Magere Models - ist ihre Zeit bald abgelaufen?

  • 2 Kommentare
  •  
  •  
In diesem Artikel:

"Leben hat Gewicht" - Die Initiative gegen Essstörungen

So fing es an: Im Dezember 2007 startete Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gemeinsam mit Bildungsministerin Annette Schavan, Familienministerin Ursula von der Leyen und Publizistin Alice Schwarzer die Initiative "Leben hat Gewicht". Ziel dieser Initiative ist es, jungen Menschen ein positives Körperbild zu vermitteln und ihr Selbstwertgefühl zu stärken, um der Verbreitung von Essstörungen vorzubeugen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Verbänden, der Medizin und verschiedenen Hilfseinrichtungen möchten die Ministerien Frauen für das Thema sensibilisieren.
So geht es weiter: Auf der Website www.leben-hat-gewicht.de findet man neben aktuellen Aktionen Links zu Hilfseinrichtungen, weiteren Initiativen und prominenten Unterstützern.

Magere Models - was wird unternommen?

In Deutschland: Seit Juli gibt es die "Nationale Charta der deutschen Textil- und Modebranche". Die Unterzeichner setzen sich "für die Förderung und Vermittlung eines gesunden Körperbildes" ein und "stellen sich offen gegen krankhafte (Vor-)Bilder extremer Magerkeit, insbesondere bei Mädchen und Frauen". Nach der Charta soll beim "Einsatz von Models auf Laufstegen und bei Fotoshootings" ein Body-Mass-Index (BMI) von 18,5 und ein Mindestalter von 16 nicht unterschritten werden.

In Frankreich: Die "Anstiftung zur Magersucht" soll unter Strafe gestellt werden - ein solches Gesetz ist bisher einmalig in Europa. Bis zu zwei Jahre Haft und Geldbußen bis zu 30 000 Euro drohen denen, die "einen Menschen dazu bringen, eine exzessive Magerkeit anzustreben". Hungert sich das Opfer zu Tode, drohen drei Jahre Gefängnis und 45 000 Euro Strafe. Die Gesetzesvorlage soll im Herbst beschlossen werden. Kritiker bemängeln, die Frage, was Menschen in den Schlankheitswahn treibt, sei konkret schwer zu beantworten und könne nicht mit Hilfe des Strafrechts gelöst werden.

In Spanien: Bei der Modewoche in Madrid dürfen jetzt keine Models mehr über den Laufsteg gehen, die einen BMI unter 18 haben. In der Praxis wird die Regelung von Models allerdings immer wieder unterlaufen, indem sie zum Beispiel vor dem Check mehrere Liter Wasser trinken, um ihr Gewicht kurzfristig nach oben zu korrigieren.

In Italien: Der Modeverband hat sich der spanischen Regelung angeschlossen, Prada und Versace kündigten an, in ihren Schauen keine "Skelett-Models" mehr auf den Laufsteg zu lassen.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  • Artikel vom 17.09.2008
  • Text: Nikola Haaks und Franziska Wolfheim
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 21/08
Letzte Kommentare
  • Bea
    am 22.09.09 um 10:11
    Leider wurde trotz Angabe: noch Zeichen übrig! mein Artikel gemeinerweise abgeschnitten.... hier der Rest: Ihr, Twiggis, Fazit: Die fand sich damals schrecklich! Also sollten ModemacherInnen, die von Models Untergewicht verlangen, belangt werden können, dann sollten sie in den Hungerturm gesteckt werden und selbst abnehmen, dann müssten sie in ihren Stöckelschuhen, nein Highheels, 100 mal eine Treppen rauf und runter laufen und danach noch freundlich lächelnd eine Präsentation ihrer geänderten Kollektion zeigen. Also, Frauen, die Zeiten des Modediktats sind doch wirklich vorbei, wer hat das Recht, mir vorzuschreiben, wieviel ich zu wiegen und was ich anzuziehen habe? Nur die Gesundheit/die Ästhetik hat klar den Vorrang, wenn Dicke abspecken sollten und Mädels im Winter nicht bauch- und rückfrei auf den Rad fahren und/oder besser ihre Speckrollen und Bindehautrisse bedecken sollten....
  • Wildwasser
    am 22.09.09 um 10:04
    Stell Dir vor, sie geben eine Modeschau und keine/r geht hin - warum schreien alle so laut, rennen aber zu den Schauen, wo diese armen dürren Kinder über den catwalk (schauriger Name) stolzieren - auf Streichholzbeinen und in Schuhen, die ihnen die Füsse malträtieren, in Kleidern, die oft mehr zeigen als verhüllen, mit Décolletés, die jeden Knochen zeigen und einem Gesichtsausdruck, der an Leerheit kaum zu übertreffen ist. Im übrigen zeigt auch Brigitte diese äußerst dünnen Models und diese schrecklichen Schuhe, in denen keine "normale" Frau auch nur 10 m weit gehen kann, weil sie permanent auf den Zehen steht und kein Straßenpflaster solche Schuhe mag, vom Orthopäden mal ganz zu schweigen, der voraussagen kann, wie die Füsse und die Wirbelsäule in 20 Jahren aussehen werden. In der Zeitung war ein Artikel über Twiggi, die inzwischen an die 60 ist und ebenfalls eine ganz normal-rundliche Figur hat, auch ihre Tochter ist nicht annähernd so dürr wie sie damals. Ihr Faz
Kommentar schreiben
Wird nicht angezeigt.
Unter diesem Namen erscheint Ihr Kommentar
Bitte schreiben Sie den Sicherheitscode ab * Andere Zeichenfolge
noch 1000 Zeichen übrig!
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder, alle anderen sind optional.
BRIGITTE im ABO