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Familienministerin Kristina Schröder ist nach zehn Wochen Babypause wieder an ihren Schreibtisch zurückgekehrt. Wie kriegen sie und andere Politikerinnen Kind und Karriere unter einen Hut? Wie reagieren die Kollegen? Wir zeigen 14 Beispiele.
Die 34-Jährige ist die erste Bundesministerin, die während ihrer Amtszeit ein Kind bekommen hat. Entsprechend groß war der Medienrummel, als sie nun nach zehn Wochen Babypause wieder ihre Arbeit im Familienministerium aufnahm. Wie ist es, nach so kurzer Zeit wieder in den Job zu starten? Wie organisieren sie und ihr Mann, Innen-Staatsekretär Ole Schröder, das Familienleben? Doch Kristina Schröder reagierte auf Fragen zurückhaltend. "Wir organisieren das Familienleben gemeinsam und bekommen dabei Unterstützung von der Familie. Aber wer genau was macht, gehört nicht in die Öffentlichkeit." Mehr wollte sie dazu nicht sagen, machte aber schon am ersten Tag deutlich, dass sie sich nicht scheut, Tochter Lotte Marie auch mal mit ins Büro zu nehmen. In der CDU-Zentrale wurde darum bereits ein Wickeltisch aufgestellt.
Deutlichere Worte fand Andrea Nahles nach der Geburt ihrer Tochter im Interview mit BRIGITTE: "Mutter sein und eine Führungsaufgabe wahrnehmen ist offenbar immer noch eine gesellschaftliche Kampfzone." Sie habe nach der Rückkehr in den Job viele böse Briefe bekommen, in denen man ihr vorgeworfen habe, karrieregeil zu sein und einen Egotrip auszuleben. Andrea Nahles selbst ist zufrieden mit ihrer Situation: Ihr Mann arbeitet in Teilzeit, an einem Tag in der Woche arbeitet sie zu Hause und ansonsten unterstützen die Großeltern. Ihre Tochter sei "sehr vergnügt, schläft durch, weint wenig, wächst und gedeiht". Allerdings gab Nahles auch zu, dass sie gerne sechs statt nur drei Monate zu Hause geblieben wäre. Aber: "Abgeordnete dürfen keine Elternzeit nehmen". Die 41-Jährige will sich parteiübergreifend dafür einsetzen, dass auch Abgeordnete ein paar Monate aussetzen können.
Dorothee Bär, 33, familienpolitische Sprecherin im Bundestag & CSU-Vizegeneralsekretärin
Als Dorothee Bär kurz nach der Geburt von Tochter Emilia vor vier Jahren in den Bundestag zurückkehrte, schüttelten die lieben Kollegen parteiübergreifend den Kopf: "Denk doch an dein Kind", hieß es. "Meine männlichen Kollegen fragt niemand, wie sie Job und Familie vereinbaren." Doch die Kritik hielt die CSU-Politikerin nicht davon ab, im April ein weiteres Kind zu bekommen. Sie sagt zu BRIGITTE.de: "Für glückliche Kinder sind glückliche Eltern unabdingbar. Mich macht nicht nur meine Rolle als Mutter sehr glücklich, sondern auch meine Arbeit. Umgekehrt sorgen meine Kinder dafür, dass meine Arbeit produktiver ist und ich durch sie eine wesentlich höhere Gelassenheit in mir trage."
Es war ein besonderer Tag. Für die schwarz-gelbe Koalition, weil es die konstituierende Sitzung nach der Bundestagswahl 2009 war. Für die FDP-Abgeordnete Judith Skudelny, weil sie ihre vier Monate alte Tochter im Tragegurt vor dem Bauch in den Plenarsaal trug. Sie war die erste Politikerin, die mit einem Baby zu einer Bundestagssitzung wollte. Unfassbar: Der Saaldiener wies sie ab. Es war Parteichef Guido Westerwelle, der Judith Skudelny kurzerhand mit rein nahm - und einen Präzendezfall schuf. Möglicherweise ein Thema weniger, um das sich Ministerin Schröder kümmern muss.
