Patchwork-Familien

Immer mehr getrennte Männer und Frauen gründen eine neue Familie und bringen einen bunten Strauß an Töchtern und Söhnen mit.

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Nach Schätzungen des Deutschen Jugendinstituts München leben bundesweit zwischen 1 und 1,5 Millionen Kinder in so genannten Patchwork-Familien - mit Vater, Mutter und Kindern aus unterschiedlichen Beziehungen. Die neuen, "zusammengewürfelten" Familien verdrängen zunehmend die traditionelle Kleinfamilie und haben prominente Paare in ihren Reihen. Bundeskanzler Gerhard Schröder war bereits in vier Ehen Co-Vater und "Superweib" Hera Lind hielt mit zwei ihrer vier Kindern Einzug in eine Familie, die bereits aus Vater und zwei Töchtern bestand.

Jede siebte Familie

Nach Expertenmeinung zählt bereits jede siebte Familie in Deutschland zu den Patchwork-Familien. Steigende Scheidungsraten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, einen Partner oder eine Partnerin für ein neues Zusammenleben zu finden. Allerdings erfordert der neue Familienverband von den Mitgliedern oftmals große Flexibilität und einen zwischenmenschlichen Spagat.

Auch wenn nach Ansicht von Psychologen diese Lebensform für Kinder durchaus vorteilhaft sein kann, da soziale Kompetenz und Kompromissbereitschaft besonders trainiert würden, gibt es auch in diesen Familien Konflikte. So kann z.B. noch nicht aufgearbeiteter Trennungsschmerz zu Spannungen führen. Der ohnehin nicht leichte Familienalltag wird noch zusätzlich erschwert, da diese Familien finanziell stiefmütterlich behandelt werden. Mehr als die Hälfte der Patchwork-Familien werden wieder geschieden.

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  • Martina Schönenborn
BRIGITTE im ABO