Leseprobe aus "No Kid - 40 Gründe, keine Kinder zu haben"
Wenn ich das gewusst hätte, wären mir Kinder nicht passiert
An einem Tag im Dezember bereitete ich mich darauf vor, meinen vierzigsten Geburtstag zu feiern. Ich saß mit einer Freundin im Café, und als mir der Wein die Zunge gelöst hatte, zog ich zerknirscht Bilanz : "Ich hab auf den falschen Dampfer gesetzt, meine Psychoanalyse zehn Jahre zu spät gemacht, bei den Abendgesellschaften, mit all den Leuten, die es zu etwas gebracht haben, langweile ich mich zu Tode, ich selbst hab's vergeigt, das Schicksal im richtigen Moment beim Schopf zu fassen (ja, inzwischen weiß ich es, es trägt einen Irokesenschnitt . . .), und meine Kinder gehen mir gehörig auf den Senkel . . ."
"Aber ich bitte dich", warf meine Freundin ein, "du kannst ja meinetwegen in Frage stellen, was du willst, aber du wirst doch wohl nicht ernsthaft bereuen, dass du Kinder in die Welt gesetzt hast?" "Doch. Wenn meine Kinder nicht wären, würde ich just in diesem Moment mit dem Geld, das ich mit meinen Büchern verdient habe, um die Welt segeln. Stattdessen bin ich dazu verdonnert, die ganze Zeit zu Hause abzuhängen, zu kochen, morgens um sieben aufzustehen, völlig schwachsinnige Übungen abzufragen und eine Waschmaschine nach der anderen laufen zu lassen. Und das für undankbare Blagen, die sich benehmen, als sei ich ihr Mädchen für alles. Ja, an manchen Tagen bereue ich das alles und gebe das auch offen zu. Damals, als ich Mutter geworden bin, war ich noch jung und verliebt, da haben mir wohl meine Hormone einen üblen Streich gespielt. Wenn ich mich noch einmal entscheiden könnte, also ehrlich, ich bin mir nicht sicher, ob ich das ein zweites Mal mitmachen würde. "
Meine Freundin war schockiert. Es gibt nun einmal bestimmte Dinge, die will man aus dem Mund einer gestandenen Mutter nicht hören, weil sie dann wirkt wie ein Monster. Der Standardsatz ist eben : "Ich bin stolz auf meine Kinder, und wenn es in meinem Leben etwas gibt, das ich nicht bereue, so ist es, sie in die Welt gesetzt zu haben."














Allerdings habe ich das Mutterwerden nie bereut und würde es auch wieder tun. Aber auch hier war ich nie eine "Übermutter". Ich liebe meinen Sohn und habe ihm, so hoffe ich, alles mitgegeben, was er fürs Leben braucht. Trotzdem: Heute sehe ich Kinder am Liebsten aus der Entfernung und bei der Hotelbuc