Spendentief für Zyklon-Opfer
Der Zyklon Nargis fegte mit einer gigantischen Urgewalt über Burma, machte rund eine Million Menschen obdachlos, die Zahl der Toten schätzt man auf 100 000, große Teile der Hauptstadt Rangun und des Irrrawaddy-Flussdeltas sind zerstört. Das Chaos im Land und das Leid der Menschen erinnert an die Zeit nach dem Tsunami - doch mit einem eklatanten Unterschied: Nach dem Tsunami 2004 spendeten die Deutschen innerhalb von drei Tagen rund 3,6 Millionen Euro allein an "Aktion Deutschland Hilft", ein Zusammenschluss mehrerer Hilfsorganisationen, in Burma vermeldet der Verbund bislang nur etwa 250 000 Euro. Auch die anderen Hilfsorganisationen klagen über Spendentiefstand. Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen in Berlin (DZI), erklärte das gegenüber NDR Info so: "Wenn quasi täglich davon die Rede ist, dass Hilfe nicht ins Land gelassen wird, dass es sehr komplizierte politische Umstände sind, dann dämpft das natürlich die Spendenbereitschaft."
Auch die eingeschränkte Berichterstattung vor Ort kann schuld sein. Kurz gesagt: keine Bilder, kein Mitleid, keine Spende. Und die große Kluft zur Rekordspendenhöhe nach dem Tsunami erklärt sich vielleicht durch den Zeitpunkt des Unglücks. Die Bilder flimmerten über Weihnachten im Fernsehen, dem Fest der Liebe, zu dem die Deutschen gewohnt wohltätiger sind.
Trotz fehlender emotionaler Bilder und einer Jahreszeit ohne Wohltätigkeitsfaktor sind die Hilfsorganisationen jedoch von Spendengeldern abhängig, um Hilfsgüter, Zeltplanen, Lebensmittel zu den Opfern zu bringen. Daher betonen sie: Jeder gespendete Euro kommt im Katastrophengebiet an. Die burmesische Regierung hat inzwischen sogar die Beschränkungen für internationale Hilfstruppen etwas gelockert.
Seit Mittwoch haben einige Hilfsorganisationen wie Caritas, Diakonie und Rotes Kreuz auch zu Spenden für China aufgerufen. Bislang lässt sich noch keine Tendenz ableiten, wie die Spendenbereitschaft für die Opfer im Erdbebengebiet sein wird.
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