Hildegard Müller, 44, CDU, von 2005 bis 2008 Staatsministerin im Bundeskanzleramt
Die ehemalige Staatsministerin und Merkel-Vertraute ließ ihr Amt ruhen, als sie im Oktober 2006 Tochter Sarah bekam. Die Pause konnte sie wagen, weil ihre Chefin mitmachte: "Angela Merkel hat von Anfang an gesagt: 'Lass uns eine Lösung suchen. Ich will, dass du das schaffst.'" Heute ist die 44-Jährige Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Weil der Alltag in der Politik zu wenig Raum für die Vereinbarkeit von Job und Kind bietet? Oder war das Angebot einfach zu gut?
Kerstin Müller, 47, Grünen-Politikerin und ehemalige stellvertretende Außenministerin
Als Kerstin Müller Anfang 2006 Mutter wurde, stellte sie fest, dass der Politikalltag nicht auf Kinder eingestellt ist. Ihre Tochter Franka war ein Jahr alt, als die alleinerziehende Grünen-Politikerin zu BRIGITTE sagte: "Mein Problem ist vor allem die Zeit, denn als Politikerin bin ich in der Regel 60 Stunden volle Power gefordert. Zudem pendele ich, immer mit Franka, zwischen meinem Wahlkreis Köln und dem Bundestag in Berlin. Trotz Kita-Platz und Kinderfrau in Berlin sowie hohem Einsatz der Großeltern in Köln ist das nur mit viel Kraft zu organisieren."
Katherina Reiche, 38, CDU, Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium
Für den konservativen Flügel von CDU/CSU war es ein Skandal: Eine ledige Mutter, noch dazu schwanger, wurde ins Kompetenzteam als Expertin für Frauen-, Jugend- und Familienpolitik berufen. Die Personalie war im Wahlkampf 2002 Edmund Stoibers Idee. Bei den Konservativen hieß es scheinheilig, die junge Mutter sei aufgrund ihrer Schwangerschaft den Strapazen eines Wahlkampfes nicht gewachsen. CDU/CSU verlor die Wahl, Katherina Reiche heiratete 2003 den CDU-Politiker Sven Petke. Sie hat drei Kinder - und Bundestagsabgeordnete ist sie immer noch.
Monika Griefahn, 56, niedersächsische Umweltministerin a.D., SPD
Ihre Babygeschichte ist lange her, aber es war ein Meilenstein: Von 1990 bis 1998 war die ehemalige Greenpeace-Aktivistin und SPD-Politikerin Griefahn Umweltministerin in Niedersachsen. Unter dem damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder, der Familienpolitik für Gedöns hielt. Aber offenbar durchaus wusste, wie attraktiv eine Ministerin mit Baby ist: "Ich habe ihm gesagt: Wenn du mich als Umweltministerin willst, musst du damit rechnen, dass ich ein zweites Kind bekomme", erinnert sich Griefahn. Sie bekam schließlich nicht nur ein Kind, sondern zwei - während der Amtszeit.
Silvana Koch-Mehrin, 40, ehemalige Vizepräsidentin des Europaparlaments
FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin sorgte 2005 mit ihrer Schwangerschaft für Aufsehen. Damals präsentierte sie sich hochschwanger und mit nacktem Babybauch im stern und ging damit das Thema "Kind und Karriere" aggressiv an: "Zum einen finde ich den neunmonatigen Ausnahmezustand wunderschön. Zum anderen ist eine schwangere Politikerin, die weiter Karriere machen will, in Deutschland ein Politikum an sich." Inzwischen hat die dreifache Mutter ihre politischen Ämter abgegeben - aber nicht wegen der Kinder, sondern wegen einer Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit.
