Barack Obama: "Endlich ein richtiger Mensch"
Obama, der Therapeut
Ich kann Kitsch nicht ausstehen. Mag keine Herzchen am Valentinstag und kollektive Tränen der Rührung sind mir suspekt. Von Barack Hussein Obama erwarte ich eine perfekte Inszenierung von Emotionen und eine eindrucksvolle Rede. Mich interessiert die Rede.
Und dann das. Ich kann mich nicht entziehen. Ich glaube ihm, glaube ihm gefühlsmäßig. Höre gebannt zu, als Obama von Krisen und kollektivem Versagen und von Ängsten und notwendigen Opfern spricht. Offen und ernst wirkt dieser Präsident Nummer 44, in manchen Momenten klingt er fast wie ein Therapeut. Und als er sagt, dass alle Menschen gleich und frei sind und ich die Ergriffenheit in den Gesichtern seiner Zuhörer und Zuhörerinnen sehe, und als er von seinem Vater spricht, der vor weniger als 60 Jahren noch nicht einmal in einem Restaurant bedient worden wäre, da... Ähem, ich glaube, ich habe da was im Auge.
Claudia Kirsch, Ressortleiterin Politik, Gesellschaft, Beruf













