Gesellschaft
Sex-Skandale: Hallo, Herr Kaiser!
Es gibt einen Sex-Skandal, der in der BRIGITTE-Community für Empören sorgt. Es geht nicht um Dominik Strauss-Kahn oder um Jörg Kachelmann, sondern um einen deutschen Versicherungskonzern. Vor vier Jahren hat sich dort eine unglaubliche Geschichte zugetragen: Die 100 besten Vertreter der Hamburg Mannheimer (die inzwischen zur Ergo-Versicherung gehört) wurden für ihre gute Arbeit mit einer Sexparty in Budapest belohnt. Bei dieser dreitägigen so genannten "Incentive"-Reise waren etwa 20 Prostituierte anwesend. Nach jedem Mal bekamen die Damen einen Stempel auf den Unterarm gedrückt. So konnte man sehen, welche Dame wie oft mit ins Bett genommen wurde. Die besonders hübschen trugen weiße Armbänder - mit ihnen durften nur die wichtigen Mitarbeiter schlafen.
Auch wenn sich diese Geschichte liest, als habe sie sich jemand ausgedacht, ist sie wahr. Das Schlimme daran: Solche Vorfälle sind nicht neu. Immer wieder gibt es Konzerne, die ihre Mitarbeiter für besonders gute Arbeit oder einen wichtigen Geschäftsabschluss mit Sex belohnen. Im VW-Skandal etwa ging es ebenfalls um Männer, die sich im Bordell vergnügten – und das Ganze später über die Firma als „Bewirtungsaufwendung“ abrechneten. Warum aber regt uns Frauen das Ganze eigentlich so auf? Wieso ist es uns nicht komplett egal, was ein Trupp von Männern für Schweinereien veranstaltet?
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Weil die ganze Geschichte zwei Dinge über unsere Arbeitswelt deutlich macht. Erstens: Selbst wenn eine Abteilung ohne Puff- und Striplokal-Besuche auskommt - ein Geschäftsessen ohne Macho-Sprüche, ein Meeting ohne Schwanzvergleich-Attitüden ist in vielen Konzernen noch immer undenkbar. Kein Wunder, dass es noch immer sehr wenige Frauen in den höheren Etagen dieser Firmen gibt. Die Männer wollen unter sich bleiben. Zweitens: Genauso wenig verwundert es, dass viele Frauen in so einem Männerclub nicht arbeiten wollen. Abgesehen von Sprüchen unter der Gürtellinie: In einem Umfeld, das vor Testosteron nur so bebt, bekommt eine Frau nie das Gefühl, sie hätte sicheren Boden unter den Füßen. Dann lieber einen Job mit weniger Einfluss. Das ist schade – und skandalös. Unternehmen, die einen Frauenmangel in den Führungsetagen zulassen, schaden sich jedoch auf die Dauer selbst. Denn eins ist klar: Mit einer Frauenquote im Vorstand wäre dem Unternehmen eine solche Peinlichkeit bestimmt erspart geblieben.














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am um
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angyy
am 26.05.11 um 11:23
noch etwas finde ich sehr schlimm: die "Fusssoldaten" werden bestraft (wenn überhaupt), die Manager gerügt und mit einer rießen Abfindung "belohnt". Und was tun die? ziehen zur nächsten Firma und machen dort das selbe.
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babette
am 25.05.11 um 17:44
Männer ticken einfach anders. Als Frau kann man dieses oft sehr sexualisierte Verhalten kaum nachvollziehen.
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Monika
am 25.05.11 um 15:08
Ich denke das einzige was wir Frauen tun koennen ist uns von solchen Maennern fern zuhalten. Uns gegenseitig unterstuetzen, unsicherheiten abzubauen und zu zeigen, was wirklich in uns steckt. Anstatt unsere Energie zu verschwenden anderen zu erklaeren was wir wirklich wollen, muessen wir es erstmal herausfinden was das ist und dann bewusste Entscheidungen treffen. Sicherlich ist an Prostitution nix schoen zu reden aber es gibt genuegend Frauen, die sich ohne Bezahlung hingeben, weil ihnen zu oft die Botschaft vermittelt wird, dass dies der Weg zu Anerkennung ist. Genauso werden Maenner staendig daran erinnert dass Sex und eine schoene Frau die Belohnung fuer harte Arbeit ist. Sind alle Maenner wirklich so einfallslos und langweilig? Glaube ich nicht. Anstatt verbittert dazustehen denke ich der Weg nach vorne ist ein neues Vorbild zu schaffen. Zu zeigen wie Erfolg wirklich aussieht und was Spass wirklich ist. Nach dem Motto 'Sex macht jeder - versuch mal was neues!'
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clara
am 25.05.11 um 14:13
Nach langjährigen Erfahrungen meinerseits im Management eines Konzerns kann ich die Schilderungen des Autors nur bestätigen. Die männlichen Seilschaften im obersten Management verhindern durch chauvinistische Äußerungen und Verhaltensweisen das Engagement der Frauen die "immer" das Zeug haben den Kerlen das Wasser zu reichen.
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Emanze
am 25.05.11 um 12:34
Seit der Steinzeit hat sich nicht wirklich etwas geändert... ach doch, das Outfit!
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Dana
am 25.05.11 um 12:10
Man kann es keiner Frau vorwerfen, dass sie als Prostituierte arbeitet. Nur den Männern, dass sie diese Dienste in Anspruch nehmen. Wer für Sex bezahlen muss, ist ein ganz armes Würstchen - und das auch noch organisiert von Firmenseite, na Prost Mahlzeit. Ich frage mich, was mit Männern innerhalb solcher Hierarchien passiert, die sich weigern bei so einer Veranstaltung mitzuziehen?
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Grainne
am 24.05.11 um 20:58
Was noch dazukommt: Männer bekommen Sex mit Frauen als Belohnung.
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Linda
am 24.05.11 um 15:15
Das Schlimme ist, dass es sicher Ehe-/Lebenspartner/ gibt, die seit den Ereignissen die "Treue" gehalten haben. Wer nicht in der Lage ist, eine Beziehung zu führen mit Partnern, Kunden, Versicherten, sollte es lassen.Arme geltungsbedürftige Würstchen... Zur Zeit arbeite ich in einem bislang von Männern dominierten Konzern in einer noch männerdominierten Branche und muss mir auch den ein oder anderen verbalen Ausfall anhören. Wenn ich Kraft habe, spreche ich es an und verbitte es mir, wenn nicht stelle ich auf Durchzug... hätte sonst einiges zu tun. Oder sollte man mit den "gleichen verbalen Waffen" retournieren? :)
mehr (8)Unsere menschliche Spezies wird leider auch im 21. Jahrhundert immer noch von Hormonen beeinflusst. Zu viel Testosteron hat scheinbar einige asoziale Begleiterscheinungen. Für Männer ist die Welt durchaus in ordnung und es gibt wohl keinen Grund sich zu ändern.
Interessant ist für mich die Überlegung, wie sich ein nicht geouteter Homosexueller verhält, wenn er mit seinen heterosexuellen Kollegen in den Puff muss.
Erstens: Wie sollen die Typen je begreifen, dass Frauen Personen mit EIGENEN Vorlieben und Abneigungen sind, wenn es welche gibt, die als Belohnung fungieren müssen? Nach dem Motto: wenn ich mich richtig anstrenge, bekomm ich die beste und die Beste hat nix mitzureden?
Zweitens: solche Selbstverständlichkeiten fördern sexuelle Übergriffe im Betrieb. Ist offensichtlich gewollt.