Ekin Deligöz, 40, stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag
Noch vor Silvana Koch-Mehrins Babybauch-Auftritt ließ sich 2001 eine andere Spitzenpolitikerin hochschwanger ablichten: Grünen-Politikerin Ekin Deligöz posierte damals für die Zeitschrift Max mit nacktem Babybauch in einem Sonnenblumenfeld. "Als ich im Parlament mit großem Babybauch eine Rede gehalten habe, kam ein böser Kommentar, was mir denn einfiele, das so auszunutzen", sagte die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag. Sie erinnert sich, dass Kollegen sie für "wahnsinnig" hielten. Mehr Verständnis und Unterstützung bekam Deligöz von ihrem Mann: Der zog mit nach Berlin und machte dort eine Kneipe auf, um sich tagsüber um das gemeinsame Kind kümmern zu können.
Kerstin Andreae, baden-württembergische Grünen-Spitzenkandidatin zur letzten Bundestagswahl, brachte ihre Tochter Emma im März 2009 zur Welt. Bei Veranstaltungen während des Wahlkampfs 2009 war Klein-Emma auch schon mal mit von der Partie. Schiefe Blicke hielt die Politikerin aus und konterte: "Wir sind nicht krank. Wir haben Kinder." Papa ist Volker Ratzmann, Grünen-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus Berlin. Der verzichtete für seine Tochter auf einen politischen Aufstieg: "Ich habe mich dafür entschieden, dass mein Kind etwas von mir haben soll und umgekehrt." Inzwischen fordert noch ein weiteres Kind die Aufmerksamkeit der Eltern: 2011 kam Sohn Paul zur Welt.
Rachida Dati, 45, französische Justizministerin a.D.
Die ehemalige französische Justizministerin Rachida Dati sorgte schon mehrfach für Klatsch und Tratsch bei unseren Nachbarn. Nachdem sie zunächst wegen hoher Spesen und ihres autoritären Arbeitsstils Schlagzeilen machte, sorgte die damalige Justizministerin mit ihrer Schwangerschaft für Aufsehen. Dati war unverheiratet und machte ein Geheimnis um den Vater ihres Kindes. Einziger Kommentar: "Mein Privatleben ist kompliziert." Inzwischen hat der einstige Star im Kabinett von Nicolas Sarkozy ihren Posten als Justizministerin geräumt und sitzt stattdessen als Abgeordnete im Europaparlament.
Diese Bilder gingen um die Welt: Spaniens frisch gekürte Verteidigungsministerin Carme Chacón besucht hochschwanger die spanischen Truppen in Afghanistan. Chacón ist nicht nur die erste Verteidigungsministerin Spaniens, sondern auch die erste, die im siebten Monat schwanger ihren Posten als Kommandeurin über 15.000 Soldaten antritt. Gegner sahen in der Ernennung der Katalanin eine Provokation. Silvio Berlusconi witzelte sogar, dass Kabinett des sozialistischen Ministerpräsidenten Zapatero sei eher rosa als rot. Diese Sticheleien konnten Chacón nichts anhaben: Sie führt ihr Amt seit April 2008 und blieb auch nach der Kabinettsumbildung im Herbst 2010 Verteidigungsministerin.
Nach ihrem fulminanten Wahlsieg gestern in Nordrhein-Westfalen wird SPD-Politikerin Hannelore Kraft als die Kanzlerkandidatin der Herzen gehandelt.... mehr
Die Wahl in Frankreich ist noch nicht entschieden. Runde 1 ging knapp an Sarkozy-Herausforderer François Hollande. Am 6. Mai kommt es zur Stichwahl.... mehr
Ich habe meine Kinder in der Zeit bekommen, als es noch 2 Jahre Kindergeld gab, was ich voll ausgenutzt habe. Der berufliche Wiedereinstieg war nicht ganz leicht, aber durchaus möglich. Ich verstehe folgendes nicht: warum kann man sich und den Kindern bei niedriger Kinderzahl und steigender Lebenszeit nicht diese wertvollen ersten Jahre gönnen? Auch ich kenne nur die gerade genannte amerikanische Studie und die Bedenken der Bindungsforschung. Alles andere scheint mir eher unbewiesen zu sein. Wenn Skandinavien und Frankreich ins Feld geführt werden, muss man auch dazu fügen, dass die Wochenarbeitszeit dort sehr viel niedriger ist. In meinem Freundeskreis habe ich gerade zwei gleich alte Babies erlebt. Das eine wurde mit einem Jahr in die Krippe gegeben, das andere von den Eltern abwechselnd zu Hause betreut. Der Unterschied, was Laune und Ausgeglichenheit der Kinder betrifft, ist sehr auffällig – zugunsten der häuslichen Betreuung (bei vergleichbaren häuslichen Verhältnissen).
