zur Magersucht" in Zukunft unter Strafe gestellt werden. In Deutschland gibt es bislang keine gesetzlichen Regelungen - aber das Problembewusstsein ist gewachsen.

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  • Text: Nikola Haaks und Franziska Wolfheim
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 21/08
Letzte Kommentare
  • Bea
    am 22.09.09 um 10:11
    Leider wurde trotz Angabe: noch Zeichen übrig! mein Artikel gemeinerweise abgeschnitten.... hier der Rest: Ihr, Twiggis, Fazit: Die fand sich damals schrecklich! Also sollten ModemacherInnen, die von Models Untergewicht verlangen, belangt werden können, dann sollten sie in den Hungerturm gesteckt werden und selbst abnehmen, dann müssten sie in ihren Stöckelschuhen, nein Highheels, 100 mal eine Treppen rauf und runter laufen und danach noch freundlich lächelnd eine Präsentation ihrer geänderten Kollektion zeigen. Also, Frauen, die Zeiten des Modediktats sind doch wirklich vorbei, wer hat das Recht, mir vorzuschreiben, wieviel ich zu wiegen und was ich anzuziehen habe? Nur die Gesundheit/die Ästhetik hat klar den Vorrang, wenn Dicke abspecken sollten und Mädels im Winter nicht bauch- und rückfrei auf den Rad fahren und/oder besser ihre Speckrollen und Bindehautrisse bedecken sollten....
  • Wildwasser
    am 22.09.09 um 10:04
    Stell Dir vor, sie geben eine Modeschau und keine/r geht hin - warum schreien alle so laut, rennen aber zu den Schauen, wo diese armen dürren Kinder über den catwalk (schauriger Name) stolzieren - auf Streichholzbeinen und in Schuhen, die ihnen die Füsse malträtieren, in Kleidern, die oft mehr zeigen als verhüllen, mit Décolletés, die jeden Knochen zeigen und einem Gesichtsausdruck, der an Leerheit kaum zu übertreffen ist. Im übrigen zeigt auch Brigitte diese äußerst dünnen Models und diese schrecklichen Schuhe, in denen keine "normale" Frau auch nur 10 m weit gehen kann, weil sie permanent auf den Zehen steht und kein Straßenpflaster solche Schuhe mag, vom Orthopäden mal ganz zu schweigen, der voraussagen kann, wie die Füsse und die Wirbelsäule in 20 Jahren aussehen werden. In der Zeitung war ein Artikel über Twiggi, die inzwischen an die 60 ist und ebenfalls eine ganz normal-rundliche Figur hat, auch ihre Tochter ist nicht annähernd so dürr wie sie damals. Ihr Faz
 
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