Sinnvoll spenden

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Altkleidersammlungen

...dienen selten karitativen Zwecken. Organisiert werden sie größtenteils von kommerziellen Textilrecyclern, die die Ware nach Qualität und Gebrauchsfähigkeit sortieren. Die besseren Stücke werden nach Osteuropa, die qualitativ schlechteren nach Afrika an Zwischenhändler verkauft, der Rest wandert in den Reißwolf. Deshalb weiß niemand genau, in welchen Mengen die Textilien wo zuletzt landen. Sogar dann, wenn auf den Handzetteln oder Containern der Name einer bekannten Hilfsorganisation steht, werden die Altkleider meist von kommerziellen Sammlern abgeholt und verwertet. Die Organisationen erhalten in diesem Fall von den Textilrecyclern einen Teil des Gewinns.

Eine Alternative ist FairWertung

Der Verein mit 150 Mitgliedsorganisationen hat das Ziel, den unkontrollierten Handel mit Altkleidern einzudämmen. Initiativen, die mit FairWertung zusammenarbeiten, sind an einem besonderen Logo auf den Sammelcontainern erkennbar. Es verpflichtet die Sortierbetriebe auf sozial- und umweltverträgliche Standards. Beispiel: Es dürfen maximal zehn Prozent des Sammelguts in afrikanische Staaten exportiert werden. Denn gerade kleine Schneiderbetriebe gehören dort zu den gut funktionierenden Wirtschaftzweigen. Werden die "gespendeten" Hosen, Kleider und T-Shirts aus Europa für ein paar Mark verkauft, gehen die einheimischen Schneider pleite.

- Dachverband FairWertung e. V., Hüttmannstr. 52, 45143 Essen, Tel. 02 01/62 10 67, www.FairWertung.de

Nutzmüll e. V.

Die Initiative Nutzmüll e. V. in Hamburg hat sich auf die Zusammenarbeit mit einem Entwicklungsland spezialisiert: Gebrauchte Fahrräder, Nähmaschinen und Werkzeuge werden hier repariert und per Schiffscontainer ins westafrikanische Gambia geschickt. Dort existiert mittlerweile ebenfalls eine Werkstatt, in der junge Leute ausgebildet werden.

- Nutzmüll e. V., Mendelssohnstr. 13, 22761 Hamburg, Tel. 040/890 66 30, www.nutzmuell-hh.de

Beschäftigungsinitiativen

...für Langzeitarbeitslose (bundesweit sind 260 Betriebe im Dachverband Bundesarbeitsgemeinschaft Arbeit e. V., BAG, zusammengeschlossen) nehmen ausrangierte Möbel, Computer, Fahrräder und Elektrogeräte an. Diese werden in den Vereinswerkstätten von den Kursteilnehmern aufgearbeitet. Anschließend werden die Stücke in einem der 60 Secondhand-Kaufhäuser, die dem Verband angehören (u. a. in Hamburg, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, München) angeboten. Mit dem Verkaufserlös finanzieren die Initiativen einen Teil ihrer Arbeit.

- BAG e. V. c/o Werkstatt Frankfurt, Second-Hand-Betriebe, Lärchenstr. 135, 65933 Frankfurt, Tel. 069/93 99 96 13

Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung

Einen etwas anderen Schwerpunkt hat die Gesellschaft für Arbeits- und berufsförderung (GAB) mit 16 Zweigstellen vor allem in Ostdeutschland. Ehemalige Sozialhilfeempfänger bringen Nähmaschinen, Werkzeuge, Rollstühle, Fahrräder und Krankenbetten auf Vordermann und erlangen dadurch berufliche Qualifikationen. Die in Stand gesetzten Spenden werden an kleine Hilfsorganisationen abgegeben, die diese an Projektpartner in Entwicklungsländern weiterleiten. Die GAB-Betriebe recyceln außerdem Elektronikschrott und betreiben an einigen Standorten Gebrauchtartikel-börsen für Haushaltsgeräte, Babybedarf und Möbel.

- GAB, Meisenstr. 65, 33607 Bielefeld, Tel. 05 21/299 61 60

Mook Wat

Beim Hamburger Verein Mook Wat werden insbesondere medizinische Hilfsmittel wie Rollstühle, Gehräder und Krücken repariert und dann nach Osteuropa, Lateinamerika oder Nordafrika geschickt. Die Beschäftigten beim Vereinsableger Mook Wat-PC machen gebrauchte Computer wieder fit und geben sie zum Selbstkostenpreis an Schulen und Vereine ab.

- Mook Wat e. V., Im Grünen Grunde 1e, 22337 Hamburg, Tel. 040/69 79 69 17, www.mookwat.de

Hilfe zur Selbsthilfe

Auch Behinderteneinrichtungen arbeiten nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe". Beispiel: Die Evangelische Stiftung Alsterdorf in Hamburg nimmt Möbel, Bekleidung, Bücher und CDs an. Die Menschen mit Behinderung sortieren und reparieren die Spenden und verkaufen sie dann in einem eigenen Laden.

- Evangelische Stiftung Alsterdorf, Dorothea-Kasten-Str. 3, 22297 Hamburg, Tel. 040/50 77 45 71, www.alsterdorf.de



Die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für Behinderte, Sonnemannstr. 5, 60314 Frankfurt, Tel. 069/94 33 94 15 nennt örtliche Werkstätten.

BRIGITTE im ABO