Virginia West
am 02.10.11 um 17:35
Ich habe meine Kinder in der Zeit bekommen, als es noch 2 Jahre Kindergeld gab, was ich voll ausgenutzt habe. Der berufliche Wiedereinstieg war nicht ganz leicht, aber durchaus möglich. Ich verstehe folgendes nicht: warum kann man sich und den Kindern bei niedriger Kinderzahl und steigender Lebenszeit nicht diese wertvollen ersten Jahre gönnen? Auch ich kenne nur die gerade genannte amerikanische Studie und die Bedenken der Bindungsforschung. Alles andere scheint mir eher unbewiesen zu sein. Wenn Skandinavien und Frankreich ins Feld geführt werden, muss man auch dazu fügen, dass die Wochenarbeitszeit dort sehr viel niedriger ist. In meinem Freundeskreis habe ich gerade zwei gleich alte Babies erlebt. Das eine wurde mit einem Jahr in die Krippe gegeben, das andere von den Eltern abwechselnd zu Hause betreut. Der Unterschied, was Laune und Ausgeglichenheit der Kinder betrifft, ist sehr auffällig – zugunsten der häuslichen Betreuung (bei vergleichbaren häuslichen Verhältnissen).
Angelika
am 26.09.11 um 20:35
Kate, i
ch halte diese Behauptung, es käme auch bei der Kinderbetreuung in erster Linie auf die Qualität und nicht auf die Quantität an, halte ich auch für ein Gerücht. Und außerdem ist es voll unrealistisch, wie Du ja auch schon geschrieben hast. In der kurzen Zeit, die am Abend bleibt, ist das Kind ausgepowert und übersätttigt von "Qualität" satt und die Eltern sind auch total fertig vom Tag und brauchen eigentlich ihre wohlverdiente Ruhe. Da ist man froh, wenn das Kind schnell eingeschlafen ist und man endlich mal in Ruhe die Beine hochlegen kann, wobei auch noch Haushalt usw. bewältigt werden muss. Gilt übrigens nicht nur für die berufstätigen Eltern, sondern auch für Mütter/Väter, die den ganzen Tag Familienarbeit geleistet haben. Aber die haben tagsüber ja durchaus für Gemütlichkeit und gemeinsame ruhigere Beschäftigungen gesorgt. Die kommen in strikt an dem Job orientierten Familien zunehmend zu kurz. Da ist Stress angesagt, auch beim Kind
Kate
am 26.09.11 um 08:56
... 95% der Mütter (aus meinem Bekanntenkreis) bereuen heute die verlorene Kleinkindzeit. Auch die sogenannte Qualitätszeit halte ich für ein Gerücht. Wenn man abends um 5, 6 oder 7 nach Hause kommt, kann ich mir kaum vorstellen, dass man noch pädagogisch korrekt erzieht. Auch die Kinder sind nach einem vollen Tag Krippe oder Kindergarten erledigt. Meiner war das jedenfalls immer (im Kindergarten). Das ist für die Kinder auch wie ein Arbeitstag. Sie müssen 8 Stunden oder länger zuhören, gehorchen, mitmachen, lernen, sich behaupten und so weiter... natürlich macht das Spaß, es schlaucht aber auch ganz schön.Und dann abends ncoh Qualitätszeit mit der gestressten Mutter? Das halte ich für ein Märchen.
