Mit nackter Haut gegen Sextourismus

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BRIGITTE.de: Was können andere Europäische Länder tun?

Anna Hutsol: Das Mindeste, was ausländische Regierungen tun sollten, ist, ihre Bürger über die Situation in der Ukraine zu informieren. Viele Touristen wissen gar nicht, dass Prostitution in der Ukraine illegal ist. Abgesehen davon sollten Touristen sich bewusst machen, dass sie ins Blickfeld der Mafia geraten sobald sie sich mit einer Prostituierten einlassen.
Aber auch auf diplomatischer Ebene lässt sich vieles tun: Wir haben zum Beispiel einen gut funktionierenden Informationsaustausch mit der Deutschen Botschaft über deutsche Staatsbürger, die in der Ukraine in Geschäfte mit Sextourismus verwickelt sind. Diese Kooperation wurde von der Deutschen Botschaft selbst initiiert. Aber es gibt auch Negativbeispiele: Die Botschaft der Türkei verweigert jeglichen Kontakt mit uns - dabei sind türkische Männer nach unseren Daten die Mehrheit unter den Sextouristen.

BRIGITTE.de: Nach einem Jahr FEMEN - was haben Sie erreicht?

Anna Hutsol: Wir sind stolz darauf, dass durch uns die ganze Welt von den Problemen der Ukraine mit Sextourismus erfahren hat, und dass ukrainische Frauen sich bereit machen, um sich selbst, ihre Ehre und die Ehre unseres Landes zu schützen. Auf unsere Kampagne "Die Ukraine ist kein Bordel" gab es zwar von offizieller Seite keine Reaktion, aber viele Verantwortliche sympathisieren mit uns und glauben an unser Potential.
FEMEN konnte eine Lücke füllen, eine nationale Frauenbewegung gab es in der Ukraine bisher nicht. Wir haben heute etwa 500 aktive Mitglieder, weitere 23.000 junge Frauen in der Ukraine stehen über das Internet mit uns in Kontakt, und unsere offizielle Registrierung als Frauenrechtsorganisation steht kurz bevor. Für den Sommer sind zahlreiche spektakuläre Aktionen geplant. Wir träumen davon, die größte und einflussreichste Frauenbewegung in Europa zu werden.

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  • Artikel vom 28.05.2009
  • Text: Stefanie Hellge
BRIGITTE im ABO