Robert Enke begeht Selbstmord: Der lange Leidensweg seiner Frau

Er wirkte immer so gelassen - doch innerlich quälten ihn die Tiefschläge seines Lebens: Am Dienstag beging Nationaltorwart Robert Enke Selbstmord. Seine Frau Teresa hielt in allen Phasen zu ihm, sie stützte ihn und litt mit ihm. Am Tag nach seinem Tod sprach die Witwe offen über die Depressionen ihres Mannes.

Video: Die starke Witwe Teresa Enke - Bilder von der Pressekonferenz

Robert Enke und seine Frau Teresa im Mai 2008 Robert Enke und seine Frau Teresa im Mai 2008

"Bevor man auf eine Situation zusteuert, die noch unglücklicher wird, ist es besser, man zieht einen Schlussstrich." Dieses Zitat stammt von Robert Enke. Am 10. November setzte er seine Worte, die er 2003 sagte, in die Tat um: Er nahm sich das Leben. Er hinterlässt seine Ehefrau Teresa und die gemeinsame acht Monate alte Adoptivtochter Leila.

"Wir dachten, wir schaffen alles. Wir dachten, mit Liebe geht das. Aber manchmal schafft man doch nicht alles." Auf einer Pressekonferenz von Enkes Verein Hannover 96 sprach Teresa Enke einen Tag nach dem Selbstmord offen über die Probleme und die Ängste ihres Mannes. Robert Enke habe sich schon seit Monaten wegen Depressionen behandeln lassen. Erzählt hatte das Paar niemandem von seiner Krankheit, Enke fürchtete Konsequenzen für seine Karriere - und sein Privatleben. Würde man ihm wegen der Depressionen das Sorgerecht für seine kleine Adoptivtochter entziehen? Diese Frage ließ ihm keine Ruhe. Schon zu oft hatte das Schicksal dem Torhüter übel mitgespielt. Seine Frau begleitete ihn durch alle schwierigen Lebensphasen, sie hielt zu ihm, stützte ihn - und litt mit. "Ich habe versucht, für ihn da zu sein", erklärte die Witwe den Journalisten.

Robert und Teresa kannten sich seit über 13 Jahren, waren seit 2006 verheiratet. Sie versuchten, von ihrem Privatleben so wenig wie möglich Preis zu geben. Nur so viel ist bekannt: Die Enkes engagieren sich für den Tierschutz. Sie lebten gemeinsam im 600-Einwohner-Dörfchen Empede bei Hannover auf einem Bauernhof mit acht Hunden, die sie in Spanien und Portugal von der Straße holten, und einem Pferd. Das Dörfchen hat weder Bäcker noch Lebensmittelladen, aber dafür die Ruhe und Abgeschiedenheit nach der sich die kleine Familie so sehnte.

Robert Enkes sportliches und privates Leben war ein ständiger Wechsel aus Karrierehochs und Tiefschlägen. Die Biographie des gebürtigen Thüringers weist Brüche auf, Wendungen, Höhenflüge folgen Abstürzen und umgekehrt. Seine Frau war stets an seiner Seite.

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