Kate
am 26.09.11 um 08:39
Den Säuglingen in Vollzeitbetreuung fehlt womöglich nichts. Man weiß es nicht genau, man kann sie ja nicht fragen. Ich frage mich allerdings, wozu man überhaupt unbedingt Kinder in die Welt setzen will, wenn man sie nach der Entbindung so schnell wie möglich und so lang wie möglich wieder abgeben will. OK, soll jeder so machen, wie er oder sie mag, aber ich möchte bitte nicht, dass das zum Dogma wird. Ich bin übrigens selbst mehr oder weniger bei meiner Großmutter aufgewachsen. Mir fehlte es an nichts, ich wurde gehegt und gepflegt und verwöhnt, nur hatte ich zu meiner Großmutter immer ein innigeres Verhältnis als zu meiner Mutter. Meine Großmutter sah die ersten Schritte, hörte meine ersten Worte, entdeckte den ersten Zahn ... u.s.w ... wenn ich als Mutter oder Vater damit leben kann, gut. Ich hätte es nicht gekonnt. Ich kenne einige Mütter, die Ihre Kinder frühzeitig in eine Krippe gegeben haben, um direkt wieder voll zu arbeiten, 95% der Mütter bereuen heute die ve
Jani
am 23.09.11 um 22:49
Vielleicht hilft es ja bei den ganzen hier in den Kommentaren immer wieder auftauchenden Meinungen zum Thema frühkindlicher Betreuung einfach mal Langzeitstudien zu bemühen, weil persönliche Erfahrungen unter Umständen weit von allgemeinen Statistiken abweichen können (Stichwort: "Meine Oma hat immer wie ein Schlot geraucht und ist dann mit 95 gestorben.")
Die einzige wirkliche Langzeitstudie, die ich kenne, stammt aus Amerika und ist die sogenannte NICHD study of early child care and youth development (http://www.nichd.nih.gov/publications/pubs/upload/seccyd_051206.pdf).
Diese Studie sagt im Wesentlichen, dass eine richtig gute frühkindliche Fremdbetreuung (guter Betreuungschlüssel, gute Ausbildung der Betreuer, angemessene Umgebung) einem Kind weder Vor- noch Nachteile bringt. Ausnahmen bilden Fälle von Familien mit Defiziten. In diesen Fällen wirkt sich eine Fremdbetreuung positiv aus. Ansonsten findet man eher Nachteile für die kindliche Entwicklung.
Angelika
am 23.09.11 um 13:24
@Ariella
Sofort wenn was Kritisches kommt, wird das niedergemacht und z.B. gar nicht darauf eingegangen, dass Köhler und Nahles uns hier eins vorlügen. Und Fragen werden auch nicht beantwortet, sondern mit massiver Aggressivität und persönlichen Angriffen in Richtung angeblich nicht vorhandenen Intellekts und angezweifelter Fachlichkeit sofort gekontert. Die Frage nach der Ungleichbehandlung von Müttern und ihren Kindern z.B..
Sie haben durchaus recht mit Ihrer Mahnung, allein ich glaube nicht die Solidariät unter Frauen. Das sieht man doch schon daran, wie die privilegierten Frauen hier ihre Privilegien verteidigen und nicht bereit sind zu teilen, sondern nur noch gehässig um sich schlagen, zu einer fairen Auseinandersetzung aber nicht in der Lage sind, nein, sogar kluge, durchdachte und fachlich fundierte Beiträge ganz schnell auf der oberlächlichen Ebene in den Dreck ziehen. Es ist immer das gleiche unwürdige Spiel.
Schade ist das.
sunny
am 23.09.11 um 11:00
Nein Angelika, das hat sicher nichts mit Coolness zu tun.
