Magere Models - ist ihre Zeit bald abgelaufen?

  • 2 Kommentare
  •  
  •  
In diesem Artikel:

In Frankreich hat Valérie Boyer, französische Abgeordnete der konservativen UMP, diesen Kampf zu ihrer Sache gemacht. Der Gesetzesvorschlag, der die Anstiftung zur Magersucht unter Strafe stellt, geht auf sie zurück. Madame Boyer hat für das Interview einen großen Saal in der ehrwürdigen Assemblée Nationale gewählt, was ihren Statements etwas Staatstragendes gibt. "Wenn die Anstiftung zur Magersucht erst mal ein Delikt ist, können auch die Pro-Ana-Seiten im Internet verboten werden, wo junge Mädchen Anorexie als Lifestyle verherrlichen", sagt sie. Aber was sind die Kriterien, wie kann man definieren, ob in einem konkreten Fall Anstiftung zur Magersucht vorliegt? "Das muss der jeweilige Richter entscheiden", so Boyer. "Der Sinn des neuen Gesetzes ist, Grenzen zu setzen, die zu schützen, die ihre Gesundheit gefährden, indem sie zu sehr abnehmen wollen." Warum kann es in Deutschland nicht auch ein Gesetz geben? Wäre das nicht schlagkräftiger? "Rechtlich ist der Zusammenhang zwischen einer Erkrankung und unlauteren Aufrufen durch die Modebranche schwer nachzuweisen", sagt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

Und wie soll es jetzt weitergehen? Was versprechen sich die Verantwortlichen? Ulla Ertelt hat eine Vision: "Die Charta ist wie etwas, das man ins Wasser wirft, und daraus entstehen Wellen, immer größere Wellen. Es muss eine gesellschaftliche Bewegung in Gang gesetzt werden, aus der heraus auf politischer Ebene eine europäische Vereinbarung verabschiedet werden könnte." Auch Valérie Boyer denkt europäisch: "Ich fände es gut, wenn sich die großen Model-Agenturen in Europa untereinander absprechen und auf akzeptable Maße einigen würden. Sicherlich wird Frankreich mit dem neuen Gesetz in Europa erst mal isoliert sein, aber vielleicht kann es auch eine Art Zugpferd werden."

Das niederländische Model Marvy Rieder hatte eine ganz eigene Idee: Sie gründete die "marVie Foundation", ein unabhängiges Institut, das z. B. Workshops für Models anbietet. Sie bekommen finanzielle Beratung und lernen alles über Ernährung, Fitness und wie sie mit sich selbst achtsam umgehen. Manche - verantwortungsbewusste - Agenturen schicken ihre Models direkt dorthin. "Die jungen Frauen sollen schließlich den Spagat hinbekommen: Wie kann ich Model sein, ohne meine Gesundheit zu ruinieren?" Marvy Rieder selbst ist ein gutes Beispiel, dass das gelingen kann. Mit ihren 27 Jahren ist sie noch lange nicht in Rente.

  • Text: Nikola Haaks und Franziska Wolfheim
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 21/08
Letzte Kommentare
  • Bea
    am 22.09.09 um 10:11
    Leider wurde trotz Angabe: noch Zeichen übrig! mein Artikel gemeinerweise abgeschnitten.... hier der Rest: Ihr, Twiggis, Fazit: Die fand sich damals schrecklich! Also sollten ModemacherInnen, die von Models Untergewicht verlangen, belangt werden können, dann sollten sie in den Hungerturm gesteckt werden und selbst abnehmen, dann müssten sie in ihren Stöckelschuhen, nein Highheels, 100 mal eine Treppen rauf und runter laufen und danach noch freundlich lächelnd eine Präsentation ihrer geänderten Kollektion zeigen. Also, Frauen, die Zeiten des Modediktats sind doch wirklich vorbei, wer hat das Recht, mir vorzuschreiben, wieviel ich zu wiegen und was ich anzuziehen habe? Nur die Gesundheit/die Ästhetik hat klar den Vorrang, wenn Dicke abspecken sollten und Mädels im Winter nicht bauch- und rückfrei auf den Rad fahren und/oder besser ihre Speckrollen und Bindehautrisse bedecken sollten....
  • Wildwasser
    am 22.09.09 um 10:04
    Stell Dir vor, sie geben eine Modeschau und keine/r geht hin - warum schreien alle so laut, rennen aber zu den Schauen, wo diese armen dürren Kinder über den catwalk (schauriger Name) stolzieren - auf Streichholzbeinen und in Schuhen, die ihnen die Füsse malträtieren, in Kleidern, die oft mehr zeigen als verhüllen, mit Décolletés, die jeden Knochen zeigen und einem Gesichtsausdruck, der an Leerheit kaum zu übertreffen ist. Im übrigen zeigt auch Brigitte diese äußerst dünnen Models und diese schrecklichen Schuhe, in denen keine "normale" Frau auch nur 10 m weit gehen kann, weil sie permanent auf den Zehen steht und kein Straßenpflaster solche Schuhe mag, vom Orthopäden mal ganz zu schweigen, der voraussagen kann, wie die Füsse und die Wirbelsäule in 20 Jahren aussehen werden. In der Zeitung war ein Artikel über Twiggi, die inzwischen an die 60 ist und ebenfalls eine ganz normal-rundliche Figur hat, auch ihre Tochter ist nicht annähernd so dürr wie sie damals. Ihr Faz
Kommentar schreiben
Wird nicht angezeigt.
Unter diesem Namen erscheint Ihr Kommentar
Bitte schreiben Sie den Sicherheitscode ab * Andere Zeichenfolge
noch 1000 Zeichen übrig!
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder, alle anderen sind optional.
BRIGITTE im ABO