BRIGITTE.de: Die Mitglieder von FEMEN laufen in Strapsen durch die Innenstadt oder demonstrieren in sexy Schwesterntracht. Würde irgendjemand Ihnen zuhören, wenn Sie bloß eine Gruppe ganz normaler Frauen im Kampf gegen Sextourismus wären?
Anna Hutsol: Nein, ich denke nicht. Wir sehen das aber ganz pragmatisch: Wir wollen etwas Wichtiges im sozialen Bereich erreichen, und dafür nutzen wir die Mechanismen der Massenmedien. Und die springen nun mal an auf Humor, Show, Skandal, Erotik und Schock. Auf gewisse Weise verstehen wir unseren Protest als eine ganz eigene Kunstform – eine, die auffällt und beachtet wird. Wir haben auf diese Weise viel erreicht.
BRIGITTE.de: Wie reagieren Männer auf Ihre Aktionen?
Anna Hutsol: Ganz unterschiedlich. Gebildete, kreative und schlaue Männer unterstützen uns. Nicht nur mit Worten, manche nehmen auch als Schauspieler an Aktionen teil. Aber es gibt natürlich auch viele Männer, die grundsätzlich keine unabhängigen Frauen akzeptieren. Die glauben, wir seien bloß eine Gruppe von Feministen und grässlichen Hexen. Wir werden viel beleidigt und beschimpft. Aber das lassen wir an uns abprallen. Wenn wir darauf reagieren, begeben wir uns doch nur auf das gleiche Niveau.