Die einzige die hier Karussel fährt bist du! Ich kann nur hoffen, dass du, als Fachkraft, deinen Klienten gegenüber empathischer bist und ihnen nicht so über den Mund fährst, wie du es in diesem Forum mit deinen Mitmenschen machst. Und nein, mir gehen nicht die Argumente aus, ich diskutiere nicht auf dem Niveau in einem Brigitte Forum, sondern lieber in Gesellschaft.
Dann kann man Gesagtes einfacher hinterfragen und es entstehen keine Missverständnisse, so wie es hier offensichtlich der Fall ist.
ariella60
am 23.09.11 um 10:39
Liebe Mitfrauen, da wird mir aber ganz schlecht, wenn ich lese, wie ihr euch hier gegenseitig beharkt. Hier haben alle die Weisheit mit dem Schaumlöffel gegessen, und die eigene Entscheidung muss aber ganz, ganz stark verteidigt werden als die einzig richtige. Ich meine, es gibt keinen Königsweg (oder vielmehr Königinnenweg). Kinder sind unterschiedlich, Mütter sind unterschiedlich, und echte Wahlfreiheit für alle Familien sollte das Ziel sein. Dazu gehören: gute und ausreichend viele Betreuungsplätze sowie ein Modell, das Frauen, die eine Weile zu Hause bleiben, nicht in die Altersarmut schickt. Ansonsten: mehr Solidarität!! Stoppt diesen Kleinkrieg, er kostet nur Kraft.
Angelika
am 23.09.11 um 09:20
Ja, sunny,
nicht wahr, wenn die eh schon kärglichen Argumente gänzlich ausgehen, wird man einfach albern und winkt von hoch oben herab von seinem Karusselpferdchen und fühlt sich total cool.
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am um
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Virginia West
am 02.10.11 um 17:36
Ich habe meine Kinder in der Zeit bekommen, als es noch 2 Jahre Kindergeld gab, was ich voll ausgenutzt habe. Der berufliche Wiedereinstieg war nicht ganz leicht, aber durchaus möglich. Ich verstehe folgendes nicht: warum kann man sich und den Kindern bei niedriger Kinderzahl und steigender Lebenszeit nicht diese wertvollen ersten Jahre gönnen? Auch ich kenne nur die gerade genannte amerikanische Studie und die Bedenken der Bindungsforschung. Alles andere scheint mir eher unbewiesen zu sein. Wenn Skandinavien und Frankreich ins Feld geführt werden, muss man auch dazu fügen, dass die Wochenarbeitszeit dort sehr viel niedriger ist. In meinem Freundeskreis habe ich gerade zwei gleich alte Babies erlebt. Das eine wurde mit einem Jahr in die Krippe gegeben, das andere von den Eltern abwechselnd zu Hause betreut. Der Unterschied, was Laune und Ausgeglichenheit der Kinder betrifft, ist sehr auffällig – zugunsten der häuslichen Betreuung (bei vergleichbaren häuslichen Verhältnissen).
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Virginia West
am 02.10.11 um 17:35
Ich habe meine Kinder in der Zeit bekommen, als es noch 2 Jahre Kindergeld gab, was ich voll ausgenutzt habe. Der berufliche Wiedereinstieg war nicht ganz leicht, aber durchaus möglich. Ich verstehe folgendes nicht: warum kann man sich und den Kindern bei niedriger Kinderzahl und steigender Lebenszeit nicht diese wertvollen ersten Jahre gönnen? Auch ich kenne nur die gerade genannte amerikanische Studie und die Bedenken der Bindungsforschung. Alles andere scheint mir eher unbewiesen zu sein. Wenn Skandinavien und Frankreich ins Feld geführt werden, muss man auch dazu fügen, dass die Wochenarbeitszeit dort sehr viel niedriger ist. In meinem Freundeskreis habe ich gerade zwei gleich alte Babies erlebt. Das eine wurde mit einem Jahr in die Krippe gegeben, das andere von den Eltern abwechselnd zu Hause betreut. Der Unterschied, was Laune und Ausgeglichenheit der Kinder betrifft, ist sehr auffällig – zugunsten der häuslichen Betreuung (bei vergleichbaren häuslichen Verhältnissen).
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Angelika
am 26.09.11 um 20:35
Kate, i
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Kate
am 26.09.11 um 08:56
... 95% der Mütter (aus meinem Bekanntenkreis) bereuen heute die verlorene Kleinkindzeit. Auch die sogenannte Qualitätszeit halte ich für ein Gerücht. Wenn man abends um 5, 6 oder 7 nach Hause kommt, kann ich mir kaum vorstellen, dass man noch pädagogisch korrekt erzieht. Auch die Kinder sind nach einem vollen Tag Krippe oder Kindergarten erledigt. Meiner war das jedenfalls immer (im Kindergarten). Das ist für die Kinder auch wie ein Arbeitstag. Sie müssen 8 Stunden oder länger zuhören, gehorchen, mitmachen, lernen, sich behaupten und so weiter... natürlich macht das Spaß, es schlaucht aber auch ganz schön.Und dann abends ncoh Qualitätszeit mit der gestressten Mutter? Das halte ich für ein Märchen.
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Kate
am 26.09.11 um 08:39
Den Säuglingen in Vollzeitbetreuung fehlt womöglich nichts. Man weiß es nicht genau, man kann sie ja nicht fragen. Ich frage mich allerdings, wozu man überhaupt unbedingt Kinder in die Welt setzen will, wenn man sie nach der Entbindung so schnell wie möglich und so lang wie möglich wieder abgeben will. OK, soll jeder so machen, wie er oder sie mag, aber ich möchte bitte nicht, dass das zum Dogma wird. Ich bin übrigens selbst mehr oder weniger bei meiner Großmutter aufgewachsen. Mir fehlte es an nichts, ich wurde gehegt und gepflegt und verwöhnt, nur hatte ich zu meiner Großmutter immer ein innigeres Verhältnis als zu meiner Mutter. Meine Großmutter sah die ersten Schritte, hörte meine ersten Worte, entdeckte den ersten Zahn ... u.s.w ... wenn ich als Mutter oder Vater damit leben kann, gut. Ich hätte es nicht gekonnt. Ich kenne einige Mütter, die Ihre Kinder frühzeitig in eine Krippe gegeben haben, um direkt wieder voll zu arbeiten, 95% der Mütter bereuen heute die ve
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Jani
am 23.09.11 um 22:49
Vielleicht hilft es ja bei den ganzen hier in den Kommentaren immer wieder auftauchenden Meinungen zum Thema frühkindlicher Betreuung einfach mal Langzeitstudien zu bemühen, weil persönliche Erfahrungen unter Umständen weit von allgemeinen Statistiken abweichen können (Stichwort: "Meine Oma hat immer wie ein Schlot geraucht und ist dann mit 95 gestorben.")
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Angelika
am 23.09.11 um 13:24
@Ariella
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sunny
am 23.09.11 um 11:00
Nein Angelika, das hat sicher nichts mit Coolness zu tun.
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ariella60
am 23.09.11 um 10:39
Liebe Mitfrauen, da wird mir aber ganz schlecht, wenn ich lese, wie ihr euch hier gegenseitig beharkt. Hier haben alle die Weisheit mit dem Schaumlöffel gegessen, und die eigene Entscheidung muss aber ganz, ganz stark verteidigt werden als die einzig richtige. Ich meine, es gibt keinen Königsweg (oder vielmehr Königinnenweg). Kinder sind unterschiedlich, Mütter sind unterschiedlich, und echte Wahlfreiheit für alle Familien sollte das Ziel sein. Dazu gehören: gute und ausreichend viele Betreuungsplätze sowie ein Modell, das Frauen, die eine Weile zu Hause bleiben, nicht in die Altersarmut schickt. Ansonsten: mehr Solidarität!! Stoppt diesen Kleinkrieg, er kostet nur Kraft.
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Angelika
am 23.09.11 um 09:20
Ja, sunny,
mehr (36)ch halte diese Behauptung, es käme auch bei der Kinderbetreuung in erster Linie auf die Qualität und nicht auf die Quantität an, halte ich auch für ein Gerücht. Und außerdem ist es voll unrealistisch, wie Du ja auch schon geschrieben hast. In der kurzen Zeit, die am Abend bleibt, ist das Kind ausgepowert und übersätttigt von "Qualität" satt und die Eltern sind auch total fertig vom Tag und brauchen eigentlich ihre wohlverdiente Ruhe. Da ist man froh, wenn das Kind schnell eingeschlafen ist und man endlich mal in Ruhe die Beine hochlegen kann, wobei auch noch Haushalt usw. bewältigt werden muss. Gilt übrigens nicht nur für die berufstätigen Eltern, sondern auch für Mütter/Väter, die den ganzen Tag Familienarbeit geleistet haben. Aber die haben tagsüber ja durchaus für Gemütlichkeit und gemeinsame ruhigere Beschäftigungen gesorgt. Die kommen in strikt an dem Job orientierten Familien zunehmend zu kurz. Da ist Stress angesagt, auch beim Kind
Die einzige wirkliche Langzeitstudie, die ich kenne, stammt aus Amerika und ist die sogenannte NICHD study of early child care and youth development (http://www.nichd.nih.gov/publications/pubs/upload/seccyd_051206.pdf).
Diese Studie sagt im Wesentlichen, dass eine richtig gute frühkindliche Fremdbetreuung (guter Betreuungschlüssel, gute Ausbildung der Betreuer, angemessene Umgebung) einem Kind weder Vor- noch Nachteile bringt. Ausnahmen bilden Fälle von Familien mit Defiziten. In diesen Fällen wirkt sich eine Fremdbetreuung positiv aus. Ansonsten findet man eher Nachteile für die kindliche Entwicklung.
Sofort wenn was Kritisches kommt, wird das niedergemacht und z.B. gar nicht darauf eingegangen, dass Köhler und Nahles uns hier eins vorlügen. Und Fragen werden auch nicht beantwortet, sondern mit massiver Aggressivität und persönlichen Angriffen in Richtung angeblich nicht vorhandenen Intellekts und angezweifelter Fachlichkeit sofort gekontert. Die Frage nach der Ungleichbehandlung von Müttern und ihren Kindern z.B..
Sie haben durchaus recht mit Ihrer Mahnung, allein ich glaube nicht die Solidariät unter Frauen. Das sieht man doch schon daran, wie die privilegierten Frauen hier ihre Privilegien verteidigen und nicht bereit sind zu teilen, sondern nur noch gehässig um sich schlagen, zu einer fairen Auseinandersetzung aber nicht in der Lage sind, nein, sogar kluge, durchdachte und fachlich fundierte Beiträge ganz schnell auf der oberlächlichen Ebene in den Dreck ziehen. Es ist immer das gleiche unwürdige Spiel.
Schade ist das.
Die einzige die hier Karussel fährt bist du! Ich kann nur hoffen, dass du, als Fachkraft, deinen Klienten gegenüber empathischer bist und ihnen nicht so über den Mund fährst, wie du es in diesem Forum mit deinen Mitmenschen machst. Und nein, mir gehen nicht die Argumente aus, ich diskutiere nicht auf dem Niveau in einem Brigitte Forum, sondern lieber in Gesellschaft.
Dann kann man Gesagtes einfacher hinterfragen und es entstehen keine Missverständnisse, so wie es hier offensichtlich der Fall ist.
nicht wahr, wenn die eh schon kärglichen Argumente gänzlich ausgehen, wird man einfach albern und winkt von hoch oben herab von seinem Karusselpferdchen und fühlt sich